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ULTIMATUM bis Mittwoch


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klecks1:

ULTIMATUM bis Mittwoch

 
17.09.01 17:44
ashington/New York/Berlin - Pakistan hat offensichtlich ohne großen Erfolg versucht, das afghanische Taliban-Regime zur Auslieferung des gesuchten Terroristen Osama bin Laden zu bewegen. Nach einer dreistündigen Unterredung zwischen einer hochrangigen pakistanischen Delegation und den Taliban hieß es, es gebe eine "60-prozentige Chance", dass sich die Lage normalisiere. Beide Seiten hätten alle Aspekte erörtert, "mit Ausnahme der Auslieferung bin Ladens an die USA". Die USA hatten Afghanistan ein Ultimatum zur Auslieferung bin Ladens gestellt, das am Mittwoch abläuft.

Taliban "voller Hoffnung"

Die afghanische Taliban-Miliz ließ nach der Unterredung mitteilen, sie sei "voller Hoffnung", die Krise mit den USA entschärfen zu können. Die Gespräche mit einer pakistanischen Regierungsdelegation am Montag in Kandahar seien "positiv" verlaufen, sagte Taliban-Sprecher Abdul Hai Mutmaen der Nachrichtenagentur AIP.

Taliban sperren Luftraum über Afghanistan

Unterdessen bereitet sich das Land jedoch weiter auf einen Militärschlag der USA vor. Am Montag ließen die Taliban den Luftraum über Afghanistan sperren. Bei einer Missachtung des Flugverbots werde das "Verteidigungsministerium entsprechend reagieren", sagte der "Minister" für zivile Luftfahrt, Achtar Mohammed Mansur. Da Afghanistan auf einer der Hauptrouten von Europa nach Asien liegt, dürften von der Maßnahme auch internationale Flugpläne betroffen sein. Lediglich die Vereinten Nationen und das Internationale Rote Kreuz könnten auf Antrag Ausnahmegenehmigungen erhalten, sagte Mansur.

US-Kriegsschiff verlässt Basis in Japan

Ein US-Kriegsschiff in Japan hat seine Marinebasis in unbekannte Richtung verlassen. Der Kreuzer "Cowpens" sei am Sonntag aus dem Hafen Yokosuka ausgelaufen, berichtet die japanische Zeitung "Tokio Shimbun". Der Zeitung zufolge wurde damit gerechnet, dass er den Nahen Osten ansteuert. Das Kriegsschiff ist mit dem  hochmodernen Aegis-Radar- und Abwehrsystem ausgerüstet, das Simultan-Angriffe mit Cruise Missiles auf mehrere Ziele ermöglicht.

Kandahar "halb leer"

Die Flüchtlingslage in Afghanistan ist angesichts eines befürchteten militärischen Angriffs der USA auf das Land unübersichtlich. Ein Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Genf sagte am Montag, man habe keine Zahlen, aber die Flüchtlingsströme seien gewaltig. So sei etwa die südafghanischen Stadt Kandahar, in der die Taliban-Führung sitzt, "halb leer". Auch aus Kabul und Dschalalabad würden große Flüchtlingsströme gemeldet, sagte der Sprecher. Die meisten flüchteten offenbar auf das Land zu Verwandten.

100 tote Deutsche vermutet

Unter den Trümmern des World Trade Center werden bis zu 100 tote Deutsche vermutet. Allerdings ist unter den bislang tot geborgenen 180 Personen noch niemand mit deutscher Staatsangehörigkeit identifiziert worden. Die New Yorker Behörden setzen indes auf Genanalysen bei der Identifizierung der Opfer. Eine Gruppe von deutschen Psychiatern und Psychologen ist inzwischen auf dem Weg in die USA. Sie soll im Auftrag des Auswärtigen Amtes die Suche nach vermissten Landsleuten koordinieren. Insgesamt sprechen die US-Behörden offiziell von etwa 5.100 Toten.

Wall Street-Auftakt mit Kursstürzen

Die amerikanischen Börsen war am Montag erstmals nach dem Terrorangriff wieder geöffnet. Nach verhaltenem Beginn stürzten die  Kurse der wichtigsten US-Aktien schwer ab. Der  Leitindex Dow Jones verlor mehr als 550 Punkte oder mehr als sechs Prozent. Er stürzte unter 9.050 Zähler (aktueller Kurs). An der High-Tech-Börse NASDAQ fielen die Kurse um mehr als sechs Prozent. Vor allem Fluggesellschaften und Finanztitel gaben stark nach. Wegen der Attentate auf New York und Washigton war der Handel an  den US-Börsen tagelang unterbrochen worden. Es handelte sich um die  längste Börsenpause seit dem ersten Weltkrieg (ausführlicher Artikel).

Zwei weitere Haftbefehle in USA ausgestellt

Die US-Justiz hat bei der Suche nach den Hintermännern der Terroranschläge in New York und Washington zwei weitere Haftbefehle ausgestellt. Nach Medienberichten handelt es sich um "wichtige Zeugen". Zwei weitere solcher "wichtiger Zeugen" sind bereits in Haft. Unterdessen wurden in der chinesischen Enklave Macao fünf Männer festgenommen. Medienberichten zufolge hatten sie im Falle eines US-Vergeltungsschlages gegen Afghanistan Anschläge auf US-Einrichtungen in Hongkong und Macao geplant.

In Hamburg hat die "Soko USA" bislang 15 Wohnungen durchsucht. Mitglieder der hundertköpfigen Sonderkommission haben am Samstag und Sonntag zwei weitere Wohnungen überprüft, bestätigte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Die Fahnder sind bis Montagmittag rund 850 Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen. Am Freitag war ein FBI-Beamter in Hamburg eingetroffen. (ha/fw/dpa/AFP)

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