Sicherlich gibt es dort welche, die in ganz besonderer Weise geizig sind - wie anderswo übrigens auch. Ich als gebürtiger Schwabe fühle mich in keinster Weise beleidigt, wenn man den Geiz als typisch schäbische Eigenschaft postuliert und dann auch noch mit einem besonders originellen Beispiel untermalt.
Da scheint man in anderen Regionen etwas empfindlicher zu sein. Und schließlich waren im Fall Wiesheu, der sich ja so zugetragen hat, die einzigen Spielverderber die Richter gewesen zu sein, die ihn für sein Verhalten, dessen Konsequenzen er ja nicht tragen wollte, ins Gefängnis geschickt haben. Die Parteifreunde hätten es, wie so Vieles, lieber unter den Teppich gekehrt. Nun, so wie ich die Sache noch in Erinnerung habe, galt das Mitgefühl damals eher dem Spezi als dem Polen. Und das hat dann schon etwas mit Mentalität zu tun. Die wiederum fällt nicht vom Himmel, sondern hat etwas mit der soziokulturellen Landschaft zu tun und dem Sozialraum, in dem sich so etwas zuträgt.
Damit ist natürlich nicht jeder Bayer gemeint, genau so, wie mit dem Begriff des schwedischen oder deutschen oder englischen Sozialcharakters nicht jeder Schwede, Deutsche oder Engländer gemeint ist. Denn dann könnte man sich ja schon beleidigt fühlen, überhaupt zu einer Volksgruppe zugeordnet zu werden.
Mit anderen Worten, mir scheint diese Beleidigtheit etwas vordergründig, um nicht zu sagen, aufgesetzt zu sein. Nachvollziehen kann ich sie wirklich nicht. Da müßten ja die Ostfriesen im Zustand der Dauerbeleidigtheit verharren.