Über den schleichenden Verfall Deutschlands


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Seth Gecko:

Über den schleichenden Verfall Deutschlands

2
17.07.01 13:42
Aus dem einstiegen Rechtsstaat mit sozialer Marktwirtschaft und Wirtschaftswunderpower wird zusehends immer mehr ein Staat mit brutaler Marktwirtschaft und trägen, unflexiblen, faulen, mittelmäßig qualifizierten und unkreaktiven Einwohnern.
Nach dem Minirückgang der Arbeitslosigkeit seit einigen Monaten vor dem Regierungswechsel 1998 sind wir der Vollbeschäftigung immer noch so fern wie der Blinde Mann dem Rot des Sonnenuntergangs. Ursachen, neben strukturellen Problemen wie den überhohen Lohnnebenkosten und den hohen Steuern sind m. E. vor allem die oben bereits angeführten: Wir Deutsche sind längst nicht mehr die fleißigen Arbeiter, die sich hie und da durch weltverändernde Innovationskraft (Erfindung des Fernsehens) auszeichnen. Nein, wir sind stinkfaule Möchtegern-Akademiker, die sich vor jeder Arbeit scheuen. Wer nicht studiert, gilt als Prolet, Arbeiter wie Handwerker ohne Abitur rabgieren noch darunter. Das alles führte im Laufe der Jahre dazu, daß immer mehr Eltern ihre oft zu dummen Kinder dazu drängten, das Abi zu machen, oder zur Uni zu gehen, obwohl ihre "Kleinen" die gebohrenen Schreinertalente gewesen wären. Aber "so einer" ist ja nichts wert.
Ganz anders in anderen Ländern: In den Beneluxstaaten ist es an der Tagesordnung, daß angehende junge Akademiker frühmorgens vor der Vorlesung hinter einem offenem Müllwagen hinterherjoggen, und den Mist und Unrat von der Straße in den offen Müllwagen werfen. Nur ein Beispiel. Für kostengünstig saubere Straßen und die ein abnehmen der Arbeitslosenzahl kann so gesorgt werden. Welcher Deutsche käme denn auf so eine Idee, respektive würde sich freiwillig dermaßen erniedrigen, eine so "niedrige" Arbeit zu tun?

Es gibt in Deutschland nicht den geringsten Mangel an Arbeit, im Gegenteil! Aber solange jedes Lieschen-Müller lieber diplomierte Schönheitskönigin als Landschaftspflegerin ist, können wir das Thema Vollbeschäftigung ad acta legen!

Zweiter Punkt: Der Verfall des Sozialstaates
Jemand (AOK-Kunde) entdeckt, daß er ein Loch im Zahn hat. Er geht zum Zahnarzt und bittet um Abhilfe: Der Zahnarzt lächelt und sagt: Die Krankenkasse zahlt den kompletten Preis für die Amalgan-Füllung, welche allerdings nachgewiesenermaßen schlecht für ihre Gesundheit ist. Für eine nicht gesundheitgefährdende Füllung müssen sie schon mitbezahlen, das macht dann 60 Mark. Dann geht er zum Optiker, weil er eine stärkere Brille braucht: Er hat -3 Dioptrin, und der Optiker erklärt ihm, daß er mit mindestens 700 DM rechnen solle, es sei denn er wolle eine extrem häßliche Billigbrille: Die Krankenkasse zahle nämlich pro Brille nur etwa 30 DM zu, egal ob der Patient lediglich eine geringfügige Sehstörung hat, oder ob dieser halbblind durch die Gegend rennt.
Am Abend kommt der Mann nach Hause, und findet im Postkasten folgenden Brief: Seine Großmutter, die seit 3 Jahren im Pflegeheim lebt, hat kein Geld mehr, um die Kosten für daß Pflegeheim mitzutragen (natürlich steuert der Staat großzügig monatlich 3500 DM der 5000 DM die das Pflegeheim kostet bei). Da er der einzige Sohn ist, und seine Schwester, welche in den USA einen Milliardär geheiratet hat, leider US-Bürgerin ist, wird er nun gebeten, nach einer Schnellprüfung, doch die Kosten für das Pflegeheim zu übernehmen.
UND DIESES SZENARIO IST NOCH AKTUELL! Noch sind wir ein "Sozialstaat". Aber wenn ich mir die Rentenreform so ansehe, an die Pflegeversicherungsreform zurückdenke und mir einfällt, daß Teile der Regierung ernsthaft darüber nachdenken, die Krankenversicherung gemäß dem Riesterschen Rentenmodell zu reformieren, kommt mir das Frühstück wieder hoch!

