Im DAX geht es weiterhin aufwärts und es scheint nur noch eine Frage der Zeit, eine reine Formalität zu sein, bis die nächste, beachtenswerte Hürde bei 5.000 überwunden ist. Wer dieses Ziel vor 16 Handelstagen, also nach den Terroranschlägen vom
7. Juli in London prognostiziert hätte, wäre vermutlich ob seines Mutes bewundert worden. Heute interessiert das niemanden mehr so richtig. Der DAX bei 5.000, das zeuge bereits von Pessimismus, sagen einige. Da will man schon mehr sehen – eine griffige Zahl wie 6.000 etwa. Aber Gemach, Gemach. Soweit sind wir noch nicht. Allerdings ist eines augenfällig: Seit diesem Datum, wo manch einer das Ende der Aufwärtsbewegung
kommen sah, gab es drei zwei Tage, an denen das Börsenbarometer mit einem Tagesverlust
geschlossen hat. Und kein Mal übrigens mit mehr als zehn Punkten! Das war also kein Markt für Zauderer, sondern für Mutige. Aber genau dieser Mut scheint vielen Börsianern zu fehlen. Wenn dann auch noch von einigen Kommentatoren vor Euphorie gewarnt wird, fühlt sich mancher sogleich an die Jahre 1998 und 1999 erinnert. Und an die Zeit
danach. Drei Jahre, aus denen wir alle gelernt haben wollen, nicht zur Unzeit und zu hohen Kursen in den Markt einzusteigen. Allerdings dokumentieren die Umfragen einiger
Institute recht unterschiedliche Einstellungen, etwa die der Privatanleger, zum Aktienmarkt. Während die Statistiken der Fondsbranche immer noch belegen, wie Anleger zumindest bis Anfang Juni per Saldo Geld aus dem Aktienmarkt abgezogen haben,
zeigt eine Studie des Deutschen Aktieninstituts (DAI), dass zumindest die Zahl der direkten und indirekten Aktionäre erstmals seit vier Jahren wieder
gestiegen ist. Ob deren materielle Einsätze am Markt jedoch hoch waren, darf bezweifelt werden. Auch die mittelfristig orientierten Akteure scheinen derzeit nicht durch übertriebene Commitments von sich Reden zu machen. Zumal ihr Optimismus (vgl.
Deutsche Börse AG) derzeit gerade einmal am Jahresmittel und nicht in gefährlichen Extrembereichen liegt. Wenn aber nur geringe Gewinne anfallen, gibt es logischerweise auch nicht viel zu realisieren. Und wenn ein großer Teil der Händler viel lieber noch auf Korrekturen als auf den Trend setzt, bleiben erstere oft aus oder sie kommen erst
dann zustande, nachdem erheblich höhere Niveaus erreicht worden sind. Deswegen setzen wir weiterhin auf den Aufwärtstrend, dem wir nach wie vor 4.980 bzw. 5.130 Punkte zutrauen. Das Risiko-Limit müssen wir – allein aus Chance/Risiko-Erwägungen
– auf 4.785/95 Zähler erhöhen.
Joachim Goldberg
WICHTIGE DAX NIVEAUS
W I D E R S T A N D
...5.152/57 nn
5.015 n
4.980 n
4.952/60 nn
4.910 n
Settlement Vorwoche: 4.886,5 (+1,0 %)
4.870 n
4.830 nn
4.785/95 nn
4.720 n
...4.491 TREND
U N T E R S T Ü T Z U N G
nnn STARK / nn GUT / n GERING