Du schreibst:
>>Der Euro war Bedingung für die Deutsche Einheit, weil F und GB Angst vor einer absolut dominierenden Wirtschaftsmacht hatten. Dass die DDR pleite war wußte niemand, es war auf dem"Papier" die 8. größte Wirtschaft der Erde, die mit der 3. größten vereinigt werden sollte.<<<
Also da liegen schon zehn Jahre dazwischen. Dass F den Euro, d'accord, :-)
>>Dann kamen die Ökonomen ins Spiel und standen vor einem nicht lösbaren Problem, eine Währung für unterschiedliche Nationalstaaten. Da die wirklich Ahnung davon hatten was sie tun, haben sie den Maastricht Vertrag entworfen. Der Masstricht Vertrag ist so gestaltet, dass dieses unlösbare Problem gelöst wird, also eine politische Einheit erzwungen wird. Das hat die Politik erst nicht verstanden und als das Verständnis kam, wurden die Bedingungen ausgehebelt.<<
Ein nicht erfüllbaren Vertrag darf ich nicht schließen. Die Parlamente mussten zustimmen. Wenn das nicht sauber läuft, wird die Demokratie verletzt.
>>Ganz einfach: 60% relative BIP Verschuldung, max. 3 % Neuverschuldung und NO Bailout Klausel ist für unterschiedliche Nationalstaaten mit Produktivitäten usw. nicht dauerhaft zu erfüllen. Die Staaten, die es nicht erfüllen können müssen sich zwangsläufig den "starken" Staaten anpassen, was in der Konsequenz in vielen Bereichen insbesondere Steuerpolitk, Finanzpolizik, Sozialpolitik usw. eine politische Union bedeutet hätte.<<
Ja, mag sein. Aber es gab ja die Möglichkeit, Staaten vorübergehend zu entlasten. Das ist auch passiert. Nein, es waren nicht nur Zwänge. Griechenland hat z.B. Zahlen manipuliert, Daten vertuscht und die EU-Kommission hat zugesehen. Obwohl sie die Kriterien zu überwachen hatte. Das ist Fakt.
>> Und am diesem Weg stehen wir immer noch. Es ist eine Illusion, dass Nationalstaaten den Maastrichtvertrag dauerhaft erfüllen können, das ist ökonomisch nicht möglich. Das ist eigentlich mein Vorwurf an die Politik, dass einfache Menschen brutal getäuscht werden und somit auch "politische Kräfte an den Rändern" gestärkt werden.<<
Eben, und das schadet der Demokratie.
>>Es wurde suggeriert, eigentlich kann alles so bleiben nur den Maastrichtvertrag halten wir in Zukunft ein. Das funktioniert nicht undwird neimals funktionieren. Es kann funktionieren, wenn sich GR, PT, Spanien, Italien usw. quasi der deutschen Lohnstückkosten (Produktivität) über massive Refromen oder extreme Lohnverzichte anpassen. Genau das dann in vielen Bereichen eine politische Union. <<
Das wird nichts. Es sind unterschiedliche Kulturen. Ich will auch gar nicht, dass Italiener so ticken wie Deutsche oder umgekehrt. Europa ist durch Vielfalt spannend, nicht durch den EU-Einheitsbrei.
Und nochwas: Über die EU kam auch viel US-Bankrecht nach Europa. Z.B. dieses ABS-Zeug. Ich bin für Europa, ein Fan Italiens, ich arbeite viel mit Spaniern zusammen. Ich will auch ein "Dach Europa", aber für die Vereinigten Staaten von Europa ist es viel zu früh.
Und dieses Geschwätz in Brüssel in Sachen Ukraine war nicht dem Frieden förderlich. Damit unterstütze ich nicht Putin, aber Russland so auf die Bude zu rücken, das war dumm und ein Fehler.
Die Leute verstehen nicht alles, aber bemerken genau, dass etwas schief läuft. Wenn das so ist, darf man nicht immer mehr Kohlen nachschütten. Wir können froh sein, wenn wir (was ich glaube) Schritt für Schritt den Zustand in Europa festigen.
Schönen Sonntag