Ich möchte nicht als "Oberlehrer" klingen, dennoch würde dich auf ein paar Fehleinschätzungen hinweisen.
Im Buch von J. Goldberg und R von Nitzsch "Behavioral Finance" steht folgendes "... Aus der Warscheinlichkeitrechnung ist bekannt, dass die gemeinsame Warscheinlichkeiten zweier Ereignisse nie größer sein kann als die Warschenlichkeit jedes einzelnen Ereignisses. Falls die Warscheinlichkeit für Regen am nächsten Tag mit 40% und für den angekündigten Besuch der Schwiegermutter mit 80% anzusetzen ist, kann das Ereigniss "Schwiegermutter kommt im Regen" nie eine höhere Warscheinlichkeit als 40% besitzen..."
Deswegen müüstest du schon mal in der zweiten Aussage die Warscheinlichkeit zutreffens beider Ereignisse auf 80% heruntersetzen :-)
Dann eine Frage: wie kommst du auf so hohen Waschenlichkeiten?
Ich persönlich "lehne mich aus dem fenster" wenn ich sage 60-70% :-)
Grundlegendes: ich persönlich finde, dass wir beide unterschiedliche Strategien verfolgen. Koregiere mich wenn ich falsch liege. Du hast eine Vorstellung von einem Wert, schäzt die Warscheinlichkeit und spekulierst auf diese.
Ich gehe anderen Weg. Ich habe meine Vorstellungen, wie ein Wert entwickeln könnte, schätze die Warscheinlichkeit (Plan A, Plan B usw.) und warte auf Bestätigungen dieser Warscheinlichkeit. Erst dann agiere ich nach bestimmten Regeln.
Unser Beispiel: Weizen. Ich gehe davon aus, dass Weizen bis zu bestimmten Marken weiter runter geht und weil Zyklus sein Tief im September macht und Weizen tatsächlich dem Verlauf, bis jetzt folgt, erhöhe ich die Warscheinlichkeit auf, sagen wir 60%. Wobei "Behavioral Finance" würde in diesem Fall von 50/50 sprechen :-)
Habe ich "Glück" :-) und Weizenpreis tatsächlich bis zu diesen Marken sinkt und dort versucht Boden zu bilden, werde ich warten bis meine Handelsregeln "sagen" - jetzt aber Long.
Ich stemme mich nicht gegen den Markt, den Markt hat immer Recht und entweder lag ich mit meinen Einschätzungen richtig oder ich lag falsch.
Übrigens, dieses "Falsch" zu erkennen und Fehler zu koregieren ist am schwersten - liegt aber an unserer Psyche :-)
Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
"Hoffnung, Angst und Gier lassen sich nicht mit einer Erfolgreichen Trading-Strategie vereinbaren" W.D. Gann