+++ Nachricht vom 22.02.2001 um 18:29 Uhr +++
Sommer: «Mein Stuhl wackelt nicht» - Telekom will Aktionäre ...
München (ddp.vwd). Der heftig kritisierte Telekom-Chef Ron Sommer
geht in die Offensive. Der Konzern sieht sich trotz des Kurstiefs der
T-Aktie nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden weiterhin gut
positioniert und wird seine Aktionären nicht enttäuschen. Er sei fest
überzeugt, dass der Konzern die richtige Strategie habe, um die
derzeit «stürmische Phase auf den internationalen
Telekommunikationsmärkten» weitgehend unbeschadet zu überstehen,
sagte Sommer der «Süddeutschen Zeitung» (Freitagausgabe). Er könne
bei den Anlegern keine «Panikreaktion» ausmachen. Er fügte hinzu:
«Die Kleinaktionäre halten uns nach wie vor die Treue und wir werden
sie nicht enttäuschen. Das verspreche ich ihnen», sagte Sommer.
Die Telekom stehe derzeit werthaltiger da als zu Zeiten ihres
Höchstkurses vor knapp einem Jahr. «Unser Unternehmen ist heute durch
die konsequente Umsetzung unserer Strategie mehr wert als zu dem
Zeitpunkt, als wir mit 100 Euro gehandelt wurden», betonte der
Vorstandsvorsitzende. «Wir stehen wirklich gut da, nur dass die
Zeiten stürmisch sind.» Nach dem Abflauen des Sturms «werden
zahlreiche Wracks an den Stränden liegen». Die Deutsche Telekom werde
aber nicht dazu gehören. Sommer betonte erneut, als
Vorstandsvorsitzender fest im Sattel zu sitzen: «Mein Stuhl wackelt
nicht - und wenn es noch so oft geschrieben wird.»
Sommer fügte hinzu, er habe «großes Verständnis» für den
gegenwärtigen Zorn der Aktionäre wegen der Talfahrt der T-Aktie. Er
verwies aber darauf, dass die gesamte Branche momentan eine
Neubewertung erfahre. Der voriges Frühjahr eingesetzte rasante
Anstieg des Aktienkurses auf mehr als 100 Euro sei für ihn nicht
nachvollziehbar gewesen. Er sei wie viele andere sicher gewesen, dass
der darauf folgende Abschwung im Juni vorigen Jahres bei Notierungen
von 60 Euro gestoppt hätte. «Heute ist klar: Da lag ich falsch. Aber
nicht alleine, alle lagen falsch», sagte Sommer. Zur Kritik an der
massiven Abwertung des Immobilienvermögens gestand der Telekom-Chef
Fehler in der Außenwirkung ein. Die «Optik» der Bekanntgabe sei «zum
jetzigen Zeitpunkt nicht die allerbeste» gewesen.
Ob ein Börsengang der Tochter T-Mobile International noch in
diesem Jahr erfolge, hänge von der Stimmung an den Kapitalmärkten ab,
sagte Sommer weiter. Sollte sich diese nicht bald bessern, werde es
den IPO 2001 nicht mehr geben. ++
mwo
Quelle: Stockwatch