Ich versuche ja immer, eure Ideen und damit auch eure Anlagestrategien nachzuvollziehen. Oft gelingt mir das ja auch, aber beim Gold habe ich tatsächlich Schwierigkeiten und kann ein Investment darin nicht nachvollziehen. Denn was ist das Ziel dabei? Ist Gold „tatsächlich“ so „wertvoll“? Und bleibt es so? Ich habe da meine Zweifel.
Fakten, die offensichtlich sind: Gold ist ein sehr edles Metall, das für vielfältige Zwecke nutzbar ist; es ist selten und schon seit vielen Jahrhunderten als „Wertanlage“ „im Gebrauch“. Genau so offensichtlich ist aber auch: Das reine Gold bringt keinerlei Erträge, man kann es nicht essen und nicht drin wohnen, es „arbeitet“ also nicht – ganz im Gegensatz z. B. zu verzinslichen Papieren oder Sachinvestitionen in Gewinn-erzielende Unternehmen.
Mir ist bekannt, dass Gold ein „Krisen-Investment“ ist und dass der Gold-Preis sogar in gewissem Maß ein Indikator für die globale Krisen-Intensität ist. In diesem Sinne ist klar, dass der Wert des Goldes im Gegensatz zu Währungen keinerlei direktem Kaufkraftverlust-Risiko unterliegt Es geht also in Krisen nicht „kaputt“. Aber wenn ich Angst davor habe, dass meine „normalen“ Investments (z. B. Währungen oder Unternehmen) kaputtgehen, dann bedeutet das doch, dass ich mit einer dementsprechenden „Krise“ in überschaubarer zeitlicher Nähe „rechne“. Müsste man dann nicht so konsequent sein, und „komplett“ aussteigen (aus Aktien, Immobilien, Anleihen) und stattdessen alles nur in „Grund und Boden“ investieren? Der Vorteil dabei ist doch, dass man dafür sogar eine (relativ geringe) Rendite erhält.
Beim Gold gibt es derzeit sogar 2 große „Hauptrisiken“:
Auf dem Weltmarkt wird der Kauf des Goldes in USD abgerechnet. Für unseren EUR erhält man derzeit (und schon seit über 10 Jahren) nicht besonders viele USD – und damit auch nicht so viel Gold. (Die „Kaufkraft“ des EUR, gemessen in USD, war natürlich auch schon deutlich schlechter.) Wenn der USD als „Leitwährung“ abstürzt, so ist es m. M. n. alles andere als sicher, dass dann das Gold mit „akzeptablem“ Kurs in unsere Heimatwährung zurückgetauscht werden kann. Dieses Risiko ist bei Gold fundamental und immer vorhanden. So müsste – zumindest theoretisch – der Wert des Goldes, gemessen in EUR, sinken, wenn der USD an Wert verliert. Strengenommen hat man beim Gold-Invest immer ein Währungsrisko in USD – zumindest solange es den USD noch gibt.
Das 2. große Hauptrisiko ist der derzeitige Goldpreis: Noch im Juni 2024, also vor nur 19 Monaten, lag der Goldpreis bei der Hälfte des heutigen Wertes. Überraschenderweise habe ich trotzdem in jüngerer Zeit noch nirgendwo den Begriff „Goldpreis-Blase“ gehört. Nach meinen Erfahrungen kommt – unabhängig vom Gut, um das es geht – nach solchen exorbitanten vermeintlichen Wert-Anstiegen „immer“ ein Absturz, nur der Termin ist leider nicht vorhersehbar – und Gründe oder Anlässe für solche Ereignisse finden sich immer wieder. Wenn z. B. ein „Herr Trump“ oder ein „Herr Putin“ plötzlich versterben würden, so wäre dies m. M. n. auch mit einem drastischen Absturz des Goldpreises verbunden. Und so jung sind ja beide nicht mehr.
Also wenn man Gold kauft, warum gerade jetzt?