ASML trotzt früheren Warnungen und kündigt starkes Umsatzwachstum an
Noch im Herbst 2025 hatte ASML-CEO Christophe Fouquet die Märkte auf ein Jahr mit stagnierenden Umsätzen eingestimmt. Nur wenige Monate später präsentiert sich ein anderes Bild: Europas wertvollster Konzern rechnet für 2026 mit einem Umsatzwachstum von mindestens vier Prozent, im Bestfall sogar mit einem Plus von 20 Prozent. Das treibt nicht nur den Aktienkurs, sondern auch die Erwartungen an die Halbleiterbranche insgesamt.
Getrieben wird diese Entwicklung maßgeblich durch die hohe Nachfrage nach Hochleistungschips für Künstliche Intelligenz (KI). Insbesondere Großkunden wie Nvidia (Nvidia Aktie), AMD und TSMC benötigen ASMLs hochspezialisierte Lithografie-Anlagen für die Fertigung von Chips mit Strukturgrößen unter sieben Nanometern. Diese Maschinen sind essenziell für die Herstellung der fortschrittlichsten KI-Prozessoren weltweit.
Auftragsvolumen auf Rekordniveau
Im vierten Quartal 2025 erzielte ASML mit einen Auftragseingang von 13,2 Milliarden Euro einen fast doppelt so hohen Wert wie im Vorjahreszeitraum. Noch beeindruckender: Analysten hatten mit etwa der Hälfte dieses Wertes gerechnet. Parallel dazu stieg der Umsatz auf 9,7 Milliarden Euro, ein Plus von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn legte ebenfalls um fünf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zu. Auch die Bruttomarge konnte von 51,6 auf 52,2 Prozent verbessert werden.
Für das erste Quartal 2026 gibt sich das Unternehmen ebenfalls optimistisch: Der Umsatz soll zwischen 8,2 und 8,9 Milliarden Euro liegen, bei einer Bruttomarge von 51 bis 53 Prozent. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz zwischen 34 und 39 Milliarden Euro angepeilt. Im Jahr 2025 hatte ASML noch 32,7 Milliarden Euro umgesetzt und einen Gewinn von 9,6 Milliarden Euro erzielt.


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ASML bleibt technologisch einzigartig
ASML ist aktuell der weltweit einzige Anbieter sogenannter EUV-Lithografiesysteme (Extreme Ultraviolet Lithography). Diese Technologie ermöglicht die Herstellung extrem kleiner Chipstrukturen, welche eine Voraussetzung für die moderne KI- und Cloud-Computing-Hardware sind. Entsprechend eng ist die Zusammenarbeit mit TSMC, dem weltweit größten Auftragsfertiger für Halbleiter.
TSMC selbst hatte Mitte Januar 2026 Investitionspläne in Höhe von 52 bis 56 Milliarden US-Dollar angekündigt. Auch das war wieder ein neuer Rekord. Damit sollen vor allem Kapazitäten zur Fertigung fortschrittlicher KI-Chips für Kunden wie Nvidia und AMD geschaffen werden. Der TSMC-Gewinn stieg bei einem Umsatzplus von über 20 Prozent im vierten Quartal um 35 Prozent auf umgerechnet 13,7 Milliarden Euro.
KI treibt strukturelle Veränderungen
Die deutlich verbesserten Geschäftsaussichten basieren laut CEO Fouquet auf einem nachhaltigen Nachfrageschub im Zuge des KI-Booms. „In den vergangenen Monaten haben viele unserer Kunden eine deutlich positivere Einschätzung der mittelfristigen Marktsituation geäußert“, so Fouquet. Das Vertrauen in die langfristige Bedeutung von KI-Technologien scheint sich zunehmend auch in konkreten Investitionen der Kunden niederzuschlagen.
Trotz der glänzenden Zahlen plant ASML allerdings, rund 1700 Stellen zu streichen. Dies entspricht etwa vier Prozent der weltweiten Belegschaft von 43.000 Mitarbeitenden. Betroffen sind vor allem Positionen in den Bereichen Entwicklung und IT, primär in den Niederlanden, teilweise auch in den USA. Ziel sei es laut Finanzchef Roger Dassen, interne Prozesse zu vereinfachen und Entscheidungswege zu beschleunigen. „Ingenieure sollen wieder Ingenieure sein können“, fasste Dassen zusammen.
Die Führungsebene ist von den Umstrukturierungen besonders betroffen. ASML will damit auf die Komplexität seiner Organisation reagieren, die durch das rasante Wachstum in den letzten Jahren zugenommen hat.
Geopolitische Herausforderungen bleiben bestehen
Trotz der aktuellen Erfolge bleiben die geopolitischen Rahmenbedingungen angespannt. Die Exportbeschränkungen der USA für Hochtechnologie nach China treffen auch ASML. Der Konzern darf seine modernsten EUV-Systeme nicht an chinesische Kunden liefern. Stattdessen werden dort ältere Lithografieanlagen stärker nachgefragt. Im dritten Quartal 2025 hatte dies noch zu einer Dämpfung der Geschäftsentwicklung geführt.
Ein nachhaltiger Umsatzschub aus China ist unter den aktuellen Bedingungen unwahrscheinlich. Dennoch scheint ASML durch die starke Nachfrage aus den USA, Europa und vor allem Taiwan gut positioniert zu sein, um diese Einschränkungen zu kompensieren.
Aktienrückkaufprogramm soll Vertrauen stärken
Als zusätzliches Signal der Stärke kündigte ASML an, bis Ende 2028 eigene Aktien im Wert von bis zu 12 Milliarden Euro zurückzukaufen. Dies soll nicht nur den Aktionärswert steigern, sondern auch die eigene Marktposition weiter festigen. Am Tag der Bekanntgabe der Quartalszahlen legte die Aktie auf der Plattform Tradegate um knapp neun Prozent zu.
Rückblickend zeigt sich: Trotz eines schwierigen Marktumfelds, geopolitischer Unsicherheiten und interner Restrukturierungen gelingt es ASML, Wachstum, Profitabilität und technologische Führungsposition zu behaupten. Die Nachfrage nach KI-Technologie dürfte das Unternehmen auch in den kommenden Jahren weiter tragen. Es gilt jedoch zu beachten, dass bei einem KGV von 37 bereits eine Menge Euphorie eingepreist zu sein scheint.