Interessantes Dokument, hat mich schon immer interessiert.
Einige Anmerkungen, wobei mich insbesondere Kapitel 5 interessiert, Brandbekämpfung.
- Seite 139, Punkt 5.1: "Es liegen bislang nur relativ wenige öffentlich zugängliche und verwertbare Erkenntnisse z.B. zum Brandverhalten, zur Branddetektion, zu vorbeugenden Brandschutzmaßnahmen sowie zur Brandbekämpfung und Durchführung von Rettungsmaßnahmen von Personen durch Feuerwehr und Rettungsdienste bei lithiumhaltigen Batterien vor."
Ist von 2013, das dürfte sich mittlerweile ändern.
- "Das Aufladen von z.B. Smartphone- oder E-Bike-Batterien im Schafzimmer (z.B. auch im Hotel) über Nacht ist daher aus Sicherheitsgründen zu überdenken."
Na ja: mir wäre nicht zu Ohren gekommen, dass in den letzten Jahren Smartphone Akkus zu einer Gefahr im Schlafzimmer geworden wären. Und die werden seit 15 Jahren bereits in Handys im Schlafzimmer geladen. Ich würde im Problemfall dann eher auf defekte Netzteile tippen, denn auf die eigentlichen Akkus. Aber das sind nur Vermutungen.
Sehr interessant sind die Löschversuche auf Seite 144 ff - Versuch 1:
" -Stützfeuer: Brennwanne mit 45 l n-Heptan, Brenndauer ca. 11 min
max. 750°C an der Unterseite der Batterie
Windeinfluss führt zu leichten Temperaturschwankungen
8 min nach Zündung erste Reaktionen der Batterie
Kurzschluss, Durchbrennen des Batteriegehäuses mit Bildung eines kleinen Loches: ausströmendes Gas entzündet sich"
Es bedurfte also eines 750° heissen Stützfeuers direkt unterhalb der Akku Batterie, und dauerte 8 Minuten, bis das Batteriegehäuse durchbrannte, und sich austretendes Gas entzündete. Löschdauer etwa 18 Minuten mit 400l Wasser (pur), was m.E. sehr lang ist.
2. Experiment Löschwasser mit Zusatz: ähnlicher Brandverlauf, Unterschied beim löschen:
"- beim ersten Kontakt mit dem Löschmittel: sofortiges Erlöschen der Flammen
sehr starke Bildung von hellem Rauch"
Man kann also durch den Zusatz die Flammen sofort löschen. Mit 'nur' 80l Wasser plus Zusatz.
Drittes Experiment ähnlicher Verlauf.
Ergebnis der Experimente, man achte auf den Vergleich zu Diesel/Benzin: Seite 146 oben
"Nach [Egelhaaf, M. et al. /2013/] brannten bei allen drei Batterien nach Verlöschen der Zünd- und Stützfeuer die Batterien mit verminderter Intensität eigenständig weiter.
Trotz der Bildung stichflammenähnlicher Flammen an den Überdruckventilen und dem Herausschleudern kleinerer Mengen flüssiger Metalle blieb das Brandgeschehen auf einen relativ kleinen Radius von etwa zwei Metern beschränkt.
Es kam zu keinen Explosionen.
Verglichen mit dem Abbrand von Benzin/Diesel oder auch einem Fahrzeugbrandes waren die Rauchbildung und die Wärmestrahlung während des selbständigen Brennens sehr gering.
Die Temperaturen lagen tendenziell unterhalb derer brennender Kraftstoffe. Eine Brandausbreitung durch brennend wegfließende Betriebsstoffe ist bei Batterien nicht zu erwarten."
...
"Im Brandfall ist der Einsatz von Wasser zur Brandbekämpfung möglich. Allerdings ist mit einem deutlich größeren Löschwasserbedarf als zur Bekämpfung brennender konventionell angetriebener Fahrzeuge zu rechnen."
Und: "Wasser oder wässrige Löschmittel, wie Schaum oder Gel, können nach derzeitigem Stand des Wissens die fortschreitende Zersetzung von Lithium-Ionen-Zellen am effektivsten bremsen oder stoppen."
Man braucht also 'nur' mehr Wasser und sollte Zusatzmittel verwenden.
Um auf das Katastrophenszenario von fränki1 zurückzukommen:
- es klingt nicht nach 'leicht entzündlich'?
- es klingt nit nach unlöschbar
- es klingt nicht nach sehr wahrscheinlich
- offensichtlich wäre bei einem Tank mit Diesel oder Benzin mehr Wärme und mehr Rauch entstanden UND
- die Temperaturen lagen tendenziell UNTERHALB derer brennender Kraftstoffe
- und es klingt nicht als etwas, was die Feuerwehr überfordern könnte.
Also, Herr Experte fränki1, sehen Sie weiterhin die Gefahr einer unabwendbaren Katastrophe bei einem Brand eines E-Autos innerhalb eines Parkhauses?
Man musste eine 750° Heiße Brennquelle direkt unter den Akku legen, und es dauerte dennoch acht Minuten, bis der Akku auszugasen und zu brennen begann.
Wie lange hätte das wohl bei einem Benzintank gedauert?
Damit dürfte das Thema 'erhöhte Brandgefahr durch BEV' wohl abgegessen sein. Nicht nur die Zahlen zeigen, dass es keine auffälligen Statistiken gibt, sondern auch die Gefahr unbeherrschbarer Brände scheint nicht zu bestehen.
Man muss letztlich das Fahrzeug kontrolliert abbrennen lassen. Dass daneben stehende Fahrzeuge innerhalb kürzester Zeit Feuer fangen, halte ich nach dem Gelesenen für absolut unwahrscheinlich.
Warum? Die Feuerwehr weiß ja, was zu tun ist, und zieht die als erstes weg, um ein ausbreiten des Feuers zu verhindern.
Und dann löschen sie das Feuer einfach mittels Wasser plus Zusätze.
Habe ich einen gedanklichen Fehler bei den Überlegungen?
Den Rest (Umweltaspekte, Ausrüstung einzelner Feuerwehrmann, etc.) habe ich nicht mehr gelesen, es ging ja explizit darum zu erfahren, ob ein Parkhaus abfackeln kann.