Punkt 3: Die Staatsverschuldung in Verbindung mit den hohen Steuern
Werden uns irgendwann das Genick brechen. Die Bemühungen Eichels, der Verschuldung entgegenzuwirken sind so minimal, daß man es kaum glaubt: Immerhin redet der Mann nicht vom Rückgang der Gesamtverschuldung, sondern lediglich vom Rückgang der zusätzlichen NEU-Verschuldung.

Fazit: Das größte Übel ist Punkt 3
Denn dieser verhindert sämtliche Maßnahmen, um Punkt 1 oder Punkt 2 wirksam zu bekämpfen: Um der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken, währe es sinnvoll, die Lohnnebenkosten zu halbieren: Ein Blick auf Punkt 3, und jeder weiß: "Das geht nicht!"
Um einen wrklichen Sozialstaat aufrechtzuerhalten, müßten dem Gesundheitswesen mehr Geld zukommen, und vor allem den Kranken und sozial schwachen mehr Geld zur Verfügung gestellt werden: Ein Blick auf Punkt 3, und allen ist klar: "Das geht nicht!"
Es bleibt uns allen wohl nichts anderes übrig, als uns daran zu gewöhnen, daß der Sozialstaat Stück für Stück abgetragen wird und sich unser Wirtschaftssystem immer mehr der  amerikanischen "Total-Marktwirtschaft" angleicht, egal wie oft Joschka uns erzählt, daß das unserer europäischen Tradition widerspräche.

cu, seth
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boomer:

Stellt es wirklich einen Verfall des Sozialstaates

 
17.07.01 13:58
dar, wenn die überzogene Inanspruchnahme auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt wird? Stichwort "Sozialmißbrauch".

Fast alle europäischen Staaten einschließlich Schweden sind schon lange tatkräftig diesen Weg gegangen.

.. oder kennt nicht jeder von uns eine Vielzahl von Beispielen, wo unser Sozialstaat mißbraucht wird?

Sozialstaat ja, aber NUR für die wirklich Bedürftigen!

MfG
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borgling:

Hey Seth nett von Dir auch ab und zu zu hören.

 
17.07.01 14:15
Wie immer hast Du recht und ich kann dem nur anfügen. Wann bitte hat das letzte mal ein Deutscher bei der Spargel oder Hopfenernte beim Einholen mitgeholfen? Die Bauern die ich kenne beschäftigen nur Polen usw., die Dankbar sind dass sie Arbeit haben. Aber solange man von unserem Sizialstaat wie ein "König" leben kann, wird sich daran nichts ändern.

Gruß
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taos:

Wenn Sozialhilfe Empfänger

2
17.07.01 15:12
mit 2 Kindern im Monat rund 5000,-- DM haben, warum sollen die arbeiten?
Zuzahlung in der Apoteke, nein zahlt alles das Sozialamt.

Solche Leute werden übrings auch sehr oft überfallen und das ganze Geld ist weg. Macht nichts, vom Sozialamt gibts neues.

Sozialstaat ja, aber stoppt den Mißbrauch.

Taos





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Spitfire33:

Wieso schipft Ihr über den Sozialstaat.

 
17.07.01 15:25
Was ist den mit korrupten Behörden? In jeder größeren Stadt die unter die Lupe genommen wird tritt ein Sumpf ohne Ende zu Tage. Hunderte von Milliarden an Schaden.

Das ganze Geld, das im Ausland von unseren Bonzen angelegt ist. Mallorca in deutscher Hand (haben die Spanier dort überhaupt noch Häuser?).

