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500-Euro-Schuh sprengt Marathon-Schallmauer: Adidas feiert doppelten Weltrekord vor den Quartalszahlen

Während Anleger auf die Impulse der Fußball-WM und die Adidas-Zahlen am Mittwoch schauen, haben die Herzogenauracher am Wochenende in London bereits ein Ausrufezeichen gesetzt: Gleich 2 Läufer blieben erstmals in einem offiziellen Marathon unter 2 Stunden – beide in Adidas-Schuhen.
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Weltrekordler Sabastian Sawe mit seinem Adidas-Schuh
Quelle: - Homepage Adidas

Es war die Sportnachricht des Wochenendes und für Adidas kam sie zur perfekten Zeit. Beim London Marathon ist erstmals ein Mensch in einem offiziellen Wettkampf einen Marathon in unter 2 Stunden gelaufen. Der Kenianer Sabastian Sawe gewann das Rennen in 1:59:30 Stunden und stellte damit einen neuen Weltrekord auf. Direkt dahinter blieb auch Yomif Kejelcha bei seinem Marathon-Debüt mit 1:59:41 Stunden ebenfalls unter der magischen Marke. Bei den Frauen sorgte Tigst Assefa mit 2:15:41 Stunden zudem für einen neuen Weltrekord in einem reinen Frauenrennen. Alle 3 Athleten liefen im neuen Adidas Adizero Adios Pro Evo 3.

Für Adidas ist das mehr als nur ein sportlicher Prestigeerfolg. Der Konzern hat damit im ewigen Duell mit Nike einen spektakulären Marketingtreffer gelandet. Über Jahre galt die 2-Stunden-Marke als nahezu unantastbar. Eliud Kipchoge blieb 2019 zwar bereits darunter, allerdings nicht unter offiziellen Wettkampfbedingungen. Nun fiel die Marke in einem regulären Rennen und gleich 2 Athleten liefen darunter.

Im Mittelpunkt steht der neue Adizero Adios Pro Evo 3. Der Wettkampfschuh wiegt laut Angaben aus Herzogenaurach im Schnitt nur 97 Gramm und ist nach Adidas-Angaben rund 30 Prozent leichter als sein Vorgänger. Der Schuh soll die Laufökonomie um 1,6 Prozent verbessern. Für Spitzenathleten kann genau das über Weltrekord oder Platz 2 entscheiden.

Auch der Preis ist rekordverdächtig. Auf der deutschen Adidas-Produktseite wird der Adizero Adios Pro Evo 3 mit 500 Euro gelistet. Der Verkauf soll dort ab Donnerstag, dem 30. April, um 08:00 Uhr starten – exklusiv über die Adidas-App. Damit bleibt der Schuh ein Hochleistungsprodukt für eine sehr kleine Zielgruppe, aber genau das macht ihn für Adidas so wertvoll: Er steht für Innovation, Geschwindigkeit und technische Überlegenheit.

An der Börse zählt allerdings nicht nur, wer am schnellsten läuft. Entscheidend ist, ob Adidas die sportliche Dynamik auch in harte Zahlen übersetzen kann. Der Konzern veröffentlicht seine Ergebnisse für das erste Quartal am Mittwoch, dem 29. April. Laut Konsensschätzungen von Dow Jones News, erwarten Analysten für das erste Quartal einen Umsatz von 6,298 Milliarden Euro, ein operatives Ergebnis von 647 Millionen Euro und eine operative Marge von 10,3 Prozent.

Im Gesamtjahr peilt Adidas währungsbereinigt ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und ein operatives Ergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro an. Belastend wirken allerdings US-Zölle und ungünstige Wechselkurse, die Adidas selbst mit einem negativen Effekt von rund 400 Millionen Euro beziffert. Dazu kommt ein eingetrübtes Konsumumfeld, in dem teure Sportartikel zwar von Markenmomentum profitieren können, aber nicht immun gegen Kaufzurückhaltung sind.

Unterstützung könnte im Sommer von der Fußball-WM kommen, die vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada stattfindet. Große Sportereignisse sind für Adidas traditionell Bühne und Umsatzchance zugleich. Doch auch hier gilt: Der Hype muss sich in höheren Erlösen, stabilen Bruttomargen und einer belastbaren operativen Marge niederschlagen.

Für Anleger rückt daher vor allem die Marge in den Fokus. Adidas will langfristig wieder klar zweistellige operative Margen erreichen. Kurzfristig muss der Konzern jedoch zeigen, dass höhere Energie- und Logistikkosten, Zölle, Wechselkurseffekte und ein schwieriges Konsumklima nicht zu stark auf die Profitabilität drücken. Der London-Marathon liefert dafür Rückenwind, aber noch keinen Beweis.

Fazit:

Der doppelte Durchbruch unter 2 Stunden ist für Adidas ein Prestigesieg erster Klasse. Der 500-Euro-Schuh macht die Marke im Hochleistungssport sichtbar und setzt Nike unter Druck. Für Anleger reicht das allein aber nicht.

Am Ende zählen Umsatz, Bruttomarge, EBIT-Marge und der Ausblick. Die Zahlen kommen am Mittwoch, dem 29. April. Erst danach sollten Anleger über eine Anlageentscheidung bei Adidas nachdenken.

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Redaktion Ariva/MW


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