
Aurubis profitiert von stark steigenden Kupferpreisen
Energiewende, KI-Boom und Elektrifizierung lassen die Kupfernachfrage weltweit rasant steigen. Da die Nachfrage aktuell das verfügbare Angebot übersteigt – die Erschließung neuer Minen nimmt oft Jahre in Anspruch – ist der Kupferpreis trotz Rezessionsrisiken in den vergangenen 12 Monaten um mehr als ein Drittel gestiegen.
An der Rohstoffbörse COMEX liegt Kupfer mit 6,32 US-Dollar pro Pfund aktuell weniger als fünf Prozent von einem neuen Allzeithoch entfernt.
Von dieser Entwicklung profitiert der MDAX-Wert Aurubis überdurchschnittlich stark. Das Unternehmen ist einer der weltweit größten Recycler des Industriemetalls – das ist angesichts aktuell begrenzter Minen-Ressourcen ein einträgliches Geschäft, wie die am Montagmorgen vorgelegten Quartalszahlen unter Beweis gestellt haben.
Umsatz und Gewinn legen kräftig zu
Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse um 21 Prozent auf rund 6,04 Milliarden Euro zu. Das EBITDA konnte um 19 Prozent auf 187 Millionen Euro gesteigert werden, das Konzernergebnis verbesserte sich um 24 Prozent auf 94 Millionen Euro. Das entspricht pro Aktie einem Gewinn von 2,15 Euro nach 1,73 Euro im Vorjahresquartal.
Zwar fielen die Erläse aus dem Recycling-Geschäft um 11 Prozent, doch dank operativer Verbesserungen und höherer Metallpreise legte das EBITDA trotzdem um 56 Prozent auf 63 Millionen Euro zu. Umgekehrt lief es im Schmelzgeschäft, wo die Erlöse zwar um 25 Prozent kletterten, das operative Ergebnis aber um 7 Prozent auf 341 Millionen Euro sank.
CEO sieht anhaltende Fortschritte, Prognose angehoben
Insgesamt zeigte sich CEO Toralf Haag in der Pressemitteilung des Unternehmens mit dem Erreichten sehr zufrieden: "Das gesteigerte Ergebnis im zweiten Quartal zeigt: Aurubis (Aurubis Aktie) liefert auch unter anspruchsvollen Markt‑ und geopolitischen Rahmenbedingungen zuverlässig. Ein deutlich verbessertes operatives Ergebnis und ein höheres EBITDA im Quartalsvergleich bestätigen unseren erfolgreichen Kurs".
Für das Gesamtjahr wurde die bereits am Freitag angehobene Geschäftsprognose bekräftigt. Das EBT soll sich auf 425 bis 525 Millionen Euro belaufen, nachdem bislang mit 375 bis 475 Millionen Euro gerechnet wurden. Dabei soll Aurubis auch von in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen mit einem Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro profitieren, wozu eine im Anlauf befindliche Schmelzanlage im Hamburg gehört.

Anleger neben Ergebnis regungslos hin, Rallye intakt
An der Börse wird das Zahlenwerk von Anlegerinnen und Anlegern mit einem Schulterzucken quittiert, die Aktie notiert gegenüber dem Freitag kaum verändert – angesichts eines Kursanstieges von rund 51 Prozent in diesem Jahr und von 140 Prozent in den vergangenen 12 Monaten gibt es allerdings keinen Grund zur Klage.
Mit Blick auf den Chart gibt es Licht und Schatten. Auf der einen Seite steht ein neues Allzeithoch aus der vergangenen Woche. Solche gelten in der technischen Analyse als Kaufsignale. Auf der anderen Seite ist dieses Allzeithoch technisch nicht bestätigt, da in den Indikatoren RSI und MACD bearishe Divergenzen und ein Verlust von Momentum vorliegen. Das könnte zeitnah zu einer Trendwende oder wenigstens einer Korrektur führen. Übergeordnet liegt aber ein ebenso starker wie intakter Aufwärtstrend vor.
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Fazit: Beim nächsten Rücksetzer zuschlagen!
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung steht für 2026 ein KGVe von 14,4 zu Buche. Das liegt deutlich über dem 10-Jahres-Mittel von 10,2. Der Bewertungsaufschlag wird aber durch veränderte Marktbedingungen und eine strukturell erhöhte Nachfrage gerechtfertigt.
Für 2027 erwarten Analystinnen und Analysten gegenwärtig niedrigere Gewinne. Das könnte nach dem starken Abschneiden im vergangenen Quartal sowie bei dauerhaft erhöhten Kupferpreisen auf dem Prüfstand stehen.
Wer noch nicht investiert ist, kann das spätestens nach der nächsten Korrektur der Aktie tun, um einen Hebel auf die Kupferpreisentwicklung zu erhalten. Sollte es der deutschen Politik außerdem gelingen, die Strompreise für Industriekunden weiter zu senken, wäre das ein weiterer operativer Hebel für den Konzern.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross