News - 10.12.07 08:47
Börsen am Morgen: UBS schockt Anleger
Eine Hiobsbotschaft über erneute milliardenhohe Abschreibungen der UBS im Zusammenhang mit der US-Subprime Krise hat europaweit die Märkte verunsichert. Starke Kursverluste der Finanzwerte drückten die Indizes ins Minus.
Der Dax notierte 0,5 Prozent schwächer bei 7957 Punkten, der Stoxx 50 verlor 0,3 Prozent. Der Pariser CAC 40 fiel um 0,5 Prozent, der Londoner FTSE 100 gab 0,3 Prozent nach.
Die Schweizer UBS teilte mit, im Zusammenhang mit der Subprime-Krise weitere 10 Mrd. $ abzuschreiben. Zugleich gab die Bank Schritte zur Stärkung ihrer Kapitalbasis bekannt und sagte, dass bei zwei strategischen Investoren neues Kapital in Höhe von 13 Mrd. Franken platziert werde. Davon entfallen 11 Mrd. Franken auf die Government of Singapore Investment Corporation und 2 Mrd. auf einen ungenannten Investor aus dem Nahen Osten. UBS -Papiere gaben um 2,1 Prozent nach.
Zahlreiche Branchenmitstreiter gerieten unter Verkaufsdruck: Société Générale -Papiere büßten ein Prozent ein, Royal Bank of Scotland verzeichneten ein Minus von 1,2 Prozent, HSBC verbilligten sich um 1,1 Prozent und auch Allianz , Barclays und Fortis gaben nach.
Im Dax rutschten die Finanzwerte ebenfalls in die Verlustzone. Postbank notierten 1,4 Prozent schwächer, Deutsche Bank verloren 1,2 Prozent, Allianz büßten 0,8 Prozent ein, und Hypo Real Estate verbilligten sich um 0,6 Prozent.
Bayer -Aktien gewannen. Der Pharma- und Chemiekonzern hat mit seinem Krebsmittel Zevalin in einer Studie Fortschritte erzielt und meldete auch bei der Entwicklung seines neuen Thrombosemittels Rivaroxaban, dem größten Hoffnungsträger seines Pharmageschäfts, Fortschritte. Die Aktie stieg um 0,8 Prozent
Japanische Finanzwerte begehrt
Die asiatischen Märkte schlossen im Minus. Zunächst trieben unerwartet gute Daten zum Auftragseingang der Maschinenbau-Branche die Kurse in Japan leicht ins Plus, später notierte die Börse im Minus. Händler machten Sorgen um die Konjunktur in Japan und den USA für die Kursabschläge verantwortlich. Zudem waren am Freitag von der Wall Street keine starken Impulse ausgegangen, die von Tokio hätten aufgenommen werden können. Die Anleger warteten außerdem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank, die für Dienstag geplant ist. Am Freitag steht dann die Veröffentlichung des Tankans-Bericht an, der Aufschluss über die Stimmung bei den japanischen Unternehmen geben soll.
Der 225 Werte umfassende Nikkei schloss 0,2 Prozent tiefer bei 15.924 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index ging mit einem Minus von ebenfalls 0,2 Prozent bei 1558 Punkten aus dem Handel. Auch die Börsen in Südkorea, Taiwan, Hongkong und Singapur verzeichneten Abschläge von bis zu 1,4 Prozent.
Zu den Gewinnern in Tokio zählten die Finanzwerte. So verteuerten sich zum Beispiel Sumitomo -Papiere um 0,5 Prozent auf 954.000 Yen. Händler erklärten die Kursaufschläge mit einer Erholung des Sektors. Finanzwerte hatte im Zuge der US-Immobilienkrise deutliche Verluste verzeichnet.
Der Euro verlor gegenüber dem Dollar etwas an Boden und notierte bei 1,4644 $. Der Dollar zog zur japanischen Währung auf 111,87 Yen an. Der Ölpreis fiel unter 88 $ und damit unter die 90-Dollar-Marke. Händler begründeten die Verbilligung mit Befürchtungen, dass eine Konjunkturabschwächung in den USA zu einer geringeren Ölnachfrage führen könnte.
Die US-Börsen hatten am Freitag beinahe unverändert geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte trat auf der Stelle und ging bei 13.625 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,2 Prozent nach auf 1504 Zähler. Der Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 2706 Stellen.
Von Anne Kunz (Frankfurt)
Quelle: Financial Times Deutschland
News druckenName Aktuell Diff.% Börse
Allianz SE vink.Namens-Aktien o.N. 142,52 -0,86% XETRA
BARCLAYS ORD 25P 557,50 -1,50% London Dom Quotes
BAYER AG Inhaber-Aktien o.N. 59,10 +1,25% XETRA
DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N. 89,28 -0,97% XETRA
DEUTSCHE POSTBANK AG NAMENS-AKTIEN O.N. 58,40 -0,75% XETRA
FORTIS 18,89 -0,84% Amsterdam
HSBC HLDGS.UK ORD $0.50 (UK REG) 850,00 -0,99% London Dom Quotes
Hypo Real Estate Holding AG Inhaber-Stammaktien o.N. 38,16 +0,03% XETRA
ROYAL BANK SCOT ORD 25P 475,50 -1,71% London Dom Quotes
SOCIETE GENERALE 105,61 -0,87% Paris
SUMITOMO CORP. Registered Shares o.N. 9,61 -0,72% Frankfurt
UBS N 56,60 -1,05% VIRT-X
News - 10.12.07 09:03
AKTIE IM FOKUS: UBS schwächer erwartet - Hohe Abschreibungen, Kapitalerhöhung
ZÜRICH (dpa-AFX) - UBS werden am Montag nach Milliardenabschreibungen und einer umfangreichen Kapitalerhöhung tiefer erwartet. Bis um 8.15 Uhr wurden UBS-Titel im vorbörslichen Handel von Clariden Leu allerdings nicht gestellt. Die Papiere gingen am Freitag bei 57,20 Schweizer Franken (CHF) aus dem Handel. Der Swiss-Market-Index (SMI) notierte vorbörslich um 0,38 Prozent tiefer bei 8.767,87 Zählern.
Händler halten nach einer tieferen Eröffnung eine Erholung in den UBS-Papiere für möglich. Im Handel sorge weniger die Tatsache erneuter Abschreibungen als vielmehr deren Grössenordnung für Aufsehen. Die Flurbereinigung werde zudem mit einer hohen Verwässerung der zukünftigen Gewinne erkauft, so die erste Reaktion am Markt. Einige Börsianer bezeichneten die von der UBS in Aussicht gestellten Wertberichtigungen und Abschreibungen indes als äußerst negativ. Selbst die pessimistischsten Annahmen würden vom Umfang her in den Schatten gestellt. Die geplante Kapitalerhöhung über eine Pflichtwandelanleihe und die Auszahlung einer Aktiendividende anstatt einer Bardividende werde die zukünftige Ertragskraft stark verwässern.
Die Kommentare der Firmenverantwortlichen in Bezug auf die Entwicklung im Wealth Management würden dagegen als positiv bezeichnet. Die Großbank konnte in den Monaten Oktober und November weitere Neugeldzuflüsse melden. Dass die UBS mit den bekannt gegebenen Massnahmen einen Schlussstrich unter ihre Engagements im Subprime Bereich mache, sei ebenfalls positiv. Händler wollen nicht ausschliessen, dass am Markt in Zukunft wieder auf eine Abspaltung des Investment Bankings spekuliert wird./lb/ra/AWP/fat/ag
Quelle: dpa-AFX
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SMI 8.786,71 -0,15% Schweizer Indizes
UBS N 56,50 -1,22% VIRT-X
Dafür hält sich der Kursverlust noch in Grenzen.