wann ist schauen schauen und wann starren?


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ymehl:

wann ist schauen schauen und wann starren?

 
08.05.02 17:03
Forscher haben charakteristische Blickmuster am Beispiel Gespräch gefunden. Wir denken zwar nicht bewusst darüber nach, wie oft wir wann unseren Gesprächspartner anschauen, dennoch gibt es bestimmte Regeln und Gesetzmäßigkeiten, die je nach Situation eingehalten werden. So blickt der Sprecher/ die Sprecherin zum Beispiel am Anfang einer Äußerung vom Zuhörer/ von der Zuhörerin weg und am Ende einer Äußerung wird der Zuhörende dann wieder angeschaut. Der Blick reguliert demnach, wer wann sprechen darf und zeigt den Wechsel an (Kendon, 1967), er sorgt während des gesamten Gesprächs für die visuelle Balance der Interaktion. In unserem Kulturkreis blickt der Zuhörer mehr als der Redner: In der Rolle des Redners schaut man den anderen zu 41% der Zeit an, beim Zuhören sind es schon 75%.  

Dabei gilt es, ein bestimmtes Gleichgewicht zu bewahren. Zuviel Anschauen oder zuwenig wie überhaupt nicht Blicken, das fällt sofort auf und sorgt für Verunsicherung.

Übung: Probieren Sie es selbst einmal aus: Versuchen Sie bei einem Gespräch a) während Sie selbst sprechen, Ihren Gesprächspartner dauerhaft anzuschauen, oder b) während dem Zuhören, den Sprecher /die Sprecherin gar nicht anzuschauen. Anschließend können Sie sich darüber austauschen.

An einer Universität sprach man mit Studierenden folgendes ab: Während eines Vortrages sollten zunächst alle, die auf der linken Seite saßen, den Dozenten ansehen, während alle auf der rechten Seite den Redner ignorieren sollten. Nach der Hälfte der Vortragszeit sollten alle ihre Rollen tauschen. Ergebnis: der Redner war anfangs etwas irritiert, dass nur eine Seite Interesse an seinem Vortrag hatte, er passte sich jedoch schnell der Situation an, indem er seine Worte und Blicke ausschließlich an die linke (interessierte) Seite richtete. Beim Rollenwechsel war er dann sehr verwirrt und verlor seinen Faden. Er hatte große Mühe, sich wiederum der ungewöhnlichen Situation anzupassen.


An diesem Beispiel sieht man, wie wichtig das Blickverhalten ist und dass Blicke die Situation regulieren und dem Redner Sicherheit geben. Diese Muster beim Blickverhalten und ihre Regeln sind für uns im Grunde nichts Neues oder besonders Kompliziertes, da jeder von uns sie tagtäglich anwendet.

Blicke können aber auch ein Zeichen von Aggression sein. Für Tiere ist Anstarren ein Kampfritual, das Angst und Aggression hervorruft, sie reagieren aggressiv oder mit fluchtartigem Verhalten. Wir Menschen zeigen ganz ähnliche Reaktionen. Forscher machten ein Experiment, in dem sie Autofahrer bei Rot an Ampeln anstarrten und die Schnelligkeit des Wegfahrens maßen. Ergebnisse waren, dass der Start nach dem Anstarren bedeutend schneller war als ohne das Starren
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ymehl:

Raumverhalten

 
08.05.02 17:09
Überall wo wir uns aufhalten ist es ganz natürlich, dass wir die Räume um uns nutzen, sie besetzen und gestalten. Dies geht nicht einfach willkürlich und chaotisch von statten. Tatsächlich gibt es viele Regeln und Normen, die Phänomene wie beispielsweise menschliches Distanzverhalten oder das Verhalten in der Öffentlichkeit festlegen. Genauer betrachtet hat jeder Umgang mit Raum (sowohl mit dem eigenen, als auch mit dem "öffentlichen") bestimmte Wirkungen und Absichten. Somit betrachten Forscher das Raumverhalten als ein universales nonverbales Signal. wann ist schauen schauen und wann starren? 658564art.ph-freiburg.de/Kommunikation/img/distanz.gif" style="max-width:560px" >

Hall (1966, aus Forgas 1999) teilte aufgrund seiner Untersuchungen verschiedene Distanzzonen ein, die man sich wie Raumblasen um jede Person vorstellen kann. Jede der Hall´schen Interaktionszonen ist eng an Normen, Erwartungen und Verhaltensweisen gebunden. Die intime Zone zum Beispiel dürfen nur sehr wenige, uns nahestehende Personen "betreten", wie zum Beispiel die Eltern, Kinder, Liebespartner oder enge Freunde. Die intime Zone können sie bei sich selbst leicht bestimmen und den Umgang mit ihr beobachten: Sie ist in etwa eine Ellbogenlänge um den Körper herum.
Für ein Gespräch unter Freunden, Arbeitskollegen oder auch mit dem Chef ist die persönliche Zone üblich, während eines Vortrages oder Referates die sozialkonsultative Zone. Körper- und Raumorientierung zeigen daher an, in welcher Beziehung die Interaktionspartner zueinander stehen. Auch Status und Macht wird durch Raumverhalten angezeigt.

Die Konventionen, also die gesellschaftlichen Übereinkünfte über Distanz und Territorialverhalten sind kulturabhängig. Regeln bei einem Verkaufsgespräch auf dem Markt in Freiburg unterscheiden sich daher von einem in der Türkei auf dem Markt von Istanbul.



  Wollen sie selbst einmal ausprobieren, wie wichtig die Distanz während eines Gesprächs ist? Wenn ja, brauchen sie sich nur eine geeignete Person (eine/n gute/n Freund/Freundin, der/die ihnen das seltsame Verhalten nicht verübeln wird) zu suchen, ein Gespräch beginnen, und los geht´s. Verändern sie während des Gespräches den Abstand zwischen sich und der anderen Person, gehen sie etwa ungewohnt nah an die Person heran oder unnötig weit weg von ihr. Wenn sie möchten, tauschen sie sich mit ihrer Freundin/ ihrem Freund über die Wirkung des Verhaltens aus.


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Elend:

Naja, Statistiken eben ...

 
08.05.02 17:12
"Blicke können aber auch ein Zeichen von Aggression sein. Für Tiere ist Anstarren ein Kampfritual, das Angst und Aggression hervorruft, sie reagieren aggressiv oder mit fluchtartigem Verhalten. Wir Menschen zeigen ganz ähnliche Reaktionen. Forscher machten ein Experiment, in dem sie Autofahrer bei Rot an Ampeln anstarrten und die Schnelligkeit des Wegfahrens maßen. Ergebnisse waren, dass der Start nach dem Anstarren bedeutend schneller war als ohne das Starren"

Das beim Anstarren aber die Zahl der Motor-Abwürger durch falsches Gasgeben drastisch steigt, daß wird uns hier vorenthalten ;-)
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ymehl:

Intimitätsgleichgewicht

 
08.05.02 17:12
Intimitätsgleichgewichts-Theorie
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass in einem Fahrstuhl oder in einer vollen Straßenbahn die Leute häufig auf den Boden schauen? Dies kann man nach Argyle und Dean (1965) mit der Intimitätsgleichgewichtstheorie erklären. Nach Argyle und Dean besitzt jede Interaktion ein bestimmtes Intimitätsniveau, was bedeutet, dass Signale aller Kanäle, also Blicke, Lächeln, Distanz, ständig so gesteuert werden, dass sie anzeigen, wie wir zu unserem Partner stehen (Liebespartner, Arbeitskollege). Gesprächsthema und der Gesprächsort beeinflussen das Intimitätsniveau. Alle Kanäle nonverbaler Kommunikation wirken zusammen, um das das Distanzniveau der Situation aufrecht zu erhalten, sie regulieren sich gegenseitig. Betreten Personen einen engeren Raum, etwa einen Fahrstuhl, dann verringert sich der Blickkontakt, meist verschwindet er und das Gespräch wird eingestellt. Gleich nach dem Verlassen des Fahrstuhls sprechen die Personen wieder. Die Blickreduzierung im Fahrstuhl gleicht die erhöhte Intimität (durch Enge im Raum) aus.

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ymehl:

Berührungen

 
08.05.02 17:14
Berührungen
Im alltäglichen Umgang miteinander bestehen feste Regeln darüber, wer wen wann wo berühren darf. Wie auch bei Gesten und dem Raumverhalten sind Konventionen über den Körperkontakt kulturell geprägt.

In den ersten Lebensjahren eines Menschen sind Berührungen noch sehr wichtig für die Kommunikation, erst ab dem Zeitpunkt, da beim Kind die Pubertät einsetzt - und auch schon früher - bestimmt das Kind seine "Tabuzonen", womit sich der Körperkontakt zwischen Eltern und Kind während des Heranwachsens stetig verringert. Im Erwachsenenalter hält man sich dann üblicherweise an die "strengeren" Regeln.

Wie das Kopfnicken, das automatisch jede Begrüßung begleitet, hat sich auch in manchen Kulturen eine Berührung als Begrüßungs- und Abschiedsritus herausgebildet. Die Franzosen beispielsweise begrüßen sich mit Küssen auf die Wangen. Am förmlichsten ist wohl die Geste des Händedrucks.

Berührung können auch Interesse und Sympathie bekunden. Während des Gesprächs kann eine einfache Berührung unser Gegenüber positiv beeinflussen, ohne dass er oder sie sich dessen überhaupt bewusst wird, denn die nonverbale Kommunikation läuft häufig unbewusst ab.

Berührungen werden aber nicht ausschließlich als positiv empfunden, sondern können auch Dominanz und Machtverhältnisse signalisieren. Personen mit geringerem Sozialstatus, wie Kinder, Behinderte oder Dienstboten werden tatsächlich öfter ungerechtfertigt berührt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Berührung, Distanzverhalten und Raumorientierung jeweils anzeigen, in welcher Beziehung Personen zueinander stehen. Durch diese nonverbalen Signale erkennen wir Arten von sozialen Situationen, zum Beispiel Freundschaftsbeziehungen oder wir zeigen Statushierarchien und Machtverhältnisse an.


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ymehl:

Gesichtsausdruck

 
08.05.02 17:33
Der Gesichtsausdruck ist besonders effektiv beim Übermitteln von Gefühlen und Stimmungen. Den momentanen Zustand einer Freundin erkennen wir an deren Mimik sofort. Einige Forscher haben sogar Belege dafür gefunden, dass das menschliche mimische Verhalten weitgehend angeboren ist. Schließlich kann man schon bei Neugeborenen unterschiedliche Mimiken beobachten.

Man hat festgestellt, dass (im Gegensatz zu der Gestik- und dem Raumverhalten, was beides kulturabhängig sehr unterschiedlich ausgeprägt ist) die Mimik bei den Grundemotionen - Beispiele sind Freude, Überraschung, Ärger, Trauer, Furcht, Abscheu und Verachtung - in den verschiedensten Kulturen einheitlich wiedererkannt werden.

Wenn man Mimik beschreiben will, so findet sich in der gängigen Literatur, Mimik sei "affektgebunden", da hohe Erregungszustände sich am deutlichsten im Gesichtsausdruck manifestieren. Insgesamt haben wir über zwanzig Muskeln mit denen die Mimik ausgedrückt wird. Interessanterweise sind beim fröhlichen Gesicht deutlich weniger Muskeln beteiligt als bei einem griessgrämigen oder nachdenklichen.

Während unserer Entwicklung lernen wir allmählich, wie Mimik kontrolliert werden kann, die Mehrzahl der Kinder in der Grundschule sind hierzu jedoch noch nicht fähig. Tatsächlich sind bis ins Alter von 9-13 Jahren sogenannte "Darstellungsregeln" noch unzureichend gelernt. Erwachsene hingegen wägen automatisch ab, welche Verhaltensweisen oder auch Emotionen sie wem gegenüber zeigen können. Unter die Darstellungsregeln fallen auch gesellschaftliche Konventionen, die wir einhalten, zum Beispiel die freundliche Begrüßung.



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Stimme

Die Stimme gehört zu den sogenannten paraverbalen Zeichen, was meint: sie begleitet jede verbale Äußerung, ist aber an sich nicht verbal. Im täglichen Gebrauch nehmen wir die Stimme einheitlich wahr. Dennoch kann man sie in ihre Einzelbestandteile zerlegen, die unabhängig vom Inhalt des Gesagten sind: Stimmhöhe (basierend auf der Grundfrequenz), die Variationen in der Höhe und die Lautstärke und Pausenabstände.

Diese Anteile sind Indikatoren (Anzeichen), welche uns etwas über das momentane Empfinden von Personen sagen. Wie auch der mimische Ausdruck ist die Stimme besonders unter psychischer Belastung schwer kontrollierbar. Daher werden Emotionen und die innere Erregung besonders effektiv durch die Stimmführung übermittelt. Einem körperlich ruhigen Referenten merkt man seine Aufgeregtheit - wenn überhaupt - am ehesten an seiner Stimme an.

In einem Experiment ließen Davitz & Davitz (1959, aus Forgas 1999) Personen das Alphabet aufsagen, wobei sie sich in bestimmte emotionale Zustände hineinversetzten sollten. Testpersonen, die dies hörten konnten konnten insgesamt über 37% der Emotionen richtig zuordnen.

Während einer Interaktion achten wir immer auf den Zusammenhang von Stimme und dem Inhalt um beide Komponenten gemeinsam zu interpretieren. Forscher suchten nach Tendenzen von Bedeutungen einzelner stimmlicher Reize und fanden, dass langsames Sprechen mit kleiner Tonhöhenvariation meist auf negativen Gefühlen basiert und auch auch beim Empfänger eher negative Stimmungen hervorruft. Schnelles Sprechen mit großen Schwankungen der Tonhöhe hingegen kommuniziert eher positive Gefühle.

Zu den parasprachlichen Reizen gehören auch Weinen, Gähnen, Lachen, Pfeifen und Seufzen. Ein weiterer Aspekt der Stimme ist ihr Akzent, der uns den ethnischen Hintergrund, den Status und das Bildungsniveau einer Person übermitteln kann, ohne dass wir es explizit ansprechen. Viele Berufsgruppen haben einen rollenkonformen Sprechstil entwickelt.

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ymehl:

Stimme

 
08.05.02 17:37
Die Stimme gehört zu den sogenannten paraverbalen Zeichen, was meint: sie begleitet jede verbale Äußerung, ist aber an sich nicht verbal. Im täglichen Gebrauch nehmen wir die Stimme einheitlich wahr. Dennoch kann man sie in ihre Einzelbestandteile zerlegen, die unabhängig vom Inhalt des Gesagten sind: Stimmhöhe (basierend auf der Grundfrequenz), die Variationen in der Höhe und die Lautstärke und Pausenabstände.

Diese Anteile sind Indikatoren (Anzeichen), welche uns etwas über das momentane Empfinden von Personen sagen. Wie auch der mimische Ausdruck ist die Stimme besonders unter psychischer Belastung schwer kontrollierbar. Daher werden Emotionen und die innere Erregung besonders effektiv durch die Stimmführung übermittelt. Einem körperlich ruhigen Referenten merkt man seine Aufgeregtheit - wenn überhaupt - am ehesten an seiner Stimme an.

In einem Experiment ließen Davitz & Davitz (1959, aus Forgas 1999) Personen das Alphabet aufsagen, wobei sie sich in bestimmte emotionale Zustände hineinversetzten sollten. Testpersonen, die dies hörten konnten konnten insgesamt über 37% der Emotionen richtig zuordnen.

Während einer Interaktion achten wir immer auf den Zusammenhang von Stimme und dem Inhalt um beide Komponenten gemeinsam zu interpretieren. Forscher suchten nach Tendenzen von Bedeutungen einzelner stimmlicher Reize und fanden, dass langsames Sprechen mit kleiner Tonhöhenvariation meist auf negativen Gefühlen basiert und auch auch beim Empfänger eher negative Stimmungen hervorruft. Schnelles Sprechen mit großen Schwankungen der Tonhöhe hingegen kommuniziert eher positive Gefühle.