Dort wo man in Deutschland hinsieht ist nur Sumpf in übelstem Ausmaß. Da macht es sich gut über die Peanuts (kleinen Leute) herzuziehen.

Man sollte schon genauer hinsehen. SF
Antworten
MaMoe:

Der Sozialstaat muss weg ...

 
17.07.01 15:30
Eine Bekannte von mir (nein, nicht so eine ...)
hat von der Sozialhilfe ihre Spirale bezahlt bekommen, dass das mit dem Bu.... besser klappt und mehr Spass macht ...

Irgendwie ist das schon witzig ...

Aber egal, solange man selbst profitieren kann ...

Da hab ich nunmal ein "gefestigtes Weltbild, in dieser Sache (Sozialstaat) " ...
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sfor:

für die arbeiten für die sich die deutschen zu

 
17.07.01 15:47
sind, werden immer mehr ausländer reingeholt; eigentlich könnte jeder deutsche eine arbeit haben
Antworten
Kannibale:

Dann macht doch mal konkrete Vorschläge !

 
17.07.01 15:53
Wenn man den Großteil eurer Postings liest, denkt man, alles wäre ja so einfach zu lösen. Ok, ich stimme zu, dass die Schere zwischen Sozialhilfeempfängern und Niedrigverdienern größer werden muss. Ideen hierzu gibts genug, aber hier greift eben in der Tat Punkt 3 von @Seth Gecko. Aber das mit dem Müllwagen kann ja wohl wirklich nicht im Sinne des Erfinders sein, genauso wenig wie die Gerschichte mit dem überfallenen Sozialhilfeempfänger.....Herrlich plakativ, aber mehr auch nicht. Eine Gesundheitsreform ist sicherlich notwendig, wird aber aus guten Gründen nicht mehr in dieser Legislaturperiode angegangen. Mit gutem Grund, denn eine sofortige Reform würde die jetzige Regierung wohl definitiv die Wiederwahl kosten. Auch im Gesundheitswesen werden wir nicht um gravierende Einschnitte herumkommen. Ich bin zwar auch ein strikter Gegner einer "Zwei-Klassen-Medizin", aber ganz ohne Eigenleistung werden wir wohl nicht mehr auskommen, wollen wir die Krankenkassenbeiträge nicht ins Uferlose wachsen lassen. Entscheidend wäre es, die offensichtliche Ineffizienz des Gesundheitswesens zu beseitigen, aber dem steht eine schier übermächtige Lobyy gegenüber. Eine weitere Tatsache ist, dass wir nicht zu viele Studenten (oder Absolventen) haben, sondern genau das Gegenteil richtig ist. Deutschland als Hochlohnland (aber dafür auch mit hoher Produktivität und hervorragender Infrastruktur) braucht mehr hochqualifizierte Arbeitsplätze, und schon heute wird in einigen Bereichen händeringend nach akademischem Nachwuchs gesucht.  
Antworten
sfor:

es ist ebend so, dass

 
17.07.01 16:01
eine generation aufbaut, eine es gleich hält und die nächste vernichtet

das läßt sich ändern
Antworten
borgling:

@ Kannibale Ein bischen im Gestern lebst Du schon

 
17.07.01 16:03
mit Deiner Vorstellung, denn das zwei Klassen Gesundheitssystem haben wir schon längst!!! Die mienste Praxen behandeln doch gar keine Kassenpatienten mehr. (Gilt natürlich nur für München, den rest kenne ich nicht so genau.)

Und das mit den Hochschulabsolventen ist auch ziemlich naiv, denn es mangelt nicht an der Quantität sondern an der Qualität.

Gruß
Antworten
Kannibale:

@Borgling

 
17.07.01 16:13
Also die meisten Ärzte, die ich kenne, behandeln schon noch beide, mit dem feinen Unterschied, dass sie Privatpatienten lieber haben, weil sie die so richtig gut abkassieren können.

Und bezüglich der Akademiker: Abgesehen vom akuten (nicht nur qualitativen) Mangel an Absolventen in Bereichen wie Maschinenbau oder Informatik ist jetzt schon absehbar, dass Deutschland zukünftig eher noch höheren Bedarf an Akademikern hat, der aus heutiger Sicht national nicht bedient werden kann. So ist jetzt schon zu erkennen, dass wir in einigen Jahren einen Lehrermangel haben werden.
Antworten
flexo:

Ich meine wir leben im Sozialismus,

 
17.07.01 16:15
weil:
Im z.B. Gesundheitswesen nicht das Prinzip "Leistung" zählt, weder bei Ärtzten, Kassenzahlern noch bei den Verwaltern (Kassenärtzliche Vereinigung = Kartell / gesetzl.Krankenkassen = Ausgleichszahlungsfinanzinstitute).
Weil ich inzwischen sogar als Facharbeiter die Liberalen wähle, weil die zumindest das WORT SELBSTVERANTWORTUNG in den Mund nehmen und weil mir daraus einfache Vorteile erwachsen würden, wie freie Kassenwahl, selbstständige Entscheidung ob man eine Arbeitslosenversicherung abschließt oder man eine Pflegeversicherung möchte.
Zu diesem Thema könnte man einen Roman schreiben - angefangen von der Möglichkeit einer selbstständigen Entscheidung jedes einzelnen bis man am Ende daraufkommt, das sich ein System selbst schützt: Vor Arbeit, vor dem Einfluß der Mehrheit, vor dem zurückdrängen der Korruption... usw.
Ich vermute ganz allgemein:
Wer in Deutschland einer der beiden großen Parteien beitritt, der tritt einem noch besseren Versorgungssystem bei, als es die große Masse jemals erhalten wird.
Antworten
boomer:

Richtig flexo, gut erkannt! o.T.

 
17.07.01 16:17
Antworten
boomer:

Wo bleiben die "Grünen" für flexo???

 
17.07.01 16:24
Die Wahrheit hört kaum jemand gerne, woll?
Antworten
stiller teilhaber:

gutes thema........

 
17.07.01 16:48
eigentlich.............
das spiel heißt: catch as catch can. und JEDER spielt es! wo ist das problem ?
das problem ist, wenn es die am unteren rand tun (sozialmißbrauch), ist es verwerflich, weil die den staat, die gesellschaft, wer weiß wen, bescheißen. wenn es die machen, die mehr haben oder eh schon mehr als genug (= es eigentlich gar nicht bräuchten), wird's oft noch nicht mal bemerkt, weil die ganz andere, viel bessere möglichkeiten dafür haben.
es hat sich trotz allem festgefressen und greift immer weiter um sich. d.h. man ist heute schon fast blöd, wenn man NICHT mitmacht (und zwar EGAL in welchen kreisen !) und diese lawine wird sich weiter fortsetzen.

das thema ist allerdings erheblich viel zu komplex, als das man es hier auch nur annährend beleuchten könnte und mich ärgern hier oft die einfachen darstellungen und einfachen 'lösungen' (vorschläge) (= je nachedem, auf welcher seite man steht: die reichen müssen mehr abgeben; die faulen, dummen sollen zum spargelstechen...)
beispiel: polen auf spargelfeldern. warum schickt man nicht deutsche hin. weil's für die polen (= für deren kaufkraft) wirklich gutes geld ist, daß sie da verdienen, bzw. KÖNNTEN sie sonst nirgends in ihrem land für diese art von tätigkeit kriegen. also machen SIE es gerne und FREUEN sich, weil sie GUT verdienen ! für einen deutschen wäre das knochenarbeit, bücken bis zum umfallen für'n appel und 'n ei ! und er macht's nicht, WEIL er NICHT blöd ist !
warum wird von jemandem erwartet, daß er sich für 'n appel und 'n ei krumm macht, NUR weil er sozialhilfeempfänger oder arbeitslos ist ? KEINER würde das (freiwillig) machen !

das ist unser system. und da sind wir bei seths aussage: Aber solange jedes Lieschen-Müller lieber diplomierte Schönheitskönigin als Landschaftspflegerin ist'! ja klar ! auch das ist das system. und wenn das system verlangt, daß ich diplomierte schönheitskönigin sein / werden muß, um viel geld, ruhm und ansehen zu bekommen, warum sollte ich dann landschaftspflegerin werden ? (idealisten sind out !) und auch sie ist NICHT blöd.
und so lange das hauptanliegen unseres systems darin liegt, wirtschaft anzukurbeln, wachsen zu lassen, am konsum teilhaben, so heftig wie es geht, damit sich der kreislauf wieder schließt.... wird sich daran nichts ändern.
denn genau das machen wir und wir machen gerne mit...
nur hat eben nicht jeder die gleichen mittel und möglichkeiten. aber trotz allem möchte jeder (seinen möglichkeiten gemäß) mitmachen ! was ist daran verwerflich ? wir wollen es doch so !
d.h. unser dilemma (nach derzeitiger definition) einfach übersetzt heißt schlicht: uns gehen die blöden aus ! *g*
keiner möchte mehr blöd sein ! (sogar werbend wird schon dazu aufgefordert ;-)

dem lieschen-müller-schönheitsköniginnen syndrom könnte man z.b. damit entgehen, daß JEDE arbeit (vernünftig !) vergütet wird. und das hieße nicht, nach 'wert' und / oder 'anspruch' der arbeit, sondern nach (persönlicher !) leistung (= zeit, können, befähigung...)
ein michael schuhmacher bekommt pro stunde was ? 100.000 ... 200.000 dems, eine putzfrau (unter umständen für erheblich mehraufwendigere arbeit) 15........
wo ist da der unterschied ?
könnte ja kein schwein bezahlen ! natürlich nicht !
aber das zwingt halt jeden, der es auch nur einigermaßen kann, diplomierte schönheitskönigin, statt putzfrau zu werden... so einfach ist das.
denn das ist das system. und wir unterstützen es ja gerne nach besten kräften....

wir könnten auch von der turbo-marktwirdschaft abrücken, auf die wir immer kräftiger zusteuern, denn das nähme einiges an o.g. druck. aber das werden wir nicht tun, weil die maschine in vollem galopp ist.
wir müßten / könnten uns hinsetzen, uns etwas völlig neues, wirklich bis ins letzte detail durchdenken, daß es auch wirklich für alle funktionsfähig wäre (wenn das bei einer derart gigantischen maschinerie überhaupt möglich ist), aber auch das werden und können wir gar nicht.

also... werden wir tun, was wir immer getan haben: wir lassen das ding, so wie es ist, weiterrollen, flickschustern da und dort, wo immer uns ein auswuchs ins auge fällt oder stört... und wenn es sein muß, auch wieder hin und zurück ;-)
und das machen wir so lange, bis das teil wirklich in scherben auseinander bricht und wir GEZWUNGEN sind, wirklich etwas zu ändern.
auch wenn das ganze knarrt und ächzt und stöhnt und jeder damit rechnet, daß es wirklich jeden moment auseinander fällt.... es geht, immer noch und immer wieder geht es weiter......
und das schon ziemlich lange ;-)

grüße
stiller teilhaber
Antworten
mod:

Alle haben es begriffen, nur die Deutschen nicht

 
17.07.01 17:00
Unser Sozialstaat ist nicht mehr finanzierbar!

In der Geschichte der Menschheit sind die fetten, satten Völkerstämme, Staaten immer dekadent geworden und wurden von den Hungrigen hinweggefegt.

Demnächst werden die jungen hungrigen Polen, Tschechen, Russen usw. mit Biß
die Deutschen verdrängen, die zu faul und fett geworden sind und z.B. lieber Zocken als Arbeiten.

Korruption, Sozialmißbrauch, Steuerhinterziehung usw. sind die Begleitmusik
bei diesem Trauerspiel.

Viel Spaß!
Antworten
flexo:

Leute leistungsgerecht bezahlen,

 
17.07.01 17:01
dann komm auch ich zum spargelstechen. Und da ist ein weiteres Problem, es gibt Unternehmer, die nörgeln, weil sie keine Leute finden?! Geht nicht, gibt´s nicht - könnte man das auch nennen. Vielleicht sollten die Unternehmen einfach mal einen reelen Preis für eine ehrliche Leistung anbieten, dann klappts auch mit dem Nachbarn.
Und der größte Hohn ist die Entdeckung des "Kombilohnes", ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für die Arbeitsverwaltung. Subventionen für Unternehmen und Kunden, damit wäre dann eine neue endlose Subventionskette eröffnet.
Antworten
Division:

Jeder muss sich an die eigene Nase packen

 
17.07.01 17:02
Solange jeder versucht ohne Rücksichtz auf andere sein eigenes Ding durchzuziehen wird sich in diesem Land nichts mehr für die Allgemeinheit ändern.

Das Thema ist so komplex das man damit ganze Bücher füllen könnte, deswegen möchte ich nur ein Beispiel nennen, was wir alle irgendwie doch kennen.

STEUERN

Solange Steuerhinterziehung in diesem Land als Volkssport gilt, solange wird der Staat auch nicht mehr genug Geld einnehmen, um z.B. Gesundheitswesen etc. zu finanzieren.
Aber wer ist der Staat???
DER STAAT IST DIE ADDITION (FAST) ALLER HIER LEBENDEN MENSCHEN - also sind wir der Staat!!!
Wer Steuern hinterzieht denkt also nur 1 Meter weit, da er uns alle und letztendlich sich selber damit schadet. Mal ganz davon abgesehen das der ehrliche Steuerzahler dadurch doppelt gef...t ist - da er auch noch schön brav die nächste Steuererhöhung als gegeben hin nimmt. Das wiederum zeigt das typische Verhalten was in diesem Land an der Tagesordnung ist - was kümmern mich andere, solange es mir gut geht...
Zudem fehlt in diesem Land der nötige Patriotismus und damit der nötige Zusammenhalt, wie er im Ausland merklich zu spüren ist (z.B. Sportveranstaltungen, Kriseneinsätze, etc.).

Kein Wunder das sich ein deutscher Sportstar nicht schlecht dabei fühlt seine Kohlen ins Ausland zu transferieren - mit dem Rest in diesem Land hat er ja nichts zu tun.

In anderen Ländern fühlen sich die etwas besser betuchten wenigstens den etwas ärmern verpflichtet gegenüber. Ein Blick auf das Stiftungsverhalten zeigt es deutlich.


Das was ich gerade geschrieben habe, klingt wahrscheinlich sehr konfus. Dennoch hoffe ich das mein Grundanliegen deutlich geworden ist. Selbstverständlich müsste man viel genauer über dieses Thema reden (die Steuern sind in diesem Text nur als Beispiel angeführt), aber dann würden ein 200 seitiges Buch wahrscheinlich nicht einmal ausreichen. Außerdem fehlt mir leider einfach die Zeit, das Thema genauer hier zu besprechen. Wollte lediglich das Kernproblem ansprechen.


Grüße
Division
Antworten
Spitfire33:

Deutschland liegt danieder.

 
17.07.01 17:13
Frage:Welches Land in Europa möchte mit den Deutschen tauschen?

Gruß SF
Antworten
Division:

@stiller teilhaber

 
17.07.01 17:15
Nur weil das System nun schon seit Jahren und Jahrzehnten funktioniert sollte man nicht glauben das es unendlich so weiter gehen wird.

Genauso wie klar war das der Neue Markt sein Ende finden wird, ist auch klar das es mit dem Wohlstand ruckzuck zu Ende gehen kann.

Dabei sollte man bedenken das das Ende oft viel schrecklicher ist als man es sich zuvor ausmalt.

Selbst in der Antike hat man dies begriffen und schrieb solche netten Dinge wie die Geschichte von ATLANTIS.

Wer glaubt das es sich hierbei um fantasie Geschichten handelt, der irrt. Schau in die Geschichte, schaut was es für große Reiche gegeben hat und schaut was davon übrig ist.

Wer jetzt noch glaubt das reiche Europa wird stets reich und fett und gesund und superklassetoll bleiben, der irrt wieder.
Antworten
bmeier:

Was geht denn jetzt ab?

 
17.07.01 17:23
Ist das hier ein Jammer - Board, oder was? Statt Euer Geld an der Börse zu verzocken und hinterher über Papa Staat zu nörgeln, solltet Ihr lieber ein Unternehmen gründen oder in die Politik gehen.
ETWAS BEWEGEN und nicht meckern: das sollte sich in Deutschland ändern!
Antworten
borgling:

Solange in Deutschland keiner für 15 bis 20 DM

 
17.07.01 17:27
die Stunden Spargelstechen will, geht es unserer Gesellschaft als ganzen viel zu gut. Also kein Grund zur Klage den alles ist bestens in unserem Lande!!!

Wenn Deutschland seine Gesetzbegung etwas ändern würde und zur Steueroase mutieren würde, bliebe uns wohl manch ein Steuerflüchtiger erspart. Man wird ja schon bestraft, wenn man in Deutschland reich ist.

Gruß

@bmeiner wenn das Dein Beitrag ist, dann mach bitte da weiter wo Du vor eineinhalb Monaten aufgehört hast.
Antworten
Spitfire33:

Da ist der Staat der die jungen Unternehmer

 
17.07.01 17:31
mit viel Bürokratie hindert,etwas zu bewegen. Die Bürokratie in Deutschland ist daß Problem.

Antworten
woody w:

Ein Freund (Beamter) meint immer zu mir:

 
17.07.01 17:41
"Du mußt Dir endlich einmal einen Job suchen, bei dem Du ausgeruht nach Hause kommst.
Bei uns weiß keiner so richtig morgens, wie wir mit wenig Arbeit über den Tag kommen.
Aber wir schaffen das alle mit privaten Angelegenheiten.
Nach außen stöhnen wir natürlich über die viele Arbeit!"
Antworten
flexo:

Übrigens schüren verschiedene Gruppen in

 
17.07.01 17:53
unserer Gesellschaft (Politik, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften) immer wieder ein Feindbild: Den Gegensatz Arbeitnehmer und Arbeitgeber - dazwischen lebt es sich halt immer noch am besten...Oder wie heißt es, wenn zwei sich streiten dann...
Antworten
stiller teilhaber:

division

 
17.07.01 17:59
mit 'weiter gehen' meinte ich, das das 'ding' an sich weiter läuft (gesellschaft, staatenwesen, global...) nicht immer in ein und der selben form natürlich, sondern, um deine 'beispiele' (untergegangene hochkulturen) zu benutzen: die menschheit ist davon nicht ausgestorben. auch aus schutt und asche entstht (meistens) IMMER wieder etwas. das heißt (bzw. das meinte ich) mit es geht immer weiter.

nach meiner ansicht ist es (aufgrund verschiedener parameter; stichwort: komplexität !) unmöglich (egal wo !) ein system zu schaffen, in / mit dem (und dauerhaft schon gar nicht) ALLE glücklich und zufrieden sind.
dazu reichen unsere fähigkeiten überhaupt nicht aus (denn wir müßten tatsächlich in der lage sein, ALLES mitbedenken zu können... und die meisten können nun mal eh nicht viel weiter, wie eine dicke sau springt ;-))
und deshalb werden wir IMMER wieder nur hüh und hott (= es mal den einen etwas besser machen, mal den anderen; dann fühlen sich die wieder benachteiligt und revoltieren.......) und so WIRD es auch weiterhin immer weiter gehen.

nimm borglings beitrag (nichts gegen borglings ansichten, sondern nur als beispiel): so lange keiner für 15 - 20 dm die stunde (20 dm ? wo denn ?) spargel stechen will, geht es vielen in unserer gesellschaft als ganzem viel zu gut. also kein grund zur klage.......
ich kann das aber nicht isoliert betrachten, weil 15 - 20 dm die stunde für spargelstechen relativ ist. 15 - 20 dm mag für jemanden viel sein, der nur 8 oder 10 kriegt. wichtig ist, WAS kriege ich dafür = bzw. reicht es um meine ansprüche zu befriedigen. und das natürlich IMMER im vergleich mit dem maximum. was haben, können sich andere leisten ?

und wenn ich dann höre, dann muß man eben seine ansprüche anpassen. das ist ausgemachter quark ! marktwirtschaft LEBT von ansprüchen. wir wecken sie. wir wollen sie.

