Auslöser für die Analyse war nach Aussage des österreichischen Investors Christoph Benedikt war die Euphorie rund um den Börsengang von SpaceX, die ihn veranlasst hat, sich den gesamten Sektor genauer anzusehen. SpaceX selbst analysiert er allerdings nicht. Das Unternehmen dient lediglich als Aufhänger und als Beispiel dafür, welche strategische Bedeutung Weltraumtechnologie inzwischen für Kommunikation, Aufklärung und militärische Anwendungen hat.
Die Kernaussage lautet: Die Raumfahrtbranche hat langfristig enormes Potenzial, viele der derzeit gehypten Aktien sind aber bereits so hoch bewertet, dass selbst sehr optimistische Wachstumsannahmen die aktuellen Kurse kaum rechtfertigen.
Der Autor geht davon aus, dass die Zahl der Raketenstarts, Satelliten und militärischen Anwendungen in den kommenden Jahren deutlich weiter steigen wird. Gerade geopolitische Spannungen sorgen dafür, dass Staaten ihre Investitionen in Raumfahrt, Aufklärung und Kommunikation massiv ausbauen. An diesem langfristigen Trend zweifelt er ausdrücklich nicht.
Sein Problem sind vielmehr die Bewertungen. Unternehmen wie Rocket Lab (ISIN: US7731221062, WKN: A3C8V1) oder Firefly Aerospace (ISIN: US31811Q1067, WKN: A41CXV) schreiben trotz stark steigender Umsätze weiterhin Verluste und werden an der Börse so bewertet, als würden sie in wenigen Jahren ein Vielfaches ihrer heutigen Größe erreichen. Selbst wenn sich die Umsätze verdoppeln oder verdreifachen, hält er viele dieser Aktien noch immer für deutlich zu teuer.
Als wesentliche Achillesferse sieht er die Finanzierung. Ein Großteil der Einnahmen der Branche stammt letztlich aus staatlichen Budgets. Seiner Ansicht nach können Staaten ihre Ausgaben aber nicht beliebig ausweiten, da Verschuldung, demografische Entwicklung und die Belastbarkeit der Steuerzahler Grenzen setzen. Deshalb glaubt er, dass die Erwartungen des Marktes an das zukünftige Wachstum vieler Weltraumunternehmen zu optimistisch sind.
Zur Veranschaulichung zieht er den Vergleich mit Novo Nordisk während des Booms der Abnehmspritzen. Das zugrunde liegende Geschäft war real und wächst bis heute, allerdings wurden zeitweise Erwartungen eingepreist, die sich später relativieren mussten. Ein ähnliches Muster hält er auch im Weltraumsektor für möglich: Der Markt wächst, aber vermutlich nicht schnell genug, um jede aktuelle Bewertung zu rechtfertigen.
Neben Rocket Lab und Firefly Aerospace betrachtet er auch BlackSky Technology (ISIN: US09263B1089, WKN: A3C5F5). Das Unternehmen hält er operativ zwar für interessant, da es im Bereich Satellitendaten und KI tätig ist, allerdings stören ihn auch dort die anhaltenden Verluste.
Am interessantesten findet er MDA Space (ISIN: CA55269X1050, WKN: A3D30A). Das Unternehmen hebt sich für ihn dadurch ab, dass es bereits seit mehreren Jahren profitabel arbeitet, den Umsatz kräftig steigert und mit Robotik sowie Satellitentechnik über ein etabliertes Geschäftsmodell verfügt. Auch diese Aktie hält er allerdings nicht für günstig und würde eher auf eine deutliche Korrektur warten.
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