Aus dem einstiegen Rechtsstaat mit sozialer Marktwirtschaft und Wirtschaftswunderpower wird zusehends immer mehr ein Staat mit brutaler Marktwirtschaft und trägen, unflexiblen, faulen, mittelmäßig qualifizierten und unkreaktiven Einwohnern.
Nach dem Minirückgang der Arbeitslosigkeit seit einigen Monaten vor dem Regierungswechsel 1998 sind wir der Vollbeschäftigung immer noch so fern wie der Blinde Mann dem Rot des Sonnenuntergangs. Ursachen, neben strukturellen Problemen wie den überhohen Lohnnebenkosten und den hohen Steuern sind m. E. vor allem die oben bereits angeführten: Wir Deutsche sind längst nicht mehr die fleißigen Arbeiter, die sich hie und da durch weltverändernde Innovationskraft (Erfindung des Fernsehens) auszeichnen. Nein, wir sind stinkfaule Möchtegern-Akademiker, die sich vor jeder Arbeit scheuen. Wer nicht studiert, gilt als Prolet, Arbeiter wie Handwerker ohne Abitur rabgieren noch darunter. Das alles führte im Laufe der Jahre dazu, daß immer mehr Eltern ihre oft zu dummen Kinder dazu drängten, das Abi zu machen, oder zur Uni zu gehen, obwohl ihre "Kleinen" die gebohrenen Schreinertalente gewesen wären. Aber "so einer" ist ja nichts wert.
Ganz anders in anderen Ländern: In den Beneluxstaaten ist es an der Tagesordnung, daß angehende junge Akademiker frühmorgens vor der Vorlesung hinter einem offenem Müllwagen hinterherjoggen, und den Mist und Unrat von der Straße in den offen Müllwagen werfen. Nur ein Beispiel. Für kostengünstig saubere Straßen und die ein abnehmen der Arbeitslosenzahl kann so gesorgt werden. Welcher Deutsche käme denn auf so eine Idee, respektive würde sich freiwillig dermaßen erniedrigen, eine so "niedrige" Arbeit zu tun?
Es gibt in Deutschland nicht den geringsten Mangel an Arbeit, im Gegenteil! Aber solange jedes Lieschen-Müller lieber diplomierte Schönheitskönigin als Landschaftspflegerin ist, können wir das Thema Vollbeschäftigung ad acta legen!
Zweiter Punkt: Der Verfall des Sozialstaates
Jemand (AOK-Kunde) entdeckt, daß er ein Loch im Zahn hat. Er geht zum Zahnarzt und bittet um Abhilfe: Der Zahnarzt lächelt und sagt: Die Krankenkasse zahlt den kompletten Preis für die Amalgan-Füllung, welche allerdings nachgewiesenermaßen schlecht für ihre Gesundheit ist. Für eine nicht gesundheitgefährdende Füllung müssen sie schon mitbezahlen, das macht dann 60 Mark. Dann geht er zum Optiker, weil er eine stärkere Brille braucht: Er hat -3 Dioptrin, und der Optiker erklärt ihm, daß er mit mindestens 700 DM rechnen solle, es sei denn er wolle eine extrem häßliche Billigbrille: Die Krankenkasse zahle nämlich pro Brille nur etwa 30 DM zu, egal ob der Patient lediglich eine geringfügige Sehstörung hat, oder ob dieser halbblind durch die Gegend rennt.
Am Abend kommt der Mann nach Hause, und findet im Postkasten folgenden Brief: Seine Großmutter, die seit 3 Jahren im Pflegeheim lebt, hat kein Geld mehr, um die Kosten für daß Pflegeheim mitzutragen (natürlich steuert der Staat großzügig monatlich 3500 DM der 5000 DM die das Pflegeheim kostet bei). Da er der einzige Sohn ist, und seine Schwester, welche in den USA einen Milliardär geheiratet hat, leider US-Bürgerin ist, wird er nun gebeten, nach einer Schnellprüfung, doch die Kosten für das Pflegeheim zu übernehmen.
UND DIESES SZENARIO IST NOCH AKTUELL! Noch sind wir ein "Sozialstaat". Aber wenn ich mir die Rentenreform so ansehe, an die Pflegeversicherungsreform zurückdenke und mir einfällt, daß Teile der Regierung ernsthaft darüber nachdenken, die Krankenversicherung gemäß dem Riesterschen Rentenmodell zu reformieren, kommt mir das Frühstück wieder hoch!
Punkt 3: Die Staatsverschuldung in Verbindung mit den hohen Steuern
Werden uns irgendwann das Genick brechen. Die Bemühungen Eichels, der Verschuldung entgegenzuwirken sind so minimal, daß man es kaum glaubt: Immerhin redet der Mann nicht vom Rückgang der Gesamtverschuldung, sondern lediglich vom Rückgang der zusätzlichen NEU-Verschuldung.
Fazit: Das größte Übel ist Punkt 3
Denn dieser verhindert sämtliche Maßnahmen, um Punkt 1 oder Punkt 2 wirksam zu bekämpfen: Um der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken, währe es sinnvoll, die Lohnnebenkosten zu halbieren: Ein Blick auf Punkt 3, und jeder weiß: "Das geht nicht!"
Um einen wrklichen Sozialstaat aufrechtzuerhalten, müßten dem Gesundheitswesen mehr Geld zukommen, und vor allem den Kranken und sozial schwachen mehr Geld zur Verfügung gestellt werden: Ein Blick auf Punkt 3, und allen ist klar: "Das geht nicht!"
Es bleibt uns allen wohl nichts anderes übrig, als uns daran zu gewöhnen, daß der Sozialstaat Stück für Stück abgetragen wird und sich unser Wirtschaftssystem immer mehr der amerikanischen "Total-Marktwirtschaft" angleicht, egal wie oft Joschka uns erzählt, daß das unserer europäischen Tradition widerspräche.
cu, seth
Nach dem Minirückgang der Arbeitslosigkeit seit einigen Monaten vor dem Regierungswechsel 1998 sind wir der Vollbeschäftigung immer noch so fern wie der Blinde Mann dem Rot des Sonnenuntergangs. Ursachen, neben strukturellen Problemen wie den überhohen Lohnnebenkosten und den hohen Steuern sind m. E. vor allem die oben bereits angeführten: Wir Deutsche sind längst nicht mehr die fleißigen Arbeiter, die sich hie und da durch weltverändernde Innovationskraft (Erfindung des Fernsehens) auszeichnen. Nein, wir sind stinkfaule Möchtegern-Akademiker, die sich vor jeder Arbeit scheuen. Wer nicht studiert, gilt als Prolet, Arbeiter wie Handwerker ohne Abitur rabgieren noch darunter. Das alles führte im Laufe der Jahre dazu, daß immer mehr Eltern ihre oft zu dummen Kinder dazu drängten, das Abi zu machen, oder zur Uni zu gehen, obwohl ihre "Kleinen" die gebohrenen Schreinertalente gewesen wären. Aber "so einer" ist ja nichts wert.
Ganz anders in anderen Ländern: In den Beneluxstaaten ist es an der Tagesordnung, daß angehende junge Akademiker frühmorgens vor der Vorlesung hinter einem offenem Müllwagen hinterherjoggen, und den Mist und Unrat von der Straße in den offen Müllwagen werfen. Nur ein Beispiel. Für kostengünstig saubere Straßen und die ein abnehmen der Arbeitslosenzahl kann so gesorgt werden. Welcher Deutsche käme denn auf so eine Idee, respektive würde sich freiwillig dermaßen erniedrigen, eine so "niedrige" Arbeit zu tun?
Es gibt in Deutschland nicht den geringsten Mangel an Arbeit, im Gegenteil! Aber solange jedes Lieschen-Müller lieber diplomierte Schönheitskönigin als Landschaftspflegerin ist, können wir das Thema Vollbeschäftigung ad acta legen!
Zweiter Punkt: Der Verfall des Sozialstaates
Jemand (AOK-Kunde) entdeckt, daß er ein Loch im Zahn hat. Er geht zum Zahnarzt und bittet um Abhilfe: Der Zahnarzt lächelt und sagt: Die Krankenkasse zahlt den kompletten Preis für die Amalgan-Füllung, welche allerdings nachgewiesenermaßen schlecht für ihre Gesundheit ist. Für eine nicht gesundheitgefährdende Füllung müssen sie schon mitbezahlen, das macht dann 60 Mark. Dann geht er zum Optiker, weil er eine stärkere Brille braucht: Er hat -3 Dioptrin, und der Optiker erklärt ihm, daß er mit mindestens 700 DM rechnen solle, es sei denn er wolle eine extrem häßliche Billigbrille: Die Krankenkasse zahle nämlich pro Brille nur etwa 30 DM zu, egal ob der Patient lediglich eine geringfügige Sehstörung hat, oder ob dieser halbblind durch die Gegend rennt.
Am Abend kommt der Mann nach Hause, und findet im Postkasten folgenden Brief: Seine Großmutter, die seit 3 Jahren im Pflegeheim lebt, hat kein Geld mehr, um die Kosten für daß Pflegeheim mitzutragen (natürlich steuert der Staat großzügig monatlich 3500 DM der 5000 DM die das Pflegeheim kostet bei). Da er der einzige Sohn ist, und seine Schwester, welche in den USA einen Milliardär geheiratet hat, leider US-Bürgerin ist, wird er nun gebeten, nach einer Schnellprüfung, doch die Kosten für das Pflegeheim zu übernehmen.
UND DIESES SZENARIO IST NOCH AKTUELL! Noch sind wir ein "Sozialstaat". Aber wenn ich mir die Rentenreform so ansehe, an die Pflegeversicherungsreform zurückdenke und mir einfällt, daß Teile der Regierung ernsthaft darüber nachdenken, die Krankenversicherung gemäß dem Riesterschen Rentenmodell zu reformieren, kommt mir das Frühstück wieder hoch!
Punkt 3: Die Staatsverschuldung in Verbindung mit den hohen Steuern
Werden uns irgendwann das Genick brechen. Die Bemühungen Eichels, der Verschuldung entgegenzuwirken sind so minimal, daß man es kaum glaubt: Immerhin redet der Mann nicht vom Rückgang der Gesamtverschuldung, sondern lediglich vom Rückgang der zusätzlichen NEU-Verschuldung.
Fazit: Das größte Übel ist Punkt 3
Denn dieser verhindert sämtliche Maßnahmen, um Punkt 1 oder Punkt 2 wirksam zu bekämpfen: Um der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken, währe es sinnvoll, die Lohnnebenkosten zu halbieren: Ein Blick auf Punkt 3, und jeder weiß: "Das geht nicht!"
Um einen wrklichen Sozialstaat aufrechtzuerhalten, müßten dem Gesundheitswesen mehr Geld zukommen, und vor allem den Kranken und sozial schwachen mehr Geld zur Verfügung gestellt werden: Ein Blick auf Punkt 3, und allen ist klar: "Das geht nicht!"
Es bleibt uns allen wohl nichts anderes übrig, als uns daran zu gewöhnen, daß der Sozialstaat Stück für Stück abgetragen wird und sich unser Wirtschaftssystem immer mehr der amerikanischen "Total-Marktwirtschaft" angleicht, egal wie oft Joschka uns erzählt, daß das unserer europäischen Tradition widerspräche.
cu, seth