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Rohstoffe: Metallmärkte trotzen dem Energiepreisschock

Die Industriemetallpreise sind trotz des Energiepreisschocks robust. Der Index der Londoner Metallbörse (LMEX) erreichte am vergangenen Mittwoch sogar ein neues Rekordhoch. Nur Zinn ist heute noch deutlich günstiger als Ende Februar, also vor Beginn des Nahost-Kriegs und der Sperrung der Straße von Hormus; alle andere LME-Metalle haben ihre Verluste mindestens fast aufgeholt oder sogar zugelegt (siehe Abbildung 1). Dies ist deshalb bemerkenswert, weil die hohen Energiepreise durchaus eine Eintrübung der Wirtschaftsperspektiven bedeuten, auch wenn sich die Abwärtskorrekturen der Konjunkturprognosen bislang in Grenzen halten.

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Die Preistreiber dürften deshalb vor allem auf der Angebotsseite zu suchen sein. Bei den – gemessen an ihren Preisanstiegen seit Jahresbeginn – Spitzenreitern Aluminium und Nickel haben wir die Faktoren, die zur Markteinengung führen, schon oft diskutiert. Um es kurz zu fassen: Bei Aluminium ist es der hohe Anteil der Golfregion an der globalen Produktion (laut IAI 9 %) und bei Nickel ist es das restriktive Vorgehen der indonesischen Regierung im inzwischen marktbeherrschenden Produzentenland, das zuletzt auch die International Nickel Study Group zu einer deutlichen Korrektur ihrer Prognose zwang. Damit besteht vor allem bei Aluminium aber auch Korrekturgefahr, sobald sich eine Öffnung der Straße von Hormus abzeichnen würde.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Kupfermarkt bleibt (zunächst) überversorgt

Doch wie sieht es bei den übrigen Metallen aus? In der letzten Woche haben die International Study Groups ihre neuen Marktprognosen vorgelegt. Dabei hat die International Copper Study Group ihre Einschätzung deutlich korrigiert und dürfte damit das weitere Anstiegspotenzial für den Kupferpreis begrenzt haben. Der Kupfermarkt ist nämlich deutlich besser versorgt als bislang gedacht (siehe Abbildung 2). So fiel der Angebotsüberschuss im letzten Jahr mit 455 Tsd. Tonnen deutlich höher aus als angenommen. Dies ist vor allem auf eine deutlich höhere Produktion von Kupferraffinade zurückzuführen. Im Zuge dessen dürfte auch die Produktion im laufenden Jahr höher ausfallen, wenngleich das Produktionswachstum aufgrund der Knappheit an Kupferkonzentrat selbst im neuen Szenario nicht einmal 0,5 % erreichen dürfte. Bemerkenswert ist vor allem der optimistische Ausblick auf das kommende Jahr. Die ICSG erwartet dann eine erneute deutliche Angebotsausweitung um 3 %, da sich die Verfügbarkeit von Kupferkonzentrat wieder spürbar verbessern soll. Verwiesen wird auf Produktionssteigerungen in Chile und Sambia, zudem soll die Auslastung der Kapazitäten in Indonesien und in der Demokratischen Republik Kongo steigen. Hinzu kommen eine höhere Sekundärproduktion. Die Perspektive auf eine steigende Überversorgung dürfte den Kupferpreisen auf längere Sicht von fundamentaler Seite wenig Unterstützung verleihen. Wir teilen zwar die kurzfristige Erwartung eines gut versorgten Kupfermarktes. Denn aufgrund des hohen Preisniveaus – Kupfer kostet aktuell gut 30 % mehr als im Durchschnitt des Vorjahres – und guter Erlöse aus der Produktion des Beiprodukts Schwefelsäure dürften Chinas Kupferschmelzen trotz negativer Verarbeitungsgebühren gut verdienen. Dies deuten auch die hohen Industrieprofite in Chinas Metallindustrie an. Die Kupferproduktion war im März mit 1,3 Mio. Tonnen jedenfalls rekordhoch und entsprechend sind die an der LME registrierten Kupfervorräte zuletzt deutlich gestiegen (siehe Abbildung 3). Für die mittlere Sicht sind wir allerdings skeptischer und fürchten, dass die Minenproduktion mit der durch die neuen Anwendungsbereiche KI und Energietransformation getriebenen Nachfrage nicht Schritt halten kann.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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