
Freeport-McMoRan profitiert von Gold- und Kupferrallye
Die seit Monaten anhaltende Edelmetall-Rallye beschert nicht nur vielen Anlegerinnen und Anlegern hohe Gewinne, auch die Förderer profitieren von den steigenden Kursen bei Gold, Silber, Kupfer und Co.
Wie sehr sich die gegenüber dem Vorjahreszeitraum stark gestiegenen Preise in den Unternehmensbilanzen niederschlagen, hat mit seinen Quartalszahlen am Donnerstag Freeport-McMoRan bewiesen.
Der Konzern ist knapp vor BHP der weltweit größte Kupferhersteller und fördert nebenbei eine nicht zu vernachlässigende Menge an Gold (Goldkurs). Das hat jetzt zu einem rekordverdächtigen Ertragsergebnis geführt.
Fördermenge bricht, ein Umsatzergebnis überrascht dennoch
Gegenüber dem Vorjahresquartal sanken die Erlöse aufgrund von Produktionsausfällen nach einem schwerwiegenden Dammbruch in der Grasberg-Mine (Indonesien) um 1,6 Prozent auf 5,63 Milliarden US-Dollar. Damit konnten die Erwartungen allerdings um 280 Millionen US-Dollar übertroffen werden.
Die um 38,5 Prozent gesunkene Kupferproduktion sowie die sogar um 85,0 Prozent eingebrochene Menge geförderten Goldes konnten durch einen Mix aus gestiegenen Verkaufspreisen und höheren Absatzmengen wettgemacht werden. Auch eine um 13,6 Prozent höhere Fördermenge des Legierungsmetalls Molybdän stabilisierten das Ergebnis.
Nettogewinn explodiert aller Schwierigkeiten zum Trotz
Auch beim Gewinn überraschte Freeport-McMoRan (Freeport-McMoRan Aktie) positiv. Während Expertinnen und Experten pro Aktie lediglich auf 0,32 US-Dollar getippt hatten, legte das Unternehmen ein um 15 Cent höheres Ertragsergebnis von 0,47 US-Dollar vor. Damit konnte das Vorjahresergebnis von 0,31 US-Dollar um rund 50 Prozent übertroffen werden.
Der auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallende Nettogewinn landete bei 406 Millionen US-Dollar – und damit deutlich über dem Vorjahresergebnis von 274 Millionen US-Dollar. Auch mit Blick auf das Gesamtjahr konnte sich Freeport-McMoRan steigern. Nach 1,89 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2024 wurde nun ein Nettogewinn in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar erzielt.
Grasberg soll wieder anlaufen, Produktionsziele überzeugen
Für das Geschäftsjahr 2026 hat das Management eine teilweise Wiederaufnahme der Produktion in der Grasberg-Mine in Aussicht gestellt. Bis zur zweiten Jahreshälfte sollen hier täglich wieder 100.000 Tonnen Material abgebaut werden. In zwei weiteren Blöcken ist erst im kommenden Jahr mit einem Produktionsneustart zu rechnen.
Ungeachtet der großen Herausforderungen zeigte sich Freeport-McMoRan zuversichtlich und stellte für das Gesamtjahr eine Verkaufsmenge von 3,4 Millionen Pfund Kupfer in Aussicht. Das wären nur 200.000 weniger als im vergangenen Jahr. Bei Gold wird ein Rückgang der Verkaufsmenge auf 0,8 Millionen Unzen erwartet. Erst 2027 sollen mit 1,2 Millionen Unzen die 1,07 Millionen aus 2025 wieder übertroffen werden.

Ertragsstärke wird honoriert, Aktie mit leichten Zugewinnen
Anlegerinnen und Anleger scheinen mit dem Quartalsergebnis zufrieden. Die Aktie startete am Donnerstagnachmittag mit einem Plus von knapp 1,5 Prozent und einem Kurs von 61,50 US-Dollar in den Handel. Damit liegt Freeport-McMoRan weiter im steilen Aufwärtstrendkanal der vergangenen Wochen.
Erst vor kurzem war es der Aktie gelungen, den mehrjährigen Widerstandsbereich zwischen 50 und 52,50 US-Dollar zu knacken. Gegenwärtig läuft damit eine Anschlussrallye, die sich mit Blick auf RSI und MACD auf jede Menge Rückenwind stützen kann. Im RSI ist es allerdings zu ersten bearishen Divergenzen gekommen. Das könnte auf einen Rücksetzer in den kommenden Tagen und Wochen hindeuten.
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Fazit: Bewertung erstmal ausgereizt
Aus einer Bewertungsperspektive ist die Aktie nach einer Rallye von rund 50 Prozent in den vergangenen 12 Monaten nicht mehr allzu attraktiv. Für 2026 steht bereits ein KGVe von 24,1 zu Buche, das liegt um rund 20 Prozent über dem 5-Jahres-Mittel. Gegenüber dem Branchendurchschnitt von 18,9 handelt Freeport-McMoRan mit einem Aufschlag von 27,5 Prozent. Dieses Bild setzt sich bei vielen anderen Kennziffern fort.
Für einen Neueinstieg besteht der aktuell keinen Anlass, sofern Gold, Kupfer und Co. nicht noch höher steigen. Wer hier bereits vertreten ist, sollte über Gewinnmitnahmen nachdenken und gegebenenfalls in günstiger bewertete Titel umschichten. Dazu gehören im Bereich Kupfer Rio Tinto, während im Goldbergbau B2Gold noch attraktiv erscheint.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross