Also, entweder möchtest du dir „die Welt“ schönrechnen oder du machst tatsächlich 2 erhebliche Denk- bzw. Rechenfehler:
Betrachten wir bzgl. der Inflation z. B. deine Altersvorsorge, aber auch jede beliebige größere Investition, für die du vorher ansparen musst: Selbst wenn wir nur 2% Inflation PRO JAHR hätten, dann wären die Preise nach 10 Jahren um fast 22% gestiegen (Zinseszinseffekt). Bei 3% Inflation p. a. beträgt die Preissteigerung nach 10 Jahren sogar über 34%.
Noch viel schlimmer ist es bei den Rentenversicherungsbeiträgen: Die Beiträge werden JETZT von deinen „Gehaltszahlungen“ abgezogen; wenn wir von 40 Beitragsjahren ausgehen, dann steht dir „dein“ Geld im Mittel erst 20 Jahre nach der Einzahlung wieder zur Vefügung. In 20 Jahren sind die Preise aber bei 2% Inflation um über 48% und bei 3% Inflation sogar um über 80% gestiegen.
Ergo: Dieses System KANN keinen „Gewinn“ bringen, es ist auch keine „Vorsorge“, denn ein großer Teil des eingezahlten Geldes, gemessen an der Kaufkraft, ist leider unwiederbringlich verloren.
Man kann und darf also die Problematik der Inflation (der Begriff Geldentwertung ist übrigens viel transparenter) gerade bei langfristigen „Projekten“ nicht ignorieren – sie ist vielmehr der Haupt-Einflussfaktor.
Zu den Steuern: Selbstverständlich sind Steuern grundsätzlich erforderlich und „richtig“. Nur verkennst du die tatsächliche Höhe deiner Steuerzahlungen. Erst bei vollständiger Betrachtung stelltst du fest, wie schlecht die „öffentliche Hand“ mit unserem Geld umgeht.
Eine einfache Beispielrechnung für den „tatsächlichen“ Steuersatz am Beispiel von 100 EUR sog. Brutto-Gehalt:
100,00 EUR Brutto-Gehalt vor Steuern
+20,00 EUR SV-Beitrag des Arbeitgebers (AG)
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120,00 EUR „echter“ Lohn des Arbeitnehmers (AN) (also der Wert, den deine Arbeitskraft mindestes erwirtschaften müsste, damit dein AG keinen Verlust macht)
- 40,00 EUR Gesatz-SV-Beitrag (AN+AG)
- 20,00 EUR Lohnsteuer (angenommener Steuersatz 20% auf 100 EUR zu versteuerndem Einkommmen)
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60,00 EUR sog. Netto-Einkommen (was dir ausgezahlt wird)
Auf jedes Produkt, was du davon kaufst, zahlst du im Schnitt mind. 19% Steuern (z. B. MwST, aber auch deutlich höhere Mineralöl- und sonstige Steuern, dafür bei Lebensmitteln z. T. etwas weniger)
- 9,58 EUR MWSt (60 EUR „Endpreis“ = 50,42 EUR netto + 9,58 EUR Steuern)
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50,42 EUR „echte Kaufkraft“
Damit sind wir bei einer „echten“ Steuer- und Abgabenquote von 1- (50,42 / 120) = 0,58 = 58%; es verbleiben dir also tatächlich nur 42%. Hierbei habe ich schon einen sehr niederigen EkSt-Satz von 20% angenommen.
All das wäre tatsächlich gar nicht so schlimm, wenn die öffentliche Hand mit diesem Geld der Bürger verantwortungsvoll umgehen würde - aber bekannlich ist das leider nicht der Fall.