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ROUNDUP/Eurozone: Iran-Krieg treibt Inflationsrate auf 3,0 Prozent

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Mit dem Ölpreisschub im Zuge des Iran-Krieges hat die Inflation in der Eurozone auch im April deutlich zugelegt. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,0 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im März hatte die Inflationsrate bei 2,6 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt diese Entwicklung erwartet. Die Europäischen Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Jahresteuerung von zwei Prozent an.

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Euro-Zeichen vor dem Gebäude der EZB.
Quelle: - © instamatics / iStock / Getty Images Plus / Getty Images:
Inflation 2,90 % Inflation Chart +7,41%
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Im Vergleich zum Vormonat legten die Preise um 1,0 Prozent zu. Auch dies war so erwartet worden.

Angetrieben wurde die Inflation durch die im Zuge des Iran-Kriegs gestiegenen Energiepreise. Diese legten um 10,9 Prozent im Jahresvergleich zu. Im März waren sie nur um 5,1 Prozent gestiegen und im Januar um 3,1 Prozent gefallen. Im Dienstleistungssektor schwächte sich der Preisauftrieb von 3,2 Prozent im Vormonat auf 3,0 Prozent etwas ab. Die Preise für Lebens- und Genussmittel stiegen um 2,5 Prozent und für Industriegüter um 0,8 Prozent.

Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, gab hingegen etwas nach. Sie fiel von 2,3 auf 2,2 Prozent. Volkswirte hatten dies erwartet.

"Das Stagflationsgespenst beginnt seinen Spuk", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP-Bank. "Die Wachstumsrate bleibt schwach, gleichzeitig ist die Inflationsrate mit 3 Prozent bereits wieder in luftiger Höhe angelangt."

Die Augen richten sich daher auf die Europäische Zentralbank (EZB). Die Notenbank wird am Nachmittag ihre Zinsentscheidung bekannt geben. Ökonomen erwarten, dass die EZB die Zinsen noch nicht antasten wird, sondern die weitere wirtschaftliche Entwicklung abwartet.

Entscheidend wird sein, welche Signale EZB-Präsidentin Christine Lagarde geben wird. "In der Haut von Christine Lagarde möchte man derzeit nicht stecken", sagte Gitzel. "Einerseits muss sie signalisieren, dass die Notenbank die gestiegenen Teuerungsraten ernst nimmt. Andererseits darf die Notenbankpräsidentin die mit den hohen Energiepreisen einhergehenden konjunkturellen Risiken nicht unter den Teppich kehren." An den Finanzmärkten werden bis zum Jahresende drei Leitzinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte erwartet./jsl/jkr/stk

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