Zu den parasprachlichen Reizen gehören auch Weinen, Gähnen, Lachen, Pfeifen und Seufzen. Ein weiterer Aspekt der Stimme ist ihr Akzent, der uns den ethnischen Hintergrund, den Status und das Bildungsniveau einer Person übermitteln kann, ohne dass wir es explizit ansprechen. Viele Berufsgruppen haben einen rollenkonformen Sprechstil entwickelt.



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BizzBabe:

sach ma, hasse nix zu tun?

 
08.05.02 17:42
 
Antworten
ymehl:

Bizzbabe

 
08.05.02 17:45
Oh ich habe zu tun, siehste doch. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass zu einer menschlichen Verständigung viele Dinge dazugehören. Das reine o.T was hier an Board recht häufig dazugehört lässt vielleicht etwas viel Freiraum für Interpretation und somit sind diverse Missverständnisse nicht unwahrsheinlich.
Antworten
HB_Männchen:

wer wird denn gleich in die Luft gehen?

 
08.05.02 17:58
sehr schön zu lesen, aber das sind alles Sachen, die absolut nicht in ein völlig anonymes Internet Board passen.

Menschliches Verständigung findet sowieso nur unter Menschen statt, das Thema Netiquette taucht nicht in deinen Beiträgen auf, ymehl.

Trotzdem hat es letztlich für den denkenden Menschen nur Vorteile, sich im persönlichen Leben an die o.a. Normen zu halten.

HB
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ymehl:

HB Männchen

 
08.05.02 18:09
danke für Deinen Beitrag und Deiner Meinung. Schön dass jemand zur Sache bezug nimmt und nicht eine Frage als Argument bringt.

Zu Deinem letzten Punkt muss ich eh nicht erwähnen, dass wir da einer Meinung sind.
Antworten
ymehl:

Killerphrasen

 
08.05.02 18:42
Killerphrasen
Normalerweise lebt ein Gespräch davon, dass alle Gesprächsteilnehmenden Interesse an der Kommunikation und der Lösung von Problemen haben. Es kann jedoch auch vorkommen, dass ein kompromissbereiter und interessierter Gesprächspartner bei einem anderen auf "taube Ohren" trifft, da dieser kein Interesse an einem Fortkommen des Gesprächs hat. Gespräche werden häufig durch sogenannte Killerphrasen blockiert. Killerphrasen sind Äußerungen, Einwendungen oder Verhaltensweisen, die nicht dazu dienen, das Gespräch zum Erfolg zu führen. Mit ihrer Hilfe will man z.B. das Gespräch abbrechen, von unangenehmen Themen ablenken oder verhindern, dass der Gesprächspartner gute und weiterführende Argumente vorbringen kann. Beispiele sind: "Das fällt doch gar nicht in meine Zuständigkeit" oder „Ich habe jetzt leider keine Zeit". Solche Killerphrasen können ein „Gespräch" sehr schnell beenden. Häufig sind solche Killerphrasen bei Interviews mit Politikern zu finden, die sich aus der Affäre ziehen wollen (Leugnen, Umdeuten, Schuld und Verantwortung ablehnen, Abwertung der Quelle der Kritik, etc.).

Es gibt vier verschieden Ansatzpunkte für Killerphrasen (siehe Übersicht). Gegenübergestellt werden Beispiele und mögliche Reaktionen auf die Killerphrasen:

Sprecher (Eigene Person)
Rahmenbedingungen
Gesprächsgegenstand
Gesprächspartner
Killerphrase
Mögliche Reaktion
1. Angriffspunkt: Sprecher (die Person selbst):
 
Das betrifft mich ja gar nicht
Wieso nicht? Betrifft uns das nicht alle?
Da sehe ich gar keinen Zusammenhang
Wie sehen Sie das Problem?
Trauen Sie mir das etwa nicht zu?
Trauen Sie sich das denn zu?
Davon verstehe ich ja wohl mehr als Sie!
Wenn das so ist, erklären Sie mir doch mal...

 
2. Angriffspunkt: Gesprächspartner
 
Das ist überhaupt nicht Ihre Aufgabe.
Wie kommen Sie zu dieser Behauptung?
Sie sollten sich erst mal über die Fakten informieren.
Welche Fakten kenne ich denn nicht?
Beim letzten Treffen haben Sie genau das Gegenteil gesagt.
Was soll ich denn damals gesagt haben?
Sie wollen doch überhaupt nicht zu einer positiven Lösung kommen!
Woraus schließen Sie das ?

 
3. Angriffspunkt: Gesprächsgegenstand
 
Es besteht gar keine Notwendigkeit für eine Änderung!
Finden Sie den Zustand denn so gut wie es ist?
So kann man die Frage gar nicht stellen!
Wieso nicht, ich habe sie doch gerade so gestellt.
Das sind doch gar keine Tatschen, das sind nur Vermutungen!
Weshalb wollen Sie meine Argumentation so abqualifizieren?
So etwas rechnet sich nicht.
Woher wollen sie das wissen?

 
4. Angriffspunkt: Rahmenbedingungen
 
Bei dem Lärm kann man sich gar nicht unterhalten.
Ja, dann sollten wir das möglichst schnell durchgehen.
Dies ist nicht der richtige Ort/Zeit für dieses Gespräch!

Antworten
ymehl:

Loriot

 
08.05.02 18:43
Das Ehepaar sitzt am Frühstückstisch. Der Ehemann hat sein Ei geöffnet und beginnt nach einer längeren Denkpause das Gespräch:


Er: Berta!
Sie: Ja...

Er: Das Ei ist hart!

Sie: (schweigt)

Er: Das Ei ist hart.

Sie: Ich habe es gehört ...

Er: Wie lange hat das Ei denn gekocht ...

Sie: Zu viele Eier sind gar nicht gesund ...

Er: Ich meine, wie lange dieses Ei gekocht hat ...

Sie: Du willst es doch immer viereinhalb Minuten haben ...

Er: Das weiß ich ...

Sie: Was fragst du denn dann?

Er: Weil dieses Ei nicht viereinhalb Minuten gekocht haben kann!

Sie: Ich koche es aber jeden Morgen viereinhalb Minuten!

Er: Wieso ist es dann mal zu hart und mal zu weich?

Sie: Ich weiß es nicht ... ich bin kein Huhn!

Er: Ach! ... Und woher weißt du, wann das Ei gut ist?

Sie: Ich nehme es nach viereinhalb Minuten heraus, mein Gott!

Er: Nach der Uhr oder wie?

Sie: Nach Gefühl ... eine Hausfrau hat das im Gefühl ...

Er: Im Gefühl? ... Was hast du im Gefühl?

Sie: Ich habe es im Gefühl, wann das Ei weich ist ...

Er: Aber es ist hart ...vielleicht stimmt da mit deinem Gefühl was nicht ...

Sie: Mit meinem Gefühl stimmt was nicht? Ich stehe den ganzen Tag in der Küche, mache die Wäsche, bring deine Sachen in Ordnung, mache die Wohnung gemütlich, ärgere mich mit den Kindern rum, und du sagst, mit meinem Gefühl stimmt was nicht?

Er: Jaja ... jaja ... wenn ein Ei nach Gefühl kocht, dann kocht es eben nur zufällig viereinhalb Minuten!

Sie: Es kann dir doch ganz egal sein, ob das Ei zufällig viereinhalb Minuten kocht ... Hauptsache. es kocht viereinhalb Minuten!

Er: Ich hätte nur gern ein weiches Ei und nicht ein zufällig weiches Ei! Es ist mir egal, wie lange es kocht!

Sie: Aha! das ist dir egal .. es ist dir also egal. ob ich viereinhalb Minuten in der Küche schufte!

Er: Nein- nein ...

Sie: Aber es ist nicht egal ... das Ei muss nämlich viereinhalb Minuten kochen...

Er: Das habe ich doch gesagt ...

Sie: Aber eben hast du doch gesagt es ist dir egal!

Er: Ich hätte nur gern ein weiches Ei ...

Sie: Gott, was sind Männer primitiv!

Er: (düster vor sich hin) Ich bringe sie um ... morgen bringe ich sie um ...

Antworten
ymehl:

vornherum

 
08.05.02 18:45
Fehler auf der Seite der Sprechenden:
Er/Sie ordnet seine Gedanken nicht, bevor er zu sprechen beginnt.
Er/Sie drückt sich ungenau - und damit missverständlich - aus.
Er/Sie drückt sich nicht kurz und prägnant aus. Vielmehr versucht er, zu viel in einer Aussage unterzubringen. Dadurch überfordert und verwirrt er den Gesprächspartner.
Sprunghafte Gedankenführung. Die nachvollziehbare Logik der Argumentation mit einem für den Gesprächspartner sichtbaren roten Faden fehlt.
Aus Unsicherheit redet er immer weiter, ohne die Auffassungskapazität seines Partners zu berücksichtigen.
Er/Sie antwortet nicht direkt zu dem Gesprächsbetrag seines Partners, sondern bringt etwas, was er sich inzwischen gerade selbst überlegt hat. Daher kommt das Gespräch nicht vorwärts. Man redet aneinander vorbei.  
Antworten
ymehl:

hintenherum

 
08.05.02 18:46
Fehler auf der Seite des Zuhörers:
Er/Sie wendet seine Aufmerksamkeit nicht ungeteilt dem Sprechenden zu.
Er/Sie denkt schon an seinen beabsichtigen eigenen Gesprächsbeitrag, statt erst einmal aufmerksam zuzuhören, was ihm der andere sagen will. Wenn der Sprecher endet, weiß der Zuhörer daher nicht mehr genau , was der Sprecher gesagt hat. Deshalb kann er darauf auch nicht mehr konkret eingehen. Er/Sie "schwafelt" unter Umständen herum, um seine momentane Desorientiertheit zu verbergen.
Er/Sie greift unwichtige Details auf, steigert sich darüber in seinem Ärger und übersieht dabei den wesentlichen Sinn und Inhalt der Gesamtmitteilung des Sprechers.
Er/Sie denkt die - für ihn teilweise redundant erscheinenden - Gedanken des Sprechenden schon weiter und unterbricht diesen. Oder er führt das mit eigenen Worten weiter, von dem er glaubt, der Sprecher hätte es sagen sollen - auch wenn dies unter Umständen gar nicht stimmt.
Er/Sie versucht, für ihn neue Gedanken in sein gewohntes Denkschema hineinzupressen, auch wenn ihm dabei gerade die wesentlichen Einzelheiten des neuen Gedankens verloren gehen.  
Antworten
HB_Männchen:

das passt schon eher

 
08.05.02 19:58
hier her, not bad, ymehl.
Ich will auch nicht wie sonst ständig, überfrachten,
cu
HB
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Überzieher:

schwer zu sagen..

 
08.05.02 20:09
http://www.ariva.de/board/anonymize/http://...com/common/4heads2.jpg"


schönen Abend noch

cu
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HB_Männchen:

kein Wunder, dass Thiel so rabiat fällt,

 
08.05.02 20:16
die würde ich alle entlassen, wenn die bei mir so rumhängen würden ;) THIIIIEEEL, hi,hi,hi
Und warum grübeln die wohl so? Weil sie mit Birkart ne völlig marode Klitsche nochmals mit teurem Geld bezahlt haben?
Oder, was sie wohl mit der Kohle aus der Kapitalerhöhung anstellen?
Aber: am ehesten gibt es die Riesenprämie für den Megatip(p) jetzt nochmal einigen gutgläubigen Anlegern die Brieftasche zu erleichtern.

wohlwissend, dasss einige nicht mehr folgen können und anderen die Antwort zu primitiv erscheint,

smokin'

HB
Antworten
ymehl:

ich zünde mir jetzt eine an...allerdings ne Marlbo

 
08.05.02 20:19
ro
Antworten
HB_Männchen:

@ymehl: soviel zur o.T. Kultur uups

 
08.05.02 20:25
 
Antworten
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