Anzeige
Meldung des Tages: Drohnen statt Panzer: Beginnt hier der nächste Milliarden-Superzyklus?

Verdi Dein Stimmenhören ist keine Krankheit!


Thema
abonnieren
Beiträge: 7
Zugriffe: 1.361 / Heute: 1
DarhKnight:

Verdi Dein Stimmenhören ist keine Krankheit!

 
29.08.01 00:12
Zu einem aktuellen Thema im folgenden eine Zusammenfassung des Buches "Stimmenhören", hrsg. von Irene Stratenwerth und Thomas Bock, Kabel Verlag Hamburg 1998.
Th. Bock ist der "Erfinder" der Psychose-Seminare, wo, im Sinne der Trialog-Bewegung, Psychose-Erfahrene, ihre Angehörigen und Fachleute sich austauschen. 1992 in Hamburg begonnen, gibt es diese inzwischen in allen größeren Städten
I. Stratenwerth ist Journalistin.
Über 2 Jahre recherchierten beide für dieses Buch.

- Die zentrale Hypothese ist, daß Stimmenhören keine Krankheit ist. Aus verschiedenen Untersuchungen geht hervor, daß drei bis fünf Prozent der Menschen gelegentlich oder phasenweise Stimmen hören, in manchen Kulturkreisen deutlich mehr.

- Ron Coleman, der heute in Wales lebt,, hat eine lange Odysse durch Psychiatrische Kliniken mitgemacht, unter verschiedensten Diagnosen. Gemeinsam mit Phil Thomas, Ordinarius und Chefarzt der Psychiatrischen Klinik der Universität Wales korrdiniert er ein Netzwerk von Stimmenhörern.

- Marius Romme und Sandra Escher haben in den Niederlanden, ausgehend von einem Aufruf in einer Talkshow, ca. 700 Stimmenhörer befragt und untersucht (M. Romme, S. Escher: "Stimmenhören akzeptieren", Psychiatrie Verlag Bonn 1997). Häufig (bei 70%) fanden sich belastende Ereignisse in der Vorgeschichte.

- Technische Untersuchungen (PET-Studien) von Phil McGuire von der Universität London zeigten, wie Stimmenhören vor sich geht: Beim Stimmenhören ist das Gehirn nicht überaktiv, sondern eher unteraktiv. Das Besondere ist: Das Gehirn verliert die Fähigkeit, selbst- von fremdproduzierten Gedanken zu unterscheiden. Die "Kontrolle über das Denken in Worten, über unseren inneren Dialog" (29) geht verloren.

- Wohlgemerkt: Warum ein Mensch Stimmen hört, ist noch nicht klar.

- Alte Menschen, die einsam sind, hören oft Stimmen.

- Der Anthropologe Julian Jaynes vertritt die Theorie, daß "in der Frühzeit des Menschen das Stimmenhören eine verbreitete Form des Denkens" war (J. Jaynes "Der Ursprung des Bewußtseins durch den Zusammenbruch der bikameralen Psyche", Reinbek Rowohlt Verlag, 1985)

- Viele Stimmenhörer kommen zu Wort und beschreiben ihre Erlebnisse. Bei allen führen die Stimmen über die Jahre ein sehr wechselhaftes Leben. Anfänglich bedrohlich, später beschützend, oder auch erst wenig beeinträchtigend, dann zunehmend angstmachend, oder rasche Wechsel: die verschiedensten Verläufe werden beschrieben.

- Häufig gelingt es, in Psychotherapien die Stimmen wenigstens vorübergehend zu zähmen oder auch längerfristig sich mit ihnen zu verbünden.

- Die unterschiedlichsten wirkungen von Klinkaufenthalten und Psychopharmaka auf Stimmen wie auf das Gesamtbefinden werden beschrieben, von Entängstigung durch Klinikaufenthalte bis zur Körperentfremdung unter Neuroleptika.

- Das Thema Suizid taucht häufig auf, befehlsgebende Stimmen fordern dazu auf oder aber halten davon ab.

- Th. Bock formuliert 10 Thesen zum Stimmenhören (84ff): 1. Stimmenhören ist häufig 2. Die Stimmen sind bei jedem anders 3. Stimmen werden von sozialen Bedingungen (Einsamkeit, oder auch Menschenansammlungen etc.) beeinflußt. 4. Stimmen haben wie Träume eine symbolische Bedeutung im Zusammenhang mit dem subjektiven Erleben des Einzelnen 5. Stimmen weisen darauf hin, daß die Grenze zwischen Innen- u. Außenwelt durchlässig geworden ist 6. Stimmenhörer hören "wirklich", das Gehirn gibt ein Hören vor ohne akustische Signale 7. Stimmenhören kann irritierend als auch stützen. 8. Die Stimmen haben in der Regel Bezug zur Biographie 9. Stimmenhören gibt es auch im Rahmen von Erkrankungen: aber nicht nur. 10. Stimmen können in die Psychose führen: sie können aber auch zu einer neuen Balance des Subjekts führen.

- Kinder hören häufig Stimmen. 50 % der 2-4jährigen haben (vorübergehend oder länger) einen immaginären Spielkandidaten, der oft auch mit ihen spricht.

- 24 % der von Romme und Escher Befragten hörten Stimmen bereits vor dem 20. Lj., mehr als die Hälfte davon bereits vor dem 10. Lj. (93) In einer zweiten Untersuchung befragten die beiden 80 stimmenhörende Kinder von 8-14 J. Immer ist ein Bezug zur biographischen Situation herzustellen. Die Kinder profitiern von therapeutischen Gesprächen.

- Weitere Kapitel fassen die Stimmenhör-Erlebnisse von Hildegard von Bingen und Rainer Maria Rilke zusammen.

- Die Grenze zwischen okkultistischen Praktiken sowie parapsychologischen Phänomenen und Stimmenhören wird ausgelotet. Hans Peter Duerr ("Traumzeit", Frankfurt, Suhrkamp, 1984) wird zitiert: Gemeinsamer Nenner ist die Auflösung zwischen Innen- und Außenwelt in der Psyche des Menschen, der diese Erfahrungen macht.

- Walter v. Lucadou, der in Freiburg / Brsg. die einzige parapsychologische Beratungsstelle in Europa leitet, berichtet von seiner Arbeit.

- Stimmenhören als Folge von Traumatisierung wird beschrieben. Über 40 % einer Untersuchungsgruppe von traumatisierten Frauen hörten Stimmen. Hier ist der Übergang zur psychiatrischen Kategorie der Dissoziativen Störung fließend.

- Ca. ein Drittel der von Romme und Escher untersuchten Erwachsenen(s.o.) war nach ICD 10 als schizophren zu diagnostizieren, ein Drittel wies eine Dissoziative Störung auf, ein Drittel hatte keine psychiatrische Diagnose (189).



Umgang mit Stimmen, Hilfen (205ff):
Aus Stimmenhörergruppen wird deutlich, daß die Betroffenen oft folgende vier Phasen erleben: Phase der Selbststeuerung, Phase der Irritation, Phase der Reorganisation, Phase der Stabilisierung.
Empfohlene Regeln für den Stimmenhörer sind:
1. Die Stimmen sind wahr, du hörst sie ja! Das subjektive Erleben ernst nehmen.
2. Schutzengel oder Helmut Schmidt? Jede Erklärung annehmen.
3. Reden wie mit einem Nachbarn - den Stimmen mit Selbstverständlichkeit begegnen.
4. Wieder Herr im eigenen Haus? Sich gegen die Stimmen behaupten.
Zum Punkt 4. Werden verschiedene Techniken kurz angerissen, mittels derer der Stimmenhörer die Kontrolle über die Stimmen gewinnen und sie sich nutzbar machen kann.
M. Romme wird mit dem Zweifel zitiert, ob ein Stimmenhörer primär gut bei einem Psychiater aufgehoben ist. Er fordert intensivere Weiterbildung auch der Fachleute über dieses Thema (die allzuschnell nach der Gleichung Stimmenhören = Schizophrenie = Neuroleptika handeln).



Antworten
Neee Max!:

DarhKnight?

 
29.08.01 00:15
Neee Neee, das ist viel zuviel Text für DarkKnight! Ausserdem fehlen wesentliche Grundmerkmale!
Antworten
hjw2:

stox kurzer chat? o.T.

 
29.08.01 00:17
Antworten
DarhKnight:

New Max?

 
29.08.01 00:18
Hehe dass ist sehr wenig Text mit sehr vielen Grundmerkmalen. Hörst Du auch die Stimmen?
Antworten
hjw2:

*g* o.T.

 
29.08.01 00:20
Antworten
Kicky:

Guter Rat

 
29.08.01 00:34
Bei erworbenen Stimmenhören sollte man alles unternehmen, um diese "Fähigkeit" wieder los zu werden. Folgendes ist hierfür empfehlenswert:
Man sollte auf diese Stimmen nicht hinhören, sondern sie ignorieren!
Wenn die Stimmen aufdringlich werden so kann man sie durch Willenskraft ein für allemal unterbinden. Hierzu verwendet man die Vorstellung, dass man die umgebenden Geister, die man hört, durch eine innere Kraft immer weiter wegschiebt. Nach einigen Metern ist ihr Einfluß zu gering, um sich akustisch aufdrängen zu können. (bei google.de gefunden)

Antworten
DarhKnight:

Somit heilbar!

 
29.08.01 00:47
Jeden Morgen höre ich die Stimme, die zu mir sagt "Bleib liegen"!
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--