Technischer Morgenkommentar vom 15.02.2006
§15.02.2006 08:08:00
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Allgemeine Beurteilung
Ein Mix aus (am Ende) festen Aktienbörsen, einem weiter fallenden Öl-Preis und einem überaus nervösen Rentenmarkt, prägte das gestrige Bild. In Europa zeigten sich die Aktien-Indizes zunächst von einer uneinheitlichen Seite, bevor am Nachmittag ansteigende US-Börsen die europäischen Märkte in Richtung ihrer Tageshochs schoben. Den bis 22:00 Uhr gehandelten Futures FDAX und FESX gelang am Abend sogar das Sprung über ihre oberen Bereichsbegrenzungen und das Markieren neuer Bewegungs- und Mehrjahreshochs. Unter den vier von uns analysierten US-Indizes (Dow Jones, S&P 500 Index und beide NASDAQ´s), gelang es dem Dow Jones, den avisierten und bisher mehrfach getesteten Widerstandsbereich um 10959 nachhaltig zu überspringen, diese Entwicklung per Schlusskurs zu bestätigen und im Tageshoch punktgenau den letzten sinnvoll herleitbaren Widerstand von Anfang Januar bei 11047 zu erreichen.
Der S&P 500 Index, sowie beide NASDAQ´s konnten ebenfalls deutlich zulegen (jeweils um die 1 Prozent), veränderten jedoch ihr charttechnisches Gesamtbild kaum. Der S&P 500 Index bewegt sich weiterhin innerhalb einer breit gefassten Konsolidierungszone, mit den Begrenzungen in den Bereichen um 1253 und 1287 (definiert im engeren Sinne), bzw. um 1246 und 1294 (definiert im weiteren Sinne), beide NASDAQ´s weisen weiterhin chart- wie markttechnisch definierte Abwärtstrends auf Tagesbasis aus, welche per gestern erwartungsgemäß korrigierten.
Den kräftigen Kursanstieg in den beiden von uns beurteilten asiatischen Indizes (Nikkei 225 und HSI), sahen wir bereits gestern Morgen. Der japanische Nikkei 225 erholte sich am Dienstag, nachdem er den Unterstützungsbereich um 15885 unterschritten hatte und sich von diesem aus wieder nach oben hin ablöste. Heute Morgen setzte er in der Kurseröffnung noch einen oben drauf, rutschte im Handelsverlauf jedoch wieder zurück. Würde der Nikkei 225 jetzt auf aktuellem Kursniveau schließen (siehe Chartbild), läge uns ein negatives Schiebemuster vor, welches die jüngste Reaktion möglicherweise beenden würde.
Ähnliche Entwicklung im HSI, auch hier sahen wir heute Morgen bereits höhere Kurse, aktuell bewegt sich hongkongs Börsenbarometer jedoch weiterhin im positiven Bereich.
Fassen wir zusammen: die gestrige Entwicklung der Aktienmärkte (besonders der Märkte Europas), war im Grunde absehbar (siehe gestrigen Kommentar), intraday jedoch eine unglaubliche Schauckelbörse. Der Chart des intraday-Verlaufes der vereinzelten Indizes weist am Ende zwar verlockende Trendschübe aus, doch ließ die Tagesvolatilität das Arbeiten mit engen Stop-Kursen nur schwer zu.
Im Gesamtbild bestätigte die gestrige Entwicklung in Europa die mittelfristig / strategisch positive Tendenz. Für die US-Indizes gilt vorerst weiterhin ein grundsätzlich neutrales Bild, wobei die Markttechnik auch hier wieder sich verbessernde Tendenzen aufweist.
Die beiden von uns beurteilten asiatischen Indizes durchlaufen eine Stabilisierung, die bei sich verbessernden Europa- und US-Indizes gut auf der Unterseite abgesichert sein sollte.
(Öl-Preis-Entwicklung)
Für den Öl-Preis gibt es derzeit nur eine Richtung, nämlich bergab. Sweet-Oil notiert heute Morgen zur Stunde unterhalb der 60 USD-Marke, Brent-Crude-Oil erreichte im Tagestief die 58.32 USD. Technisch gesehen, weisen beide Sorten unverändert einen absolut intakten Abwärtstrend auf, der im Prinzip in jeder Hinsicht bestätigt ist. Kurzfristig sind jedoch sowohl Sweet-Oil, als auch Brent-Crude-Oil auf Tagesbasis überverkauft, was sie für Reaktionen zunehmend anfällig macht.
Achten Sie im Sweet-Oil bitte auf die Tatsache, dass der Öl-Preis im Tief die Begrenzungslinie, welche den Primärtrend auf der Unterseite markiert, bereits erreicht hat und der Bruch dieser Signallinie seit über zwei Jahren droht. Auch mit Hinblick auf diese Konstellation ist eine Reaktion durchaus denkbar.
Fazit: Zusammenfassend können wir festhalten, dass unsere Erwartungshaltung im Bezug auf fallende Öl-Kurse komplett aufging und aktuell sogar über "das Ziel hinausschießt". Sollten Short-Positionen bestehen, gilt es diese mit Hinblick auf ein steigendes Reaktionsrisiko, unbedingt per Stop-Kurs abzusichern.
Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag !!
Uwe Wagner
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Uwe Wagner ist seit 2004 in einer auf Handelssystemen basierten Vermögensverwaltung tätig. Er ist Mitglied im Verband Technischer Analysten Deutschlands, Gründungsmitglied und Vorstand der Deutsche Gesellschaft für Technische Analyse und hält Vorträge über Technische Analyse und Optionspreistheorien.
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-uw-
Gruss Ice
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Börsengewinne sind Schmerzengeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld...(A.K.)