Rohstoffe von Welt.de Artikel vom 01.12.2010
http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/...-loest-Preisrallye-aus.htmlSchulden-Panik der Anleger löst Preisrallye aus
Die Angst der Anleger vor der Eurokrise hat den Goldpreis auf ein neues
Rekordhoch getrieben.
Auch Kupfer und Palladium werden teurer.
Der in Euro zu zahlende Goldpreis hat erneut ein Rekordhoch markiert.
Für die Feinunze wurden in der Spitze 1070,11 Euro gezahlt und damit rund vier
Euro mehr als im späten Vortagesgeschäft.
Auch Briten, die für Gold in der Landeswährung zahlen,
mussten für eine Feinunze so viel hinlegen wie noch nie.
Gefragt blieb das Edelmetall als sicherer Hafen in der Schuldenkrise;
gekauft wurden besonders gern Barren und Gold-Futures.
In der Weltleitwährung gerechnet kostete die Feinunze 1395 Dollar und damit
rund zehn Dollar mehr.
Auch Palladium zog an,
die Feinunze wurde um 711 Dollar gehandelt und damit 15 Dollar teurer als im
späten Vortagesgeschäft.
Analysten gehen davon aus, dass das Angebot schon bald den Bedarf nicht mehr
decken kann.
Jochen Hitzfeld von der UniCredit verwies darauf,
dass schon im Mai der russische Minenkonzern Norilsk Nickel mitgeteilt hatte,
dass die staatlichen russischen Lagerbestände erschöpft sein dürften.
Damit gehe ein wichtiger Produktionsstandort verloren,
der Palladium-Preis werde im kommenden Jahr wohl bis auf 750 Dollar anziehen.
Palladium ist etwas härter als Platin,
lässt sich gut schmieden und wie Gold zu dünnen Folien auswälzen.
Das Edelmetall dient in Brennstoffzellen als Elektrodenmaterial und in
Wasserstoffautos als Speichermaterial für den Wasserstoff.
Zuversichtlich stimmende Konjunkturdaten aus China sowie sinkende Vorräte,
in den USA trieben unterdessen den Ölpreis an.
Das Barrel der US-Sorte WTI verteuerte sich um 1,30 auf 85,41 Dollar.
Die Nordseesorte Brent kostete 87,32 Dollar und damit 1,40 Dollar mehr.
Steigende Öl-Nachfrage treibt Spritpreis
Die steigende Nachfrage nach Heizöl trieb pünktlich zum Wintereinbruch,
den Preis für Diesel an deutschen Tankstellen auf Rekordhöhe.
Mit durchschnittlich 1,29 Euro je Liter war der vergangene Freitag,
der bislang teuerste Tag des Jahres,
wie ADAC-Sprecher Andreas Hölzl sagte.
Super kletterte zugleich auf ein Monatshoch von 1,45 Euro,
und blieb damit knapp unter seinem Rekordwert von 1,47 Euro Ende April.
Noch nie sei Benzin teurer gewesen als in diesem Jahr –
im Durchschnitt hätten die freien und Markentankstellen bisher
13 Cent mehr verlangt als 2009, sagte Hölzl.
Wie üblich gab der Spritpreis nach dem Wochenende zwar etwas nach.
Aber im Wochenvergleich stieg er seit Dienstag vergangener Woche um drei Cent,
wie der ADAC mitteilte. Damit sei der Benzinpreis dem Rohölpreis gefolgt,
der mit einem erneuten Sprung auf 86 Dollar pro Fass nur noch knapp unter
seinem Jahreshoch von Anfang November liege, erklärte Hölzl.
Für Super verlangten die deutschen Tankstellen jetzt im
Durchschnitt 1,43 Euro, für Diesel 1,26 Euro.
Auch Kupfer verteuerte sich weiter.
Die Tonne des Industriemetalls kostete 8480 Dollar und damit 120 Dollar
mehr als im späten Geschäft am Dienstag.
Analysten gehen davon aus, dass der Preis auch langfristig weiter anzieht.
In den kommenden Monaten könnte es zu einem Versorgungsengpass kommen,
warnen sie.
In den größtenteils schon weit ausgebeuteten Kupferminen sinke der Erzgehalt,
und die nächste große Mine werde nicht vor 2014 eröffnet,
rechnete UniCredit-Analyst Hitzfeld vor.
Reuters/dapd/cat