The Southern Company ist einer der großen US-Versorger. Die Aktie wird an der NYSE unter dem Ticker SO gehandelt; die ISIN lautet US8425871071, die WKN 852523. Der letzte verfügbare Kurs zum Stichtag war 93,49 US-Dollar vom Freitag, 24.04.2026; die Börse war am Sonntag geschlossen. Die Marktkapitalisierung lag damit bei rund 103,8 Mrd. US-Dollar. (live.deutsche-boerse.com)
Southern Company ist keine reine Stromproduktionsgesellschaft, sondern eine Holding für regulierte Energieinfrastruktur. Das Kerngeschäft besteht aus drei vertikal integrierten Stromversorgern – Alabama Power, Georgia Power und Mississippi Power –, dazu kommen Southern Power als wettbewerblicher Großhandels-Stromerzeuger sowie Southern Company Gas mit Gasverteilnetzen und ergänzenden Gasgeschäften. Das Unternehmen beschreibt seine berichtspflichtigen Segmente als traditionelle Stromversorger, Southern Power und Southern Company Gas; die traditionellen Stromversorger bedienen Privat-, Gewerbe-, Industrie- und Großhandelskunden im Südosten der USA.
Das Portfolio ist damit klassisch defensiv: Stromnetze, Kraftwerke, regulierte Stromversorgung, Gasverteilung, Erzeugungsanlagen, Batteriespeicher, Großhandelsstromverträge, etwas Telekommunikation und dezentrale Energielösungen. Besonders wichtig ist Georgia Power, weil dort mit Plant Vogtle 3 und 4 die ersten neu gebauten großen US-Atomreaktoren seit Jahrzehnten ans Netz gegangen sind. Vogtle 3 nahm im Juli 2023 den kommerziellen Betrieb auf, Vogtle 4 im April 2024. Das ist strategisch wertvoll, weil Southern dadurch über langfristig laufende, CO₂-arme Grundlastkapazität verfügt; gleichzeitig bleibt Vogtle ein Mahnmal für Baukostenrisiken, denn das Projekt war massiv teurer und später fertig als ursprünglich geplant. Die EIA schrieb 2024, Georgia Power schätze die Gesamtkosten auf mehr als 30 Mrd. US-Dollar. (eia.gov)
Die Geschäftszahlen 2025 waren solide. Der Umsatz stieg von 26,724 Mrd. US-Dollar auf 29,553 Mrd. US-Dollar, also um 10,6 %. Der Gewinn lag bei 4,341 Mrd. US-Dollar nach 4,401 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie sank leicht von 4,02 auf 3,94 US-Dollar; das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg dagegen auf 4,30 US-Dollar. Die Eigenkapitalrendite lag laut Geschäftsbericht bei 13,61 %.
Auf Basis des Kurses von 93,49 US-Dollar entspricht das einem KGV von rund 23,7 auf GAAP-EPS 2025 und rund 21,7 auf bereinigtes EPS 2025. Für einen regulierten Versorger ist das eher gehoben. Southern Company ist also nicht die klassische „billige Versorgeraktie“, sondern wird bereits als qualitativ guter, wachstumsfähiger Defensivtitel bezahlt. Das ist der zentrale Punkt bei der Bewertung: Das Unternehmen ist gut, aber die Aktie ist zum Stichtag nicht offensichtlich günstig.
Die Bilanz ist die Schwachstelle, aber für einen großen regulierten Versorger nicht ungewöhnlich. Die gesamten Vermögenswerte stiegen Ende 2025 auf 155,72 Mrd. US-Dollar nach 145,18 Mrd. US-Dollar Ende 2024. Gleichzeitig lag die langfristige Verschuldung bei 71,869 Mrd. US-Dollar, davon 6,220 Mrd. US-Dollar innerhalb eines Jahres fällig; langfristige Schulden ohne kurzfristigen Anteil lagen bei 65,649 Mrd. US-Dollar. Die Verschuldung ist damit hoch, und steigende oder dauerhaft hohe Zinsen belasten Southern stärker als Unternehmen mit leichter Bilanz.
