Marktberichte
 |  |

Wall Street: Rallye trotz Wachstums-SorgenAm Donnerstag sind die US-Börsen mit Gewinnen gestartet. Die Weihnachts-Rallye ist offenbar stärker als die Konjunktursorgen, obwohl das Wirtschaftswachstum am Morgen unerwartet schwach gemeldet wurde. Kurz nach der Glocke verbessert sich der Dow-Jones-Index um 14 Zähler, die Nasdaq legt um 4 Punkte zu.Kurz vor Weihnachten gibt es noch einen Blick auf das
Wirtschaftswachstum, und der bringt nicht, was sich Anleger gewünscht hatten. Statt um 2,2 Prozent ist das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal nur um 2,0 Prozent gestiegen, wie das Wirtschaftsministerium mitteilt.
Man misst damit das schwächste Wirtschaftswachstum seit fast zwei Jahren. Vor allem die Schwäche im Immobiliensektor belastet die Konjunktur, die ansonsten von starken Verbraucherausgaben und hohen Investitionen in Corporate America am laufen gehalten wird.
Ebenfalls schwächer als erwartet zeigt sich zum Jahresende der
Arbeitsmarkt. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind in der vergangenen Woche um 9000 auf 315 000 gestiegen.
Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat zugelegt und notiert mit einem Vier-Wochen-Durchschnitt von fast 2,5 Millionen auf dem höchsten Stand seit fast einem Jahr.
Der Markt sortiert ansonsten eine Reihe von Quartalszahlen, darunter von zwei Konzernen aus dem Lebensmittelsektor. Der Müsli- und Fertiggericht-Spezialist
General Mills blickt auf ein Gewinnwachstum von 4 Prozent und schneidet damit besser ab als erwwartet. Die Prognosen für das Gesamtjahr werden angehoben, und die Aktie verbessert sich. Ebenfalls im Plus steht das Papier von
ConAgra. Der Konzern, zu dem Fleischprodukte und Fertigmahlzeiten gehören, hebt ebenfalls die Aussichten für das Jahr an.
Schwächer notiert die Aktie von
Nike trotz guter Zahlen. Der Sport-Ausrüster bilanziert eine hohe Nachfrage nach einigen neuen Serien wie dem LeBron-Schuh und der Reihe Nike+, die in Kooperation mit
Apple den iPod in den Laufschuh einbindet und zum persönlichen Trainer umfunktioniert. Nike hat den Umsatz um 10 Prozent und den Gewinn um 8 Prozent gesteigert und die Erwartungen der Analysten geschlagen. Allerdings weist man kein Wachstum bei den Gewinnmargen aus, was Anleger irritiert.
In einer rekordverdächtigen Merger-Woche gibt es auch am Donnerstag weitere Übernahmen. Der Rüstungsriese
Raytheon stößt seine Flugzeug-Tochter für 3,3 Milliarden Dollar an die kanadische Onex ab, die von den Investorengrupe bei Goldman Sachs unterstützt wird.
Goldman Sachs und andere private Investoren sollen auch an
Smith & Nephew interessiert sein, einem britischen Medizintechniker, den man unter Umständen mit der bereits am Montag übernommenen
Biomet zusammenführen könnte.
Ebenfalls aus dem Medizinsektor kommt die Nachrichte, dass
GlaxoSmithKline den Biotechniker
Praecis Pharmaceuticals übernimmt. Man zahlt 54,8 Millionen Dollar oder 5 Dollar pro Aktie für den Hersteller eines Medikaments gegen Prostatakrebs. Das ist ein Aufschlag von 150 Prozent auf den letzten Schlusskurs der Praecis-Aktie, die entsprechend im frühen Handel um 145 Prozent zulegt.
Lars Halter - © Wall Street Correspondents Inc.Beste Grüße vom Gesellen 