Trotz schwacher Vorgaben der amerikanischen Börsen dürfte der der Dax am Montag den Handel gut behauptet aufnehmen, nachdem die asiatischen Märkte deutlich freundlicher tendieren. Aktienstrategen erwarten auch für die kommende Woche kein Ende des Aufwärtstrends, sondern rechnen mit frischen Impulsen durch Geschäftszahlen einer Reihe von großen Unternehmen wie BMW, KarstadtQuelle und BASF. Allerdings stehen für den Montag keine Berichte an.

Rentenmarkt weiterhin in der „Neutralitätszone”
Die Konsoliderungstendenzen an den europäischen Rentenmärkte sollten sich am Montag weiter fortsetzen. Am Freitag hatten amerikanische und europäischen Renten mit Kursverlusten auf robuste amerikansiche Konjunkturdaten reagiert. Außerdem gilt eine Konsoliderung als überfällig.
Dollar im frühen Handel kaum verändert
Fester wird der Euro gegen den Dollar am Montag erwartet. Der Dollar hatte im fernöstlichen Devisenhandel am Montag zunächst fester tendiert. Nachdem aber der Internationale Währungsfond in seinem Jahresbericht zur amerikanischen Wirtschaft den Dollar als überbewertet bezeichnet hatte, begann sich die Richtung zu drehen. Aktuell kostet der Euro 1,2185 Dollar. Das Niveau des Dollar „bliebe über dem, das notwendig sei”, um das Leistungsbilanzdefizit des Landes zu verringern, hieß es beim IWF.
Auch der Yen steht unter Druck. Hintergrund ist die für Freitag erwartete Abstimmung in der zweiten Kammer des japanischen Parlaments über die Privatisierung der Post. Ministerpräsident Junichiro Koizumi hat mit der Auflösung des Parlaments und vorfristigen Neuwahlen gedroht, falls das Gesetz durchfallen sollte. Das Ergebnis könnte knapp ausfallen: In der ersten Parlamentskammer wurde es mit nur fünf Stimmen Vorsprung angenommen. „Das politische Risiko sorgt für Verkaufsdruck beim Yen”, sagte ein Händler. Derzeit wird der Euro mit 136,64 Yen gehandelt.
Tokios Börse tendiert fester
Etwas fester zeigt sich der Aktienmarkt in Tokio am Montag im späten Handel. Der Nikkei legt gegen 13.12 Uhr Ortszeit um 0,4 Prozent bzw. 50 Punkte auf 11.950 Punkte zu, während der Topix 0,6 Prozent bzw. 7 Punkte auf 1.212 Punkte gewinnt. Gute Quartalsergebnisse der Unternehmen aus der Vorwoche wie beispielsweise von NTT DoCoMo drängten die schwachen Vorgaben der Wall Street vom Freitag etwas in den Hintergrund und sorgten für moderate Käufe, berichten Marktteilnehmer. Dennoch sehe der Markt derzeit knapp unter dem Jahreshoch zunächst gedeckelt aus. Daran dürfte sich auch kurzfristig nichts ändern, bevor weitere wichtige Unternehmensberichte und am Nachmittag aus den Vereinigten Staaten der ISM-Index gemeldet würden, heißt es.
Mizuho Financial Group verteuern sich um 0,4 Prozent auf 509.000 Yen und profitieren damit von günstig ausgefallenen Quartalszahlen und einem erhöhten Ausblick. Favorisiert werden des weiteren Aktien von Seefrachtunternehmen, nachdem Kawasaki Kisen einem Bericht zufolge einen Großauftrag von LNG erhalten hat. Die Aktie gewinnt 2,3 Prozent. Auch Nippon Yusen und Mitsui OSK legen in diesem Sog zu.
Aktienkurse in Hongkong tendieren fester
Etwas fester und auf einem Viereinhalbjahreshoch zeigt sich die Börse in Hongkong zum Wochenauftakt. Der HSI steht zum Ende der ersten Sitzungshälfte 0,4 Prozent bzw. knapp 59 Punkte höher bei knapp 14.940. Getragen werde das Plus maßgeblich vom Indexschwergewicht HSBC (plus 0,6 Prozent auf 127,10 Hongkong-Dollar), das mit der Hoffnung auf über Erwarten liegende Quartalszahlen gekauft werde, berichten Händler. Sollte HSBC nicht mit über Erwarten schwachen Daten aufwarten, dürfte der HSI die 15.000-Punkte-Markte überspringen, heißt es bei Phillip Asset Management. Neben HSBC liegen China Mobile mit plus 1,1 Prozent auf 31,55 Dollar gut im Markt. UBS hat das Kursziel auf 36 Dollar erhöht.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluß
Nachbörslich tendierten amerikanische Aktien am Donnerstag etwas freundlicher. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator schloß 0,15 Prozent höher bei 1.607,53 Punkten.
Home Depot zeigten sich unverändert bei 43,51 Dollar, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, von der Staatsanwaltschaft eine Vorladung erhalten zu haben. Hintergrund seien Umgang mit und Entsorgung von Sondermüll. Avon Products tendierten unverändert bei 32,71 Dollar. Dem Unternehmen wird in einer Gemeinschaftsklage unter anderem vorgehalten, dem Markt Informationen über die Geschäftslage vorenthalten zu haben. ITT Educational Services gewannen 2,1 Prozent auf 52,35 Dollar, nachdem die Wertpapieraufsicht eine Untersuchung gegen das Unternehmen ohne weitere Konsequenzen eingestellt hat.
Analysten erwarten Abschwächung der amerikanischen Börsenrally
Nach einer Verlangsamung des amerikanischen Wirtschaftswachstum könnte sich die jüngste Rally an der Wall Street nach Einschätzung von Analysten in dieser Woche etwas abschwächen. Im Blick der Investoren bleiben die Quartalszahlen von Unternehmen und Konjunkturdaten wie die zum Arbeitsmarkt. „Das wirtschaftliche Umfeld entwickelt sich für viele Firmen zunehmend unfreundlicher und das Potential für ordentliche Ergebnis-Zuwächse in den kommenden Quartalen ist geringer”, sagte David Joy von American Express Asset Management. „Ich würde dennoch weiter in Aktien investieren, aber mich von jetzt an hauptsächlich auf große Unternehmen mit beständigem Wachstum konzentrieren.”
Sowohl der Dow-Jones als auch der S&P-500 entwickelten sich im Juli so gut wie seit Dezember 2003 nicht mehr. Auch die Nasdaq legte deutlich zu. Gleichwohl wurde zum Monatsausklang das Bild am Freitag bereits getrübt, als der Ölpreis vorübergehend wieder über 61 Dollar stieg, die Furcht der Anleger vor negativen Folgen hoher Energiekosten wieder aufleben ließ und die Börsen ins Minus drückte. Die Stimmung wurde Händlern zufolge zudem durch die Wachstumszahlen belastet, die von einigen stärker erwartet worden waren. Der Dow verließ den Handel 0,6 Prozent ermäßigt bei 10.641 Punkten, der S&P-500 gab 0,77 Prozent auf 1.234 Zähler nach und der Nasdaq-Index fiel um 0,62 Prozent auf 2.185 Stellen.
„Es wird interessant sein, zu sehen, ob die Berichtssaison quer durch die Bank mit einem positiven Eindruck enden wird oder ob sich die starken Ergebnisse auf Firmen im Energie-Sektor begrenzen werden”, sagte Marktexperte Joy. Dank der gestiegenen Ölpreise hatten Konzerne wie Exxon Mobil und ConocoPhillips besonders starke Ergebnisse vorgelegt. In der dieser Woche stehen die Bilanzen von Duke Energy und Alliant Energy auf dem Programm. Das Augenmerk wird aber vor allem auf Börsen-Schwergewichten wie dem Konsumgüterkonzern Procter & Gamble, dem Kabelnetzbetreiber Comcast und dem Mischkonzern Tyco International liegen.
Zudem stehen diverse Konjunkturdaten an, allen voran die Arbeitsmarktdaten für Juli. Experten erwarten hier im Vergleich zum Juni einen Zuwachs. Allerdings müßten die Zahlen nach Ansicht der Experten wegen des anhaltenden Wirtschaftswachstums und der niedrigen Inflation eigentlich höher ausfallen, als dies bisher der Fall war. „Hier ist ein Teil des Puzzles, das noch nicht richtig paßt”, sagte Bill Strazzullo von State Street Global Markets. „Die Zahlen sollten angesichts all der Impulse, die wir hatten, eigentlich über 250.000 jeden Monat liegen. Das ist eindeutig eine Schwachstelle.”
Amerikanische Anleihen schwächer
Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten haben am Freitag die Notierungen der amerikanischen Anleihen ins Minus geschickt. Zehnjährige Titel fielen 0,22 auf 98,24 und rentieren mit 4,278 Prozent. Der 30 Jahre laufende Longbond verlor 1,07 Punkte auf 113,202. Seine Rendite liegt bei 4,472 Prozent. Zweijährige Anleihen gaben 0,03 Punkte auf 99,23 Zähler nach. Sie rentierten mit 3,999 Prozent. Fünfjährige Anleihen verloren 0,122 auf 98,280 Punkte. Sie rentierten mit 4,121 Prozent.
Eine Serie von Daten belegte das gute Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten. Damit wurden Hoffnungen zunichte gemacht, die Federal Reserve könne ihren Zinserhöhungszyklus in nächster Zeit beenden. Es dürfte weiterhin bei einer Anhebung in maßvollen Schritten bleiben, so ein Volkswirt. Unter den Daten wurden besonders das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal und der Arbeitskostenindex beachtet.
Erwartungsgemäßig lag das Wachstum bei einem Plus von 3,4 Prozent, während die Arbeitskosten geringer stiegen als erwartet. Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für Juli wurde mit 96,5 angegeben, ein Anstieg von 96,0 im Juni. Und der Chicago-Einkaufsmanagerindex lag mit 63,5 deutlich über den erwarteten 60,0.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.