Zum Insolvenzantrag von Grundig:


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 480 / Heute: 1
BRAD PIT:

Zum Insolvenzantrag von Grundig:

 
14.04.03 13:25
Elektronik-Hersteller Grundig stellt Insolvenzantrag  14.04 2003
13:20:49

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Nach gescheiterten Rettungsbemühungen steht der traditionsreiche Elektronik-Konzern Grundig vorerst vor dem Aus. Das überschuldete Unternehmen habe am Montagmorgen beim Amtsgericht Nürnberg einen vorläufigen Insolvenzantrag gestellt, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Ein Justiz-Sprecher bestätigte den Eingang. Über den vorläufigen Insolvenzantrag muss der Insolvenzverwalter, der Nürnberger Anwalt Siegfried Beck, bis zum 19. Mai entscheiden.

Grundigsprecher Holm Kilbert wollte zu dem Insolvenz-Antrag zunächst keine Stellungnahme abgeben. Erst einmal müsse am Mittag die Belegschaft in einer Betriebsversammlung über die neue Lage informiert werden, sagte Kilbert. Der erst in der Vorwoche bestellte neue Vorstandssprecher Eberhard Braun wollte am Nachmittag die Medien über die weitere Entwicklung des zahlungsunfähigen Unternehmens informieren. VERZICHT AUF INSOLVENZ IN EIGENVERWALTUNG

Irritationen löste am Montag der Umstand aus, dass Grundig zunächst auf die Beantragung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung verzichtete. Der Firmen-Sprecher hatte in den vergangenen Tagen wiederholt eine solche Möglichkeit angedeutet. Ein Nürnberger Justizsprecher sagte, Grundig habe auch noch nach Abschluss der Insolvenz-Prüfung die Möglichkeit, ein Insolvenz- Verfahren in Eigenregie zu beantragen. Dabei werde der Vorstand zwar von einem Sachwalter kontrolliert. Er habe aber größeren Spielraum im Tagesgeschäft.

Die Einleitung eines Insolvenzverfahrens war unausweichlich geworden, nachdem die Suche nach einem finanzkräftigen Investor endgültig gescheitert war. Anfang vergangener Woche hatte der türkische Elektronikkonzern Beko eine Übernahme von Grundig abgelehnt. Die Verhandlungen waren nach Informationen aus Firmenkreisen an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert. SUCHE NACH INVESTOR BLIEB ERFOLGLOS

Einen schweren Rückschlag hatte die Suche nach einem finanzkräftigen Investor bereits Anfang März erlitten. Rund drei Monate nach einer Grundsatzvereinbarung widerrief der taiwanesische Elektronikkonzern Sampo seine Übernahme-Absicht. Auch hier hatten dem Vernehmen nach finanzielle Unstimmigkeiten eine Rolle gespielt. Zusätzlich belastet hätten die Gespräche auch die unklare Zukunft des Grundig-Fernsehgeräte Werks in Wien.

Der mehr als ein halbes Jahrhundert Jahre alte Nürnberger Elektronik-Hersteller ist nach immer neuen Verlusten seit Ende der 90er Jahre immer tiefer in eine Liquiditätskrise gerutscht. Unter strengen Sanierungsauflagen, wie der Verlagerung des Nürnberger Fernsehgeräte-Werks nach Wien, hatten die Banken mehrmals die Kreditlinien verlängert. Zuletzt hatten die Banken ihre Hoffnung auf einen kapitalkräftigen Investor gesetzt.

Für 2002 erwartete die Grundig AG bei einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro einen Verlust von 75 Millionen Euro. Grundig beschäftigt noch rund 2800 Mitarbeiter, davon 1300 in Deutschland. Hinzu kommen rund 1000 Beschäftigte im Fernsehgerätewerk Wien, das an den österreichischen Industriellen Mirko Kovats verkauft werden sollte. Diese Übernahme war wiederum im Zuge der Beko- Verhandlungen geplatzt./kt/DP/af


Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--