50 Mio Tonnen vs. 230 Mrd Tonnen - dazwischen stehen nur Forschung und Zeit.
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Lithium für Akkus
An dem Projekt waren auch die Chinesische Akademie der Wissenschaften und die japanische Atomenergiebehörde (JAEA) beteiligt. Am Rokkasho Fusion Institute, das zur JAEA gehört, suchen japanische Forscher nach technischen Möglichkeiten, weitere strategisch wichtige Rohstoffe aus Meerwasser zu gewinnen.
Dazu gehört Lithium, ein Metall, das zu den seltenen Erden gerechnet wird. Es wird vor allem für kompakte, wieder aufladbare Lithium-Ionen-Akkus benötigt, wie sie heute in Tablets, Digitalkameras oder Mobilfunktelefonen stecken und auch für leistungsfähige Energiespeicher in Elektroautos gebraucht werden.
Während die bekannten, zugänglichen Lithium-Vorkommen auf der Erde auf rund 50 Millionen Tonnen geschätzt werden, sind in den Wasservorräten der Ozeane vermutlich 230 Milliarden Tonnen Lithium gelöst. Allerdings kommt der begehrte Rohstoff darin nur als Spurenelement vor. In rund 150.000 Litern Meerwasser sind nicht einmal 30 Gramm Lithium enthalten.
Davon lässt sich Tsuyoshi Hoshino vom Rokkasho Fusion Institute nicht abschrecken. Der Wissenschaftler hat gerade ein Verfahren vorgestellt, mit dem sich das begehrte Metall aus dem Wasser herausfiltern lässt, wenn auch erst in bescheidenen Mengen. Das funktioniert ohne den zusätzlichen Einsatz von Energie, denn die bringen die elektrisch geladenen Lithium-Teilchen selbst mit.
In dem Filter, einer dünnen Membran aus Lithium-Ionen leitender Glaskeramik, bewegen sich die geladenen Teilchen von der negativen zur positiven Seite und erzeugen so eine elektrische Spannung. "Die mikroporöse Keramik lässt nur die im Meerwasser gelösten, elektrisch geladenen Lithium-Teilchen durch", erklärt der Forscher. In einem 72-stündigen Test erreichte der Filter eine Rückgewinnungsquote von rund sieben Prozent.
Es ist erst ein Anfang, das wissen die Forscher. Experten des UK Energy Research Centre gehen davon aus, dass man mit solchen Techniken im Jahr 2030 kommerziell Rohstoffe aus dem Meer gewinnen kann sofern die Preise für Gold, Uran oder Lithium hoch genug sind.