Goldminenaktien rücken wieder stärker in den Fokus. Nach Einschätzung von Otavio „Tavi“ Costa, Gründer und CEO von Crescat Capital, haben Bergbauaktien am 6. Mai einen frühen Ausbruch gezeigt. Entscheidend ist für ihn das Verhältnis von Goldminenaktien zum Goldpreis. Dieses Verhältnis liegt laut Costa weiter auf historisch niedrigen Niveaus. Der Goldpreis ist bereits stark gestiegen. Viele Produzentenaktien haben diese Bewegung aber noch nicht vollständig nachvollzogen. Genau hier sieht Costa verborgenes Potenzial.
Denn der Markt bewertet viele Minengesellschaften noch immer vorsichtig. Gleichzeitig steigen ihre Gewinnspannen deutlich. Sollte sich dieser Trend bestätigen, könnte der Sektor vor einer Neubewertung stehen. Der nächste Blick gilt deshalb der Frage, warum Minenaktien oft stärker reagieren als Gold selbst.
Goldminenaktien bewegen sich häufig stärker als der Goldpreis selbst. Der Grund ist die operative Hebelwirkung: Steigt der Goldpreis, können die Gewinne eines Produzenten überproportional zulegen, sofern Förderkosten, Energiepreise und Löhne nicht im gleichen Tempo steigen. Ein einfaches Beispiel zeigt den Effekt: Liegen die Produktionskosten bei 1.500 US-Dollar je Unze und der Verkaufspreis bei 2.000 US-Dollar, beträgt die Marge 500 US-Dollar. Steigt Gold auf 2.300 US-Dollar, wächst die Marge auf 800 US-Dollar. Der Goldpreis legt um 15 Prozent zu, die Marge aber um 60 Prozent.
Genau deshalb können Minenaktien in starken Goldphasen besonders dynamisch reagieren. Gleichzeitig bleibt das Risiko hoch, wenn Kosten oder Finanzierungsausgaben steigen. Solche Grundlagen werden in der axinoacademy einfach und verständlich erklärt. In der starter academy kann man kostenlos reinschnuppern, die Inhalte testen und sich Schritt für Schritt vertraut machen.
Costa verweist auf neue Daten zu Gold und Silberproduzenten. Nach seinen Angaben erreichen die Minen derzeit die stärksten Gewinnspannen seit Beginn der ausgewerteten Datenreihe. Betrachtet wurden die 50 größten Minenunternehmen an kanadischen und US Börsen. Besonders auffällig ist der jüngste Anstieg im Jahr 2025. Für Costa erinnert diese Entwicklung an frühere langfristige Rohstoffzyklen. Solche Zyklen entstehen meist nicht durch kurzfristige Spekulation, sondern durch mehrere Faktoren gleichzeitig: steigende Nachfrage, knappes Angebot, zu geringe Investitionen in neue Projekte und geopolitische Unsicherheit. Wichtig ist dabei: Der Markt scheint vielen Minenunternehmen noch nicht zuzutrauen, dass diese hohen Gewinne länger anhalten könnten. Costa widerspricht dieser Sicht. Aus seiner Perspektive könnten die aktuellen Margen nicht nur ein kurzfristiger Ausschlag sein, sondern der Beginn einer stabileren Phase für den Sektor.
Die chinesische Zentralbank hat seit Anfang 2023 wiederholt Gold gekauft. Parallel dazu ist der Goldpreis deutlich gestiegen. Diese Entwicklung zeigt, wie stark staatliche Nachfrage den Markt beeinflussen könnte. Zentralbanken kaufen Gold in der Regel nicht wegen kurzfristiger Kursfantasie. Sie nutzen es als strategische Reserve. Gold ist kein Zahlungsversprechen eines Staates und hängt nicht direkt an einer einzelnen Währung. Gerade in einer Welt mit hohen Schulden, geopolitischen Spannungen und wachsendem Misstrauen zwischen Machtblöcken könnte dieser Vorteil wichtiger werden.
Wenn große Zentralbanken regelmäßig Gold kaufen, wird dem Markt dauerhaft Material entzogen. Das könnte den Preis stützen, vor allem weil neue Minenprojekte oft viele Jahre brauchen, bis sie tatsächlich produzieren. Für Goldproduzenten wäre das ein starkes Umfeld: höhere Preise, begrenztes neues Angebot und steigende strategische Nachfrage.
Von einem stärkeren Goldpreisumfeld könnten auch Minenunternehmen profitieren. Höhere Preise verbessern die Margen und machen Projekte attraktiver, die schnellen Cashflow mit weiterem Wachstumspotenzial verbinden.
Ein Beispiel ist ESGold. Das Unternehmen entwickelt das Montauban-Projekt in Québec und setzt zunächst auf die Wiederaufbereitung historischer Tailings. Die vollständig genehmigte Anlage soll ab 2026 produzieren und damit früh Einnahmen ermöglichen. Gleichzeitig sieht ESGold weiteres Explorationspotenzial in der Tiefe, das später aus dem eigenen Cashflow erschlossen werden könnte. CEO Gordon Robb möchte genau diesen Ansatz nutzen: Erst soll die Produktion erreicht werden, um vom starken Goldpreisumfeld zu profitieren. Anschließend soll der daraus entstehende Cashflow helfen, das volle Explorationspotenzial von Montauban freizusetzen.
Auch Sonoro Gold verfolgt eine Strategie, bei der früher Cashflow zum Hebel für weiteres Wachstum werden könnte. Im Mittelpunkt steht das Cerro-Caliche-Goldprojekt im mexikanischen Bundesstaat Sonora. Der nächste wichtige Schritt wäre die Erteilung der Minenlizenz.
Mit der erwarteten Genehmigung könnte Sonoro in die nächste Entwicklungsphase eintreten. Das Management will möglichst früh in Produktion gehen und die Einnahmen nutzen, um das weitere Potenzial von Cerro Caliche zu explorieren. Die PEA aus dem Jahr 2026 zeigt im Basisszenario eine Wirtschaftlichkeit von rund 360 Millionen US-Dollar NPV und einer IRR von etwa 50 Prozent, berechnet mit einem Goldpreis von 3.500 US-Dollar und rund 800.000 förderbaren Unzen im aktuellen Minenplan. Parallel startet Sonoro ein 50.000-Meter-Bohrprogramm, um die bekannte Ressource genauer zu untersuchen und möglicherweise zu erweitern. CEO Kenneth MacLeod betont, dass früher Cashflow helfen solle, die mexikanischen Goldassets weiterzuentwickeln und zugleich Verwässerung für Aktionäre möglichst zu vermeiden.
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