30.05.2003 - 11:24
Quelle: dpa-AFX
GfK: Mai-Verbraucherstimmung sinkt - Rasche Erholung 'eher unwahrscheinlich'
Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich nach Angaben des Marktforschungsinstituts GfK im Mai wieder eingetrübt. Der Anstieg im Vormonat sei "fast völlig zunichte gemacht" worden, teilte die GfK am Freitag in Nürnberg mit. Die Einkommenserwartung sei zwar leicht gestiegen. Die "nachhaltige Verunsicherung" durch die weiter steigende Arbeitslosigkeit, die ungewisse Wirtschaftsentwicklung und die Frage, was die Reformen der Bundesregierung dem Einzelnen bescheren, wirkten sich allerdings lähmend aus.
Der Indikator für die Konjunkturerwartungen sackte im Mai um gut 6 Punkte auf minus 28,2 Punkte ab. Im Vormonat war er noch um 7 Punkte gestiegen. Eine baldige Erholung werde damit "eher unwahrscheinlich", heißt es in der Konsumklima-Studio für Mai, für die im Auftrag der EU-Kommission 2.000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger befragt wurden. Aus Sicht der Verbraucher sei nach wie vor die "Gefahr einer Rezession nicht ausgeschlossen". Die positive Tendenz bei den Unternehmen entsprechend dem ifo-Geschäftsklimaindex werde durch die GfK-Daten nicht bestätigt.
'KONSUMLUST LÄSST WEITER AUF SICH WARTEN'
"Die Konsumlust lässt weiter auf sich warten", heißt es in der Studie. Der Indikator für die Anschaffungsneigung sei den zweiten Monat in Folge gesunken. Im Mai ging der Indikator um 7,6 Punkte auf minus 39,9 Punkte zurück. Damit habe die Konsumneigung fast wieder das Niveau von Dezember 2002 erreicht. Eine "wirklich grundlegende Trendwende" der Stimmung sei erst zu erwarten, wenn sich die Arbeitsmarktlage "deutlich sichtbar" verbessere.
Zwar scheine der Niedergang der Konsumstimmung der Deutschen inzwischen gestoppt, heißt es in der Studie. Doch seien "in absehbarer Zeit" von den Verbrauchern "keine nennenswerten Impulse" für eine grundlegende Stimmungsbesserung zu erwarten. Die schwache Konjunkturentwicklung, die Arbeitsmarktflaute und die Unsicherheiten über Ausmaß und Wirkung künftiger Reformen verhinderten, dass sich das Konsumklima nachhaltig verbessere.
VERBRAUCHER 'NACH WIE VOR VERUNSICHERT'
Die immer noch steigende Arbeitslosigkeit und die anhaltende Diskussion um Haushaltssanierung, Wirtschaftsentwicklung und Reformpläne in Deutschland hätten dafür gesorgt, dass die Erwartungen der Verbraucher "eher zurückhaltend" blieben. Während die für den ifo-Geschäftsklimaindex befragten Unternehmen das Ende des Irakkriegs und den Aufschwung der internationalen Börsen positiv aufgenommen hätten, fühlten sich die Verbraucher "nach wie vor verunsichert".
Die Einkommenserwartung der Bundesbürger legte im Mai unterdessen leicht auf minus 12,6 Punkte zu. Der Index liege damit aber immer noch deutlich unter dem Wert ein Jahr zuvor. "Niedrige Teuerungsraten, Kursanstieg des Euro und positive Meldungen von den Börsen stärkten die Kaufkraft der Konsumenten und "gibt ihnen zumindest das Gefühl, dass sie nicht ärmer werden". Dagegen ist die Konsumneigung im Mai zum zweiten Mal in Folge gesunken.
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