... weil die Kritik ja stets gegen die Autobauer geht, die betrogen haben, und nicht gegen die Kunden, die gleich in mehrfacher Hinsicht Opfer dieses Betruges geworden sind.
Aber dieser eine Punkt ist doch dann wichtig, weil das die Verlogenheit sehr schön zeigt:
"... wenn die bösen Pendler alle in der Stadt wohnen wollen, würde es dann vielleicht etwas voll und teuer ..."
Diejenigen, die pendeln, die gehören oft genug zu den Besserverdienenden, die sich ihr Häuschen im Grünen leisten, wie Du schön sagst, wo sie weniger für Wohnraum zahlen, und dann können sie den langen Weg steuerlich absetzen, und dann wird so getan, als könnten sie nix dafür.
Als ob viele dieser Pendler nicht ganz bewusst rausgezogen sind, weil es eben Vorteile bietet, und weil der Staat ihnen die lange Anfahrt mitfinanziert.
Das dann quasi als 'soziale Tat' anzubrnigen, als würden sie sich geradezu aufopfern, um die Mieten geringer zu halten, ist dann doch arg zynisch. Die denken daran keine einzige Minute.
Tja, und dann pendeln sie, und beruhigen ihr Gewissen damit, dass sie ja 'umweltfreundlichen Diesel' gekauft hätten, wenn sie schon die Umwelt verpesten, weil sie täglich 50-100 km über Land und durch die Stadt pendeln.
Die Rechnung war einfach: geringe Miete + hohe Fahrkosten - hohe Absetzbarkeit der Fahrtkosten = Toll! An den täglichen Dreck durch die Pendelei denken sie nicht, wenn sie alleine in den Kisten sitzen, und morgens in die Stadt rein, und abends wieder raus fahren.
Oft genug sind das dann Firmenwagen, als Goodie kaschiert, und dann wird gejammert über den ach so hohen geldwerten Vorteil, der sich durch die vielen täglichen Kilometer aufaddiert. Was dann natürlich ein dickes Auto sein muss, ein SUV, mindestens aber sehr viele PS muss er haben, damit man schneller über die Autobahn rasen kann - Zeit ist Geld. Aber, ach, so ein geldwerter Vorteil, so viel Geld?
Sagt man dann: 'verzichte darauf, und finanzier Dir selber ein Auto, oder fahr doch mit der Bahn', wird der Schwanz eingekniffen, weil sie genau wissen, wie sehr sie damit subventioniert werden, wie günstig sie damit 'fahren'.
Das geht dann in die persönliche Umweltsauerei mit ein - die vielen Kilometer sind ja pauschal abgegolten, also Gas geben, und umso mehr fahren, weil man dadurch ja weniger pro Kilometer zahlt - ob man 1.000 km im Monat fährt, oder 5.000 km, die Pauschale zählt - zulasten von Arbeitgeber und Finanzbehörden, dem Steuerzahler. Und zulasten der Umwelt.
Ja, sollen sie doch in die Stadt ziehen, denn da gibt es keinen Wohnraum im Grünen, sie müssten die selben hohen Mieten zahlen, und da würden sie dann eben den produzierten Dreck selber einatmen, und nicht nur denjenigen ins Gesicht pusten, die da nicht nur arbeiten, sondern auch leben.
Sie hätten sofort Verständnis dafür, dass man die Drecksdiesel nicht mehr in der Stadt haben will - würden sie nicht selber täglich in welchen sitzen.
Die würden dann auch nicht en passant ihren Dreck denjenigen in die Wohnungen pusten, die als die Ärmsten der Gesellschaft den Wohnraum an den Ausfallstraßen mieten müssen, weil sie sich keine Wohnungen weiter weg vom Dreck, in den Nebenstraßen, leisten können.
Die Pendelei ist eine riesige Verschwendung von Ressourcen, und das Unrechtsbewusstsein der Pendler geht dabei gegen Null.
PS: Es gibt natürlich auch diejenigen, die sich den Wohnraum in den Städten nicht mehr leisten können, und die deswegen in die Vororte ziehen. Die können nicht anders, meistens haben sie dann aber nicht einmal das Geld für ein Auto, sondern pendeln mit den Öffentlichen.
Was dann aber jahrzehntelanger falscher Stadtpolitik geschuldet ist, die eben nicht für bezahlbaren Wohnraum gesorgt hat - der Dank sollte also an die CDU und FDP gehen, die meinten, der Markt würde alles schon regeln, und die die Wohnugsbauprogramme zusammengestrichen haben, und die Bahn und den ÖPNV gleich mit. Sie sollten sich das für die nächste Wahl merken.
Aber, hey, da wird dann lieber über Spritpreise gejammert.
Stattdessen wählt man die Parteien, die für 'Freie Fahrt für freie Bürger' stehen, und ideologisch nahe an den Autobauern verortet sind sind. Denen hat man diese Misere zu verdanken. Und dennoch werden sie gewählt. Obwohl diese eine autofreundliche Politik immer einer Bürgernahe Politik vorgezogen haben.
Nun, das ändert sich gerade. Die Menschen in den Städten haben die Nase voll - nicht nur von Drecksdiesel und Feinstaub, sondern auch von der ständigen Pendelei, vom Dauerstau und vom Lärm und Stress, den diese Blechlawinen auslösen.
Denn wer in den Städten lebt, und eben auf sein Auto verzichtet, und mit dem Rad fährt, der muss diesen Dreck einatmen. Jeden Tag. Über Wochen, Monate und Jahre.
Kein Wunder, dass die froh sind, dass dieser Irrsinn ein Ende findet. Es ist Zeit, dass sich etwas ändert. Und wenn die Autobauer keine E-Autos bauen wollen oder können, dann sollen sie eben einfach verschwinden. Dann braucht sie keiner mehr.