Die Dividende ist ein starkes Argument für die Aktie. Southern Company hat im April 2026 die Quartalsdividende auf 0,76 US-Dollar je Aktie erhöht, entsprechend 3,04 US-Dollar annualisiert. Das war die 25. jährliche Dividendenerhöhung in Folge. Beim Kurs von 93,49 US-Dollar ergibt sich eine laufende Dividendenrendite von rund 3,25 %. (prnewswire.com)
Die Ausschüttung ist aus meiner Sicht solide, aber nicht extrem konservativ. Bezogen auf das GAAP-EPS 2025 von 3,94 US-Dollar liegt die Ausschüttungsquote bei rund 77 %; bezogen auf das bereinigte EPS von 4,30 US-Dollar bei rund 71 %. Für einen regulierten Versorger ist das tragbar, lässt aber keinen riesigen Puffer. Realistisch sind daher eher moderate Dividendenerhöhungen im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich, sofern Gewinnwachstum, Regulierung und Finanzierungskosten mitspielen.
Kurzfristig ist die Aktie eher fair bis leicht ambitioniert bewertet. Der Analystenkonsens lag zuletzt ungefähr bei „Hold“, mit durchschnittlichen Kurszielen um 99 bis 103 US-Dollar; MarketBeat nannte 99,08 US-Dollar als durchschnittliches 12-Monats-Kursziel, StockAnalysis 99,68 US-Dollar, Barchart 102,86 US-Dollar. Das zeigt: Die Mehrheit sieht noch moderates Potenzial, aber keinen klaren Schnäppchenabschlag. (MarketBeat)
Für die nächsten fünf Jahre ist der wichtigste Wachstumstreiber die stark steigende Stromnachfrage im Südosten der USA. Southern selbst verweist auf außergewöhnliches Nachfragewachstum durch Rechenzentren, Industrieansiedlungen und Wohnbevölkerung; das Unternehmen plant Investitionen von mehr als 80 Mrd. US-Dollar über fünf Jahre in Netze, Erzeugung und moderne Infrastruktur. Reuters berichtete im Februar 2026 über einen Investitionsplan von rund 81 Mrd. US-Dollar für 2026 bis 2030 und verwies auf Nachfrage durch Rechenzentren und Industriekunden.
Das ist positiv, weil regulierte Investitionen bei Versorgern normalerweise die Rate Base erhöhen und damit künftige Gewinne stützen. Gleichzeitig liegt genau darin das Risiko: 80 Mrd. US-Dollar Investitionen müssen finanziert, genehmigt und über Tarife verdient werden. Wenn Regulierungsbehörden nicht alles anerkennen, wenn Baukosten aus dem Ruder laufen oder wenn Zinsen hoch bleiben, kann das die Rendite für Aktionäre drücken. Southern kennt dieses Risiko aus Vogtle nur zu gut.
Über 10 bis 15 Jahre ist Southern Company aus meiner Sicht ein plausibler defensiver Compounder, aber kein dynamischer Wachstumswert. Die Region ist attraktiv, weil Bevölkerung, Industrie, Elektrifizierung und Datenzentren zusätzlichen Strombedarf erzeugen. Das spricht für dauerhaft steigende Investitionen in Netze, Erzeugung, Speicher und Gasinfrastruktur. Die neue Nuklearkapazität bei Vogtle stärkt die Versorgungssicherheit und hilft bei CO₂-ärmerer Grundlast. Gleichzeitig bleibt Southern stark abhängig von Regulierung, Kapitalmarktbedingungen, Brennstoffpreisen, Umweltauflagen und politischer Akzeptanz von Strompreiserhöhungen.
Die größten Risiken sind klar: hohe Verschuldung, Zinsabhängigkeit, regulatorische Eingriffe, Baukostenüberschreitungen, Wetterereignisse, Umwelt- und Klimavorgaben sowie die Frage, ob der Rechenzentrumsboom tatsächlich in dem Tempo kommt, das heute eingepreist wird. Zusätzlich ist Gasinfrastruktur langfristig politisch sensibler als reine Stromnetze, auch wenn sie für Versorgungssicherheit noch lange relevant bleiben dürfte.
Mein Fazit: Southern Company ist ein qualitativ guter, breit aufgestellter, regulierter US-Versorger mit ordentlicher Dividende, langer Ausschüttungshistorie und guten strukturellen Wachstumstreibern im Südosten der USA. Für einkommensorientierte Anleger ist die Aktie grundsätzlich interessant. Zum Stand 26.04.2026 ist sie aber keine offensichtliche Unterbewertung. Bei rund 93,49 US-Dollar bezahlt man Qualität, Dividendenstabilität und Rechenzentrumsfantasie bereits mit. Wer Southern Company kauft, kauft eher verlässliche Ausschüttungen und moderates langfristiges Wachstum als hohe Kursfantasie. Für ein defensives Dividendendepot kann die Aktