aus der ftd.
Nach dem Ausstieg von Debitel tritt die deutsche UMTS-Auktion am heutigen Montag in ihre entscheidende Phase. Zum Start der dritten Woche der deutschen Lizenzversteigerung treten am Montag morgen um acht Uhr nur noch sechs Bieterkonsortien an - genau so viele, wie maximal Lizenzen zur Verfügung stehen.
Die spannende Frage in der Endphase der Auktion heißt daher: Wie viele Lizenzen werden am Ende vergeben? Von der Antwort hängt maßgeblich ab, wie lang die Auktion noch dauert und wie hoch die Gebote steigen werden.
Am Freitag war die Auktion mit einem Schlussstand von 63,05 Mrd.DM ins Wochenende gegangen. Da in Deutschland nicht eine bestimmte Anzahl von Lizenzen versteigert wird, sondern zwölf einzelne Frequenzblöcke, ist das Rennen nun völlig offen. Denn um eine Lizenz zu erhalten, muss ein Bieter mindestens zwei und höchstens drei der Blöcke ersteigern - vier bis sechs Lizenznehmer sind möglich.
Zwei Bieter - Mobilcom/France Télécom und Viag Interkom - haben bereits signalisiert, dass sie mit zwei Frequenzblöcken zufrieden wären. Zwei andere - T-Mobile und Mannesmann Mobilfunk - wollen dagegen drei Blöcke ersteigern. Ob am Ende vier oder fünf Lizenzgewinner stehen, hängt daher vor allem von der Strategie des Konsortiums E-Plus/Hutchison ab.
Über dessen Vorlieben ist bislang nicht viel bekannt. Klar ist, dass die eher finanzschwache Mutter von E-Plus, die niederländische KPN, durch die Kooperation mit Hutchison jetzt genug Geld zur Verfügung hat, um drei Blöcke zu ersteigern. Hinzu kommt, dass die beiden Unternehmen zwar gemeinsam eine Lizenz erwerben und das Netz aufbauen, es jedoch getrennt vermarkten wollen. Da könnte ihnen zusätzliches Frequenzspektrum gelegen kommen.
An einen Auktionsausgang mit nur vier Gewinnern glaubt Michael Schatzschneider von der BHF Bank. Seiner Ansicht nach werden die Gesellschafter von Viag Interkom, der Versorger Eon, British Telecom und Telenor, die hohen Lizenzkosten scheuen und die Auktion verlassen. Dann würden T-Mobile, Mannesmann Mobilfunk, E-Plus/Hutchison und Mobilcom je drei Frequenzblöcke davontragen. Dieses Szenario würde aber auch richtig teuer: "Wenn es so weitergeht, sehen wir nächste Woche die 100 Mrd. DM", schätzt Schatzschneider.
Holger Grawe von WestLB Panmure hält fünf Gewinner für das wahrscheinlichere Szenario - aber nur, wenn die Gebote nicht zu stark steigen. "Wenn es Richtung 80 Mrd. DM geht, dann kommen wir langsam an die Schmerzgrenze der kleinen Anbieter." Und zu denen zählt Grawe nicht nur Viag Interkom, sondern auch Mobilcom.
Unklar ist, welche Rolle das Konsortium 3G der spanischen Telefónica und der finnischen Sonera in dem Bieterkampf noch spielen wird. Ein Telefónica-Sprecher sagte am Wochenende, das als Außenseiter gehandelte Unternehmen sei fest entschlossen, in Deutschland eine Lizenz zu erhalten. In Großbritannien hatte Telefónica beim Höchstgebot von 11 Mrd. DM aufgegeben. Wenig höher, auf 12 bis 15 Mrd. DM, schätzen Analysten das Limit des Konzerns bei der deutschen Auktion.
Während den verbleibenden Bietern heiße Tage in den Auktionsräumen in Mainz bevorstehen, bereitet der am Freitag Abend ausgestiegene Serviceprovider Debitel die nächsten Schritte vor. "Es gibt jetzt drei Geschäftsmodelle, die wir alle weiterverfolgen: Als Serviceprovider wie bisher, als so genannter Enhanced Service Provider wie Virgin in Großbritannien oder als virtueller Netzbetreiber", sagte Peter Wagner, Vorstandsvorsitzender von Debitel, im Gespräch mit der FTD.
Als Debitel am Freitag den Ausstieg ankündigte, lagen die Gebote für eine kleine Lizenz aus zwei Frequenzblöcken bei mehr als 10 Mrd. DM, für eine große aus drei Blöcken bei 15 Mrd. DM (siehe Grafik). "10 Mrd. DM war die Größenordnung, bei der wir gesagt haben, da rechnen sich andere Geschäftsmodelle besser", begründet Wagner den Ausstieg.
Welches Modell er allerdings genau anstrebt, darauf wollte sich der Debitel-Chef noch nicht festlegen. "Interessant ist bei allen Modellen, dass sich bei UMTS die Wertschöpfung deutlich verlagert. Und zwar von der reinen Abwicklung von Gesprächen über ein Netz - wie bisher bei GSM - hin zu neuen Diensten und Inhalteangeboten. Da wollen wir dabei sein."
Mit diesem Wunsch ist Debitel nicht allein: Auch andere UMTS-Interessenten, die schon vor Auktionsbeginn aufgegeben haben, hoffen auf einen Kooperationsvertrag mit einem der Lizenzgewinner, um im mobilen Markt der Zukunft mitmischen zu können. So hatte etwa Talkline-Chef Kim Frimer bereits im Juni angekündigt, dass sein Unternehmen anstrebt, vom Serviceprovider zum virtuellen Netzbetreiber zu werden. Der Unterschied: Während Serviceprovider - in Deutschland etwa Debitel, Mobilcom und Talkline - nur Gesprächszeit von den Netzbetreibern kaufen und ansonsten auf deren Dienste angewiesen sind, bauen virtuelle Netzbetreiber ihre eigene Software auf. Damit können sie dann eigene Anrufbeantworter und andere Zusatzdienste anbieten - der Kunde merkt gar nicht, dass kein eigenes Netz dahinter steht.
Auch über mögliche Partner unter den Netzbetreibern hält Wagner sich bedeckt. "Ich schließe keinen der möglichen Lizenzerwerber als potenziellen Partner aus. Da muss man genau sehen, wer wie viel zu welchen Preisen bietet, das sehe ich sehr betriebswirtschaftlich", führt er aus. Auch Mobilcom gehört danach zu den möglichen Gesprächspartnern. Mit dem Büdelsdorfer Unternehmen hatte Debitel ursprünglich gemeinsam um eine UMTS-Lizenz bieten wollen.
Nach dem Ausstieg von Debitel tritt die deutsche UMTS-Auktion am heutigen Montag in ihre entscheidende Phase. Zum Start der dritten Woche der deutschen Lizenzversteigerung treten am Montag morgen um acht Uhr nur noch sechs Bieterkonsortien an - genau so viele, wie maximal Lizenzen zur Verfügung stehen.
Die spannende Frage in der Endphase der Auktion heißt daher: Wie viele Lizenzen werden am Ende vergeben? Von der Antwort hängt maßgeblich ab, wie lang die Auktion noch dauert und wie hoch die Gebote steigen werden.
Am Freitag war die Auktion mit einem Schlussstand von 63,05 Mrd.DM ins Wochenende gegangen. Da in Deutschland nicht eine bestimmte Anzahl von Lizenzen versteigert wird, sondern zwölf einzelne Frequenzblöcke, ist das Rennen nun völlig offen. Denn um eine Lizenz zu erhalten, muss ein Bieter mindestens zwei und höchstens drei der Blöcke ersteigern - vier bis sechs Lizenznehmer sind möglich.
Zwei Bieter - Mobilcom/France Télécom und Viag Interkom - haben bereits signalisiert, dass sie mit zwei Frequenzblöcken zufrieden wären. Zwei andere - T-Mobile und Mannesmann Mobilfunk - wollen dagegen drei Blöcke ersteigern. Ob am Ende vier oder fünf Lizenzgewinner stehen, hängt daher vor allem von der Strategie des Konsortiums E-Plus/Hutchison ab.
Über dessen Vorlieben ist bislang nicht viel bekannt. Klar ist, dass die eher finanzschwache Mutter von E-Plus, die niederländische KPN, durch die Kooperation mit Hutchison jetzt genug Geld zur Verfügung hat, um drei Blöcke zu ersteigern. Hinzu kommt, dass die beiden Unternehmen zwar gemeinsam eine Lizenz erwerben und das Netz aufbauen, es jedoch getrennt vermarkten wollen. Da könnte ihnen zusätzliches Frequenzspektrum gelegen kommen.
An einen Auktionsausgang mit nur vier Gewinnern glaubt Michael Schatzschneider von der BHF Bank. Seiner Ansicht nach werden die Gesellschafter von Viag Interkom, der Versorger Eon, British Telecom und Telenor, die hohen Lizenzkosten scheuen und die Auktion verlassen. Dann würden T-Mobile, Mannesmann Mobilfunk, E-Plus/Hutchison und Mobilcom je drei Frequenzblöcke davontragen. Dieses Szenario würde aber auch richtig teuer: "Wenn es so weitergeht, sehen wir nächste Woche die 100 Mrd. DM", schätzt Schatzschneider.
Holger Grawe von WestLB Panmure hält fünf Gewinner für das wahrscheinlichere Szenario - aber nur, wenn die Gebote nicht zu stark steigen. "Wenn es Richtung 80 Mrd. DM geht, dann kommen wir langsam an die Schmerzgrenze der kleinen Anbieter." Und zu denen zählt Grawe nicht nur Viag Interkom, sondern auch Mobilcom.
Unklar ist, welche Rolle das Konsortium 3G der spanischen Telefónica und der finnischen Sonera in dem Bieterkampf noch spielen wird. Ein Telefónica-Sprecher sagte am Wochenende, das als Außenseiter gehandelte Unternehmen sei fest entschlossen, in Deutschland eine Lizenz zu erhalten. In Großbritannien hatte Telefónica beim Höchstgebot von 11 Mrd. DM aufgegeben. Wenig höher, auf 12 bis 15 Mrd. DM, schätzen Analysten das Limit des Konzerns bei der deutschen Auktion.
Während den verbleibenden Bietern heiße Tage in den Auktionsräumen in Mainz bevorstehen, bereitet der am Freitag Abend ausgestiegene Serviceprovider Debitel die nächsten Schritte vor. "Es gibt jetzt drei Geschäftsmodelle, die wir alle weiterverfolgen: Als Serviceprovider wie bisher, als so genannter Enhanced Service Provider wie Virgin in Großbritannien oder als virtueller Netzbetreiber", sagte Peter Wagner, Vorstandsvorsitzender von Debitel, im Gespräch mit der FTD.
Als Debitel am Freitag den Ausstieg ankündigte, lagen die Gebote für eine kleine Lizenz aus zwei Frequenzblöcken bei mehr als 10 Mrd. DM, für eine große aus drei Blöcken bei 15 Mrd. DM (siehe Grafik). "10 Mrd. DM war die Größenordnung, bei der wir gesagt haben, da rechnen sich andere Geschäftsmodelle besser", begründet Wagner den Ausstieg.
Welches Modell er allerdings genau anstrebt, darauf wollte sich der Debitel-Chef noch nicht festlegen. "Interessant ist bei allen Modellen, dass sich bei UMTS die Wertschöpfung deutlich verlagert. Und zwar von der reinen Abwicklung von Gesprächen über ein Netz - wie bisher bei GSM - hin zu neuen Diensten und Inhalteangeboten. Da wollen wir dabei sein."
Mit diesem Wunsch ist Debitel nicht allein: Auch andere UMTS-Interessenten, die schon vor Auktionsbeginn aufgegeben haben, hoffen auf einen Kooperationsvertrag mit einem der Lizenzgewinner, um im mobilen Markt der Zukunft mitmischen zu können. So hatte etwa Talkline-Chef Kim Frimer bereits im Juni angekündigt, dass sein Unternehmen anstrebt, vom Serviceprovider zum virtuellen Netzbetreiber zu werden. Der Unterschied: Während Serviceprovider - in Deutschland etwa Debitel, Mobilcom und Talkline - nur Gesprächszeit von den Netzbetreibern kaufen und ansonsten auf deren Dienste angewiesen sind, bauen virtuelle Netzbetreiber ihre eigene Software auf. Damit können sie dann eigene Anrufbeantworter und andere Zusatzdienste anbieten - der Kunde merkt gar nicht, dass kein eigenes Netz dahinter steht.
Auch über mögliche Partner unter den Netzbetreibern hält Wagner sich bedeckt. "Ich schließe keinen der möglichen Lizenzerwerber als potenziellen Partner aus. Da muss man genau sehen, wer wie viel zu welchen Preisen bietet, das sehe ich sehr betriebswirtschaftlich", führt er aus. Auch Mobilcom gehört danach zu den möglichen Gesprächspartnern. Mit dem Büdelsdorfer Unternehmen hatte Debitel ursprünglich gemeinsam um eine UMTS-Lizenz bieten wollen.
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