Drückerbande in Aktion
Sie denken, es läuft derzeit gut für das Gold. Denn es wurde trotz erbitterter Gegenwehr des Gold Kartells die Marke von $1.300 erreicht. Dann schauen Sie einmal genauer hin: Gold notierte heute gegen 18:00 Uhr MEZ mit $1.296,10 um nominal $3,60 höher als zum Schluss des New Yorker Access Markts am Donnerstag. Aber schaut man auf den Euro-Goldpreis, dann steht das gelbe Metall nur noch bei €961,87 – das ist ein Rückgang um €9,44 oder fast einen Prozent.
Noch besser ist ein prüfender Blick über die Auflistung der Bestandteile des heutigen Goldpreis-Verlaufs. Da heißt es unter kitco.com: Gold Price Change due to Weakening of US Dollar: +12.60. Das heißt nichts anderes, als dass Gold heute nur wegen der Entwicklung des US-Dollars um $12,60 hätte steigen müssen. Also müsste Gold bei $1.305,10 stehen. Die restlichen $9,00 stellen den vom Gold Kartell durch die heutige Goldpreis-Drückung verursachten Schaden dar. Kitco bezeichnet das als Gold Price Change due to Predominant Selling: -9.00. Nun, die Eurogold-Investoren sahen heute sogar einen in ihrer Währung relevanten Rückgang von $12,72. Der berechnet sich aus dem Rückgang von Euro-Gold multipliziert mit dem Dollar/Euro-Kurs von $1,3472. Wenn ein Tagesverlust von $13 kein Hinweis auf massive Drückungs-Bemühungen im Hintergrund sind, was denn dann?
Derweil überschüttet uns die sonst so goldignorante Systempresse mit Hurra-Artikeln über Gold und Silber: PRICE ACTION MAKES MARKET COMMENTARY. Dabei übersehen die Redakteure, dass Euro-Gold mit €960 zuletzt Ende der KW32 so schwach notierte. Ende letzter Woche (KW37) waren es noch €975, eine Woche zuvor knapp €982.
Was schließen wir daraus: Die Journaille hat überhaupt gar keinen konkreten Investment-Bezug zu Gold und Silber. Denn wenn bei den Lohnschreiberlingen überhaupt etwas Geld am Ende des Monats übrigbleiben sollte, dann landet dieses Geld sicherlich nicht in Gold- und Silbermünzen. Denn jemand, der ernsthaft in diesen Anlageklassen investiert ist, würde differenzierter über die derzeitige Entwicklung an den Edelmetall-Märkten berichten.
Bei vielen Leuten ist Gold zwar schon hypothetisch angekommen, aber nicht praktisch. Und wo in Wirklichkeit nichts gekauft wird, da kann sich auch keine Blase entwickeln – höchstens als Gehirnfurz. Und so bleibt es nicht aus, dass demnächst dieselben Gold-Optimisten der schreibenden Zunft wieder die größten Gold-Abrater sein werden, wenn es einmal wieder südwärts gehen sollte.
So konditioniert man die Bürger, ja nicht in Gold und Silber zu investieren. Man schreibt positiv über die Metalle in dem Wissen, dass die Investoren sowieso nicht kaufen werden. Und geht es dann wieder einmal abwärts, dann werden diese Nicht-Investoren in ihrem Glauben bestärkt, dass es doch besser gewesen sei, nicht zu kaufen. So geht dann die seit dem Jahr 2005 für Euro-Inhaber merkbare Gold-Hausse spurlos vorbei.
Zur heutigen Marktentwicklung sei zusätzlich angemerkt, dass die Bank of Japan (BoJ) anscheinend heute erfolglos versucht hat, zu Gunsten des US-Dollars am Devisenmarkt einzugreifen. Nach einem anfänglichen Erfolg dieser Aktion verfiel der US-Dollar wieder auf Wert, den er vor der Intervention hatte.
Das Abhandekommen weiterer Repräsentanten der Wirtschaftselite der Obama-Administration war sicherlich auch nicht positiv für die weitere Entwicklung des US-Dollars. Auch der anstehende Handels-Konflikt mit China wirkt augenscheinlich nicht positiv für den US-Dollar.
Aber trotzdem steigt der Dow Jones Aktienindex um 200 Punkte. Das ist ein verlässliches Zeichen dafür, dass die heutige Entwicklung rein durch Überflutung der Märkte mit Liquidität hervorgerufen wurde.
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"Heute geht es uns schlechter als gestern, aber besser als morgen!"
"In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat!" (George Orwell)