19. März 2003 Der Irakkrieg steht unmittelbar bevor und beseitigt - so makaber das klingen mag - die geopolitischen Unsicherheiten, zumindest vorerst. Die Börsen reagieren prompt, die Kurse steigen. Viele Anleger mögen dabei die Erinnerung an den vergangenen Golfkonflikt und andere Krisen im Hinterkopf haben und greifen reflexartig zu. Denn in der Vergangenheit boten solche Krisen in der Regel gute Kaufgelegenheiten für Börsianer.
Diese Entwicklung sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich aus der Vergangenheit nur bedingt lernen lässt. Denn so ähnlich sich bestimmte Konstellationen auch sein mögen, das Umfeld ist jeweils ein anderes. In diesem Zusammenhang geben längerfristig betrachtet nicht nur die übergeordnete Baisse und die makroökonomischen Ungleichgewichte zu denken, sondern speziell mit dem Blick auf Deutschland auch eine Studie von UBS Warburg. Und die hat es in sich.
„Es ist noch nicht zu spät, deutsche Aktien zu verkaufen“
Denn die Analysten zeichnen für die Zukunft der deutschen Finanzmärkte ein düsteres Bild. “Wir rechnen damit, dass die deutsche Wirtschaft und die Finanzmärkte auf Jahre hinaus unattraktiv bleiben“, lautet das Fazit. Bei den Versuchen zu Reformen würden die Märkte sich langfristig allenfalls seitwärts bewegen. Auf lange Sicht dürften Gewinnwachstum, Profitabilität und Eigenkapitalrendite deutscher Unternehmen unter Druck stehen, heißt es. „Es ist noch nicht zu spät, deutsche Aktien zu verkaufen“, lautet eine Kernaussage.
Die Gründe für Maläse lassen sich in wenigen Worten bündeln: Eine ökonomisch schlecht umgesetzte Wiedervereinigung, ein zu hoher Wechselkurs der Mark bei der Einführung des Euro, ein schrumpfender Bausektor, strukturelle Inflexibilitäten - insbesondere im Arbeitsmarkt -, eine stetig steigende Belastung durch Steuern und Sozial- und Krankenversicherungsbeiträge und eine ungünstige Entwicklung der Bevölkerungsstruktur. In jüngster Zeit käme dazu noch eine Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe, die die Unternehmen in ihrer Entwicklung hemmen könnte.
Längere Maläse belastet Inlandsnachfrage und verschuldete Unternehmen
Deutschland stehe nun an einem Scheideweg. Rasche und tief greifende Reformschritte seien unwahrscheinlich, stattdessen werde der Trend zu graduellen Veränderungen anhalten - “mit dem Ergebnis, dass das Land zwar den Kollaps wird abwenden können, aber die schwache Entwicklung des vergangenen Jahrzehnts fortsetzen dürfte“, so die Prognose. Besonders verwundbar seien vor diesem Hintergrund vor allem diejenigen Unternehmen und Sektoren, die stark von der Inlandsnachfrage abhängen oder hoch verschuldet seien.
Hierzu zählten der Telekombereich, der Transportsektor, der Einzelhandel, die Produzenten langlebiger Konsumgüter, ferner die Freizeit- und Unterhaltungsindustrie sowie Versorger. “Mit Blick auf einzelne Unternehmen gelten unsere Sorgen vor allem der Deutschen Telekom, Continental, MAN, der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Münchener Rück“, schreiben die Analysten.

Diese Entwicklung sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich aus der Vergangenheit nur bedingt lernen lässt. Denn so ähnlich sich bestimmte Konstellationen auch sein mögen, das Umfeld ist jeweils ein anderes. In diesem Zusammenhang geben längerfristig betrachtet nicht nur die übergeordnete Baisse und die makroökonomischen Ungleichgewichte zu denken, sondern speziell mit dem Blick auf Deutschland auch eine Studie von UBS Warburg. Und die hat es in sich.
„Es ist noch nicht zu spät, deutsche Aktien zu verkaufen“
Denn die Analysten zeichnen für die Zukunft der deutschen Finanzmärkte ein düsteres Bild. “Wir rechnen damit, dass die deutsche Wirtschaft und die Finanzmärkte auf Jahre hinaus unattraktiv bleiben“, lautet das Fazit. Bei den Versuchen zu Reformen würden die Märkte sich langfristig allenfalls seitwärts bewegen. Auf lange Sicht dürften Gewinnwachstum, Profitabilität und Eigenkapitalrendite deutscher Unternehmen unter Druck stehen, heißt es. „Es ist noch nicht zu spät, deutsche Aktien zu verkaufen“, lautet eine Kernaussage.
Die Gründe für Maläse lassen sich in wenigen Worten bündeln: Eine ökonomisch schlecht umgesetzte Wiedervereinigung, ein zu hoher Wechselkurs der Mark bei der Einführung des Euro, ein schrumpfender Bausektor, strukturelle Inflexibilitäten - insbesondere im Arbeitsmarkt -, eine stetig steigende Belastung durch Steuern und Sozial- und Krankenversicherungsbeiträge und eine ungünstige Entwicklung der Bevölkerungsstruktur. In jüngster Zeit käme dazu noch eine Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe, die die Unternehmen in ihrer Entwicklung hemmen könnte.
Längere Maläse belastet Inlandsnachfrage und verschuldete Unternehmen
Deutschland stehe nun an einem Scheideweg. Rasche und tief greifende Reformschritte seien unwahrscheinlich, stattdessen werde der Trend zu graduellen Veränderungen anhalten - “mit dem Ergebnis, dass das Land zwar den Kollaps wird abwenden können, aber die schwache Entwicklung des vergangenen Jahrzehnts fortsetzen dürfte“, so die Prognose. Besonders verwundbar seien vor diesem Hintergrund vor allem diejenigen Unternehmen und Sektoren, die stark von der Inlandsnachfrage abhängen oder hoch verschuldet seien.
Hierzu zählten der Telekombereich, der Transportsektor, der Einzelhandel, die Produzenten langlebiger Konsumgüter, ferner die Freizeit- und Unterhaltungsindustrie sowie Versorger. “Mit Blick auf einzelne Unternehmen gelten unsere Sorgen vor allem der Deutschen Telekom, Continental, MAN, der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Münchener Rück“, schreiben die Analysten.
