Warum beendet KPMG am 27.05.2026 sein Mandat als BCL-Prüfungsgesellschaft?
Allerlei unbelegte Vermutungen geistern dazu hier in Ariva und im Web herum.
Ein paar Stichworte dazu sind „BCL Chaosverein“, „BCL Schmuh“, „KPMG Angst um eigenen Ruf“, „KPMG unbefangen BCL-Aktien kaufen“.
Ich sehe es so:
Fakt ist,
KPMG hat das Wirtschaftsprüfer-Mandat bei BCL nur gut ein Jahr innegehabt.
Vorher hatte PwC das Wirtschaftsprüfer-Mandat bei BCL, seit mindestens 1998 war das so.
BCL macht in diesen 2026-Tagen einen radikalen Transformationsprozess durch.
Dieser „aktuelle“ Transformationsprozess begann 2024, mit der EL01.
Zur Historie:
BCL war jahrelang bis 1989 operativer Minenbetreiber von Panguna.
In den 35 Jahren 1989 bis 2024 gab es bei BCL mehrere einschneidende Transformationsprozesse,
vom „Bougainville-Bösewicht“ über „machtloser Panguna-Stadthalter“ über dann mehrere verschiedene weitere Transformationsstufen hin zum aktuellen „Panguna-EL01-Stadthalter“.
2024 begann der heute immer noch laufende radikale Transformationsprozess, der sich nun langsam und dynamischer werdend dem Ende nähert.
Das sagt in diesen Mai-2026-Tagen die autonome Regierung von Bougainville, das ABG, über die aktuelle Rolle von BCL:
„Wir sehen BCL als das zentrale Instrument zur Wiedereröffnung der Panguna-Mine und zur Finanzierung der staatlichen Unabhängigkeit von Bougainville. Wir, das ABG, haben mit 72,9% aller BCL-Aktien, unsere Kontrolle über das Unternehmen BCL massiv ausgebaut und behalten uns das letzte Wort über die strategische Ausrichtung von BCL vor.“
BCL-Bilanzen und die Rolle der Wirtschaftsprüfer dazu:
Seit 1990 benennen praktisch alle BCL-Jahresberichte die BCL-Assets und müssen diese bilanziell bewerten. So weit so normal üblich, auch in PNG ist das so.
Bei BCL sind diese BCL-Assets aber seit 1989 hochpolitisch.
Daher sind auch die BCL-Asset-Bewertungen in den jeweiligen BCL-Jahres-Bilanzen seit 1989 hochpolitisch.
Aber wie bewertet man Assets, die man nicht nach dem Wert bewerten darf?
Wie bewertet man Assets, die nach politischen Abwägungen nationaler Politik bewertet werden sollen?
Politik von PNG, Australien und schließlich auch die ABG-Politik der Insel Bougainville.
Wie bewertet man Assets, die je nach Ergebnis vom jeweiligen Transformationsprozess, politisch unterschiedlich zu bewerten sind?
Heute, im Mai 2026, steht BCL kurz vor dem Ende dieser 37 Jahre lebenden dynamischen Transformationsprozess-Kette.
Die Kette hat in 37 Jahren gefühlt so ungefähr 6 Kettenglieder, also Transformationsprozesse, erlebt.
Nun, im Jahr 2026, „sollen“ die BCL-Assets plötzlich nicht mehr politisch bewertet werden, sondern der tatsächliche Asset-Wert soll in der Bilanz widergespiegelt werden. Für die BCL-Bilanz-2025 hat man sich dazu nochmal irgendwie herausgemogelt.
Aber wie wird man Anfang 2027 die BCL-Assets für das laufende Jahr 2026 in der 2026-BCL-Bilanz bewerten?
Einen allzu großen Bewertungssprung darf es nicht geben, weil das (vielleicht) nicht den
PNG-Regularien entsprechen würde?
Dem ABG und BCL wäre das egal.
Der Prüfungsgesellschaft ist genau das absolut nicht egal, deren Ruf hängt daran, nicht politisch zu handeln, sondern rechtskonform.
Hier will keine Prüfungsgesellschaft am Ende den schwarzen Peter in der Hand halten und sich nachsagen lassen müssen, dass „man“ all die Jahre nach politischen Gesichtspunkten die BCL-Assets bewertet hatte, und nicht nach gesetzlich vorgeschriebenen bilanzüblichen Bewertungskriterien. Daher hat PwC letztes Jahr sein BCL-Prüfungs-Mandat beendet, und aus dem gleichen Grund tat KPMG nun den gleichen Schritt.
Hört sich alles komplex an, ist es aber nicht.
Panguna ist mehr als irgendeine Rohstoffmine.
Panguna ist der Schlüssel für einen neuen Staat.
Und BCL ist für das ABG der Schlüssel zu Panguna und zu dessen Gewinnen.
Und der Punkt ist, wie Clint Eastwood es einmal in einer Szene als „good guy“ ähnlich sagte:
„Die Dollars wollen erst noch verdient werden.“