aber ansonsten hast du recht: daß thema ist viel zu komplex, als daß man es hier im schweinsgalopp durchhecheln (oder gar durchsetzbare lösungen... ha ! finden) könnte. und ob ein solcher ort wie ein börsenboard der geeignete ort für eine solche diskussion ist, ist auch die frage. (nichts desto trotz finde ich es gut, wie interessant, daß es auch solche diskussionen hier hier gibt). aber es kann hier eben nur klitzekleine bruchstückchen- und sichtweisenhaft hier 'an-diskutiert' werden (wie man das so schön sagt *g*) und wie auch gut an den bisherigen beiträgen zu sehen.

grüße
stiller teilhaber
Antworten
boomer:

Ja flexo, deshalb mag ich Dich auch so christlich! o.T.

 
17.07.01 18:00
Antworten
ernu:

flexo mit seinen FDP Vorstellungen

 
17.07.01 18:40
wird der erste Sozialhilfeempfänger sein, wenn er die
Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung in eigenen
Händen hat. Wie will er die Versicherungen bezahlen, wenn er
an der Börse oder im Casino sein Geld verzockt hat?
Als Beispiel: tausende Alkoholiker würden das Geld für die
AV oder PV lieber versaufen und verrauchen. Dann wären es
wieder Fälle für die der Staat (Steuerzahler) einterten muss. So geht es nicht finde ich.

Gruß

ernu... wieder
Antworten
flexo:

hi ernu,

 
17.07.01 18:55
ich denke du kennst mich nicht, aber was solls - ob ich meine kohle an der Börse verzocke, oder aber meine gestzl. Krankenkasse, mein liebes Gebühren-ZDF, oder aber die Arbeitsverwaltung oder sonstwer zwangsalimentiertes meine Kohle verbrennt, das selbst entscheiden können wie es verbrannt wird ist doch auch schon was Wert oder?
Und die Alkoholiker trinken Alkohol ob ich nun einzahle oder nicht, oder meinst du die saufen im moment auf Sozialknete weniger?
Antworten
ernu:

Hallöchen flexo!

 
17.07.01 19:08
Das es Alles unbefriedigend für die jungen Leute von heute
ist verstehe ich ja. Was soll ich denn sagen, der 40 Jahre
für Alles und Jeden Mist in dieser Republik bezahlt hat.
Aber wenn ich jetzt mit evtll. 55 Jahren arbeitslos werde,
dann möchte ich auch mal in den Kuchen beißen. Warum werden von meinem Geld Polizeibeamte bezahlt. Damit sie mir bei einem Gläßchen zuviel den Schein abnehmen und mich kräftig zur Kasse bitten? Es ist eine Spirale ohne Ende! Jedermann Recht getan ist eine Kunst die Keiner kann.

Gruß

ernu... wieder
Antworten
MONG:

@bmeier - DU triffst den Nagel auf den Kopf ....

 
17.07.01 19:37
mit wenigen Worten und absolut überzeugend.
Etwas bewegen, etwas aufbauen , als gutes Beispiel vorangehen, im Team arbeiten ...

Die Fa. www.motivieren-handeln-etwas bewegen.de

könnte den richtigen Weg weisen.

MFG
MONG
Antworten
stiller teilhaber:

@ mong

 
17.07.01 20:17
mong, das ist auch nur EIN aspekt, aber nicht DIE lösung.
es gibt genügend leute, sogar solche, die theoretisch ! ganz genau WISSEN, was sie machen sollten, aber sie können es trotzdem nicht umsetzen. und zwar NICHT, wie immer wieder gerne behauptet wird, weil sie zu faul, zu bequem sind, sich nicht aufraffen können oder wollen, sondern schlicht und ergreifend WEIL sie es nicht KÖNNEN !
man müßte diese leute an der hand nehmen, jeden einzelnen und sie da hinführen. wer macht das schon ?

(theoretisch ist die welt sooooooo schön einfach ;-), erst in der praxis wird sie etwas schwierig)

grüße
stiller teilhaber
Antworten
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