Fed garantiert billiges Geld bis Ende 2014
Historische Entscheidungen bei der US-Notenbank in Washington: Die Fed will ihre Nullzinspolitik für weitere knapp drei Jahre beibehalten - und damit deutlich länger als auf dem Finanzmärkten erwartet. Vor Ende 2014 sei wegen der konjunkturellen Malaise der Vereinigten Staaten wahrscheinlich nicht mit einer Erhöhung des aktuell bei 0 bis 0,25 liegenden Leitzinses zu rechnen, teilte die Federal Reserve heute nach einer Sitzung des für die Geldpolitik zuständigen Offenmarktausschusses mit.
Fed-Chef Ben Bernanke betonte jedoch, die Fed wolle „kein bedingungsloses Versprechen“ abgeben, wie lange sie den Leitzins tatsächlich noch so niedrig halten werde. Er sagte, sollte sich der Arbeitsmarkt nicht wie erhofft erholen und die Inflationsrate niedriger als von den Notenbankern gewünscht ausfallen, sei die Zentralbank bereit, ihre Geldpolitik weiter zu lockern.
Wachstumsprognose gesenkt
Das hänge davon ab, wie schnell die Konjunktur wieder rundlaufe. Und selbst wenn sich die Konjunktur leicht bessern würde, wären die aktuell niedrigen Zinsen seiner Ansicht nach weiterhin sinnvoll. Auch weitere Anleihenkäufe seien denkbar, sollte die Erholung zu lange dauern. Der Dollar gab wegen der Aussicht auf weitere Jahre mit sehr niedrigen Zinsen zum Euro nach, während die Kurse von US-Staatsanleihen und die Aktiennotierungen an der Wall Street etwas zulegten.
Die Fed äußerte sich trotz einiger zuletzt überraschend gut ausgefallenen Konjunkturdaten weiterhin pessimistisch zu Lage und Perspektiven der US-Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit sei ungeachtet jüngster Anzeichen einer Verbesserung weiterhin viel zu hoch. Unter anderem wegen der Schuldenkrise im Euro-Raum senkte die US-Notenbank ihre Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft in diesem und im nächsten Jahr. Für heuer erwartet die Fed nun ein BIP-Plus von 2,2 bis 2,7 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im November.
Erstmals Inflationsziel genannt
Zusätzlich zu den anderen Neuerungen veröffentlichte die Fed in einem historischen Schritt zum allerersten Mal in ihrer fast 100-jährigen Geschichte ein Inflationsziel, wie es andere Notenbanken wie die Europäische Zentralbank(EZB) oder die Bank von England längst haben: Auch die Federal Reserve peilt nun langfristig eine maximale Steigerung der Preise um zwei Prozent an, ähnlich wie die EZB.
Allerdings könne es durchaus Gründe geben, höhere Inflationsraten zuzulassen, sagte Bernanke mit Blick auf die übergeordneten Ziele der Fed. Diese soll im Gegensatz etwa zur EZB nicht nur auf stabile Preise achten, sondern auch für Wirtschaftswachstum und möglichst Vollbeschäftigung sorgen.
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