Der EURO nähert sich der Marke von 1,14 USD. Zum Ende des ersten Quartals notierte er bei 1,16 USD, zu Jahresanfang noch bei 1,175 USD.
Die Aufwertung des USD ist positiv für exportorientierte in EUR bilanzierende Unternehmen mit hohem USD-Anteil am Gesamtumsatz.
Für TMV mit hohem USD-Exposure wäre eine stetige USD-Aufwertung bei stagnierenden oder gar leicht fallenden Ausgangsumsätzen ein Segen.
Da Analysten und Algos letztlich auf die Entwicklung der bilanzierten Umsatzerlöse im VJ-Vergleich schauen und nicht auf fiktive Umsatzerlöse bei konstanten Wechselkursen, wäre ein wenig Rückenwind von der Wechselkursseite hochwillkommen, um die in Q2 fortwährende Absatzschwäche ein wenig zu kaschieren. Das EPS dürfte in Q2 erneut stark ausfallen. Für das Gesamtjahr erwarte ich weiterhin eine glasklare Gewinnsteigerung auf min. 80 Cent / Aktie, was angesichts des starken Q1 nicht sonderlich ambitioniert erscheint und überdies dem Analystenkonsens entspricht.
Ein EPS von 70 Cent je Aktie läge meilenweit unter dem aktuellen Factset-Konsens i.H.v. 0,825 EUR.
Dass TMV - wie viele andere europäische Unternehmen derzeit auch - die Aktionäre wieder mal auf Verbesserungen im 2. Halbjahr vertröstet und man daher wohl frühestens mit Publikation der Q3-Zahlen Anfang Nov. einigermaßen gut einschätzen kann, ob die 2026er Guidance erfüllt wird, macht es der Kursentwicklung aktuell sehr schwer bzw. den zahlreichen Zweiflern sehr einfach.
Den Chartzockern im Forum ist es halt schnurz, ob die Aktie extrem unterbewertet ist und bei Zielerfüllung am Jahresende möglicherweise wieder zweistellig notiert. Solange die Trendrichtung abwärts zeigt, gehen sie mit aller Macht short und vertrauen darauf, dass ihnen ein paar unsichere Kantonisten die Aktie nochmal nahe Jahrestief andienen werden.
Die SMA 100 bei 5,084 € und die nahe 5 € -Marke dürften für Algos spätestens seit Bruch der steigenden SMAs 38 und 50 ein logisches Ziel darstellen, nachdem man zuvor mustergültig an der fallenden SMA 200 (aktuell 5,95 €) gescheitert war... wieder mal...
Die Richtung der Softwareaktien wird weiterhin von SAP vorgegeben... TMV hat bereits seit langer Zeit jedwedes Eigenleben verloren und fungiert quasi als Hebelschein auf die Softwarebranche.
Die Charts sehen spätestens seit Jahresanfang allesamt ähnlich verheerend aus. Der RSI14 stürzt seit gestern senkrecht ab. Vor dem Hintergrund des Hexensabbats dürften einige Stillhalter den Abverkauf der mit Sicherheit unerwarteten 50% Rallye gutheißen bzw. aktiv befeuern. Insofern werden wir wohl erst ab Montag beurteilen können, ob das heute der finale Selloff der vorangegangene Rallye war oder nur ein weiterer Abverkaufstag auf dem Weg zum Jahres- und Allzeittief.
Wer von Tradern valide Aussagen zu betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, Bewertung etc. erwartet, glaubt auch an Osterhase und Weihnachtsmann. Deren Credo heißt: trade was du siehst... und sonst gar nichts. Dass man den eigenen Short gern durch fortwährende Trash-Kommentare im Forum unterstützt, ist verständlich. Überzeugte Longies argumentieren über Fundamentals, Technologie, Produktinnovationen etc. Das alles geht Charttradern am A... vorbei. So sollte man deren Kommentare dann auch lesen. Und ein wenig Anstand, Mitmenschen nicht ständig zu provozieren oder zum eigenen Vorteil ins finanzielle Verderben laufen lassen zu wollen, wäre natürlich schön. Kann man in dt. Foren aber anscheinend nicht mehr erwarten.
Statt nüchterner Sachlichkeit triefen zahlreiche Trash-Kommentare förmlich vor Negativemotionen, die keinem Anleger irgendwie helfen und offensichtlich von der Abwesenheit jedweden Fachwissens ablenken sollen. TMV bietet fundamental genügend Angriffsfläche für sachliche Argumente in beide Kursrichtungen. Belassen wir es doch dabei und sparen uns unsachliche, rein emotionsgeladene Kommentare und laufende Kursberichterstattung...