Welche Anlagen profitieren und welche verlieren

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Welche Anlagen profitieren und welche verlieren Brummer

Welche Anlagen profitieren und welche verlieren

 
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Kapitalerträge: Welche Anlagen profitieren und welche verlieren
von Robert Kracht
[22.01.02 14:00]  

  Beim Blick auf den alljährlichen Depotauszug stellen sich Anleger stets die gleiche Frage: Soll ich den Mix aus Aktien, Anleihen und anderen Wertpapieren beibehalten, oder ist ein Strategiewechsel nötig?  
 

Bei dieser Entscheidung schauen Investoren meist nur auf die erhoffte Bruttorendite der einzelnen Anlagen. Doch gerade jetzt sollte die Rechnung nur zusammen mit dem Finanzamt aufgemacht werden, denn im Jahr 2002 schlägt die Steuerreform voll auf den privaten Anleger durch: Halbierte Abgaben für Aktionäre und schlechtere Möglichkeiten für Anleihenbesitzer geben die steuerliche Anlagestrategie für die Zukunft vor. Wer die neuen Vorschriften missachtet und auch die ab 2003 sinkenden Steuersätze nicht einkalkuliert, verschenkt einen Großteil seiner Rendite ans Finanzamt.

Capital stellt die 20 gängigsten Geldanlagen auf den steuerlichen Prüfstand und listet die Auf- und Absteiger mit ihren Plus- und Minuspunkten für die nächsten Jahre auf. Damit erhalten Anleger einen Bauplan für ein Steuerspardepot, das je nach persönlicher Situation unterschiedlich zusammengesetzt sein kann. Wir nennen hier drei Anlageformen:


Deutsche Aktien
Die ohnehin schon gute Steuersituation bei Aktien verbessert sich 2002 weiter. Zumindest für alle, deren Einnahmen über den Freibeträgen liegen. Sowohl Dividenden als auch Kursgewinne sind nur noch zur Hälfte steuerpflichtig.

plus: Aktionäre schonen mit der halbierten Dividendensteuer den Sparerfreibetrag von 1550 Euro.

plus: Spekulationsgewinne sind jetzt bis 1023 Euro steuerfrei. Durch die halbierte Besteuerung wird die Freigrenze von 512 Euro erst bei höheren Kurzfristgewinnen überschritten.
plus: Nach einem Jahr realisierte Kursgewinne sind komplett steuerfrei.
plus: Anleger mit Steuersätzen über 40 Prozent profitieren vom neuen Halbeinkünfteverfahren.
minus: Ein Aktienminus binnen Jahresfrist wird ab 2002 ebenfalls nur noch zu 50 Prozent verrechnet.
minus: Aktionäre, die mit ihren Erträgen stets unter dem Sparerfreibetrag liegen, erhalten die von den Firmen gezahlte Körperschaftsteuer nicht mehr erstattet.
minus: Werbungskosten wie die Fahrt zur Hauptversammlung, die auf Aktienerträge entfallen, sind nur noch zur Hälfte absetzbar.

= Steuerlich überlegenswert


Auslandsaktien
Obwohl jenseits der Grenze meist Quellensteuer fällig wird, zählen ausländische Werte immer stärker zu den Steuerfavoriten. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Land die Depotbank sitzt.

plus: Anleger können die Besteuerung zu 50 Prozent schon rückwirkend für die Steuererklärung 2001 nutzen.
plus: Für Dividenden, die ausländische Gesellschaften zahlen, ist kein Freistellungsauftrag nötig. Das schafft Luft für andere Erträge.
plus: Die Quellensteuer auf die Auslandsaktie darf weiterhin in voller Höhe mit der verminderten Steuerschuld in Deutschland verrechnet werden.
plus: Die Quellensteuer kann alternativ als Werbungskosten angesetzt werden. Dann werden 100 Prozent Quellensteuer von 50 Prozent Dividende abgezogen. Folge: Abgaben sinken oder Kapitaleinkünfte werden sogar unter die Freibeträge gedrückt (siehe „Günstige Rechnung mit der Quellensteuer“).
minus: Ein Spekulationsminus mit ausländischen Werten wirkt sich bereits 2001 nur noch zur Hälfte aus.

= Steuerlich sehr attraktiv


Aktienfonds
Die positiven Gesetzesänderungen für Aktien wirken nur eingeschränkt auf entsprechende Fonds. Bei Spekulationsgeschäften gelten sie überhaupt nicht und bei Dividenden nur zum Teil.

plus:Der vom Fonds erzielte Spekulationsgewinn bleibt beim Fonds und auch beim Anleger steuerfrei.
plus: Kursgewinne interessieren den Fiskus nur ein Jahr. Anleger mit langfristiger Perspektive sichern sich steuerfreie Wertzuwächse.
plus: Ein Spekulationsverlust mit Fonds kann weiter komplett mit Kurzfrist-gewinnen verrechnet werden.
plus: Vom Fonds kassierte Dividenden müssen Anleger nur zur Hälfte versteuern. Voraussetzung: Die Verwaltung erfolgt von Deutschland aus. Ob in aus- oder inländische Aktien investiert wird, ist unerheblich.
minus: Wird der Fonds etwa in Luxemburg gemanagt, sind Dividenden in voller Höhe steuerpflichtig. Das mindert die Nettorendite im Vergleich zu im Inland verwalteten Fonds.
minus: Kursgewinne binnen Jahresfrist sind bei allen Fonds weiterhin – im Gegensatz zur Direktanlage in Aktien – zu 100 Prozent steuerpflichtig.
minus: Vom Unternehmen gezahlte Körperschaftsteuer könnenFondsbesitzer nicht mehr geltend machen.

Quelle: Capital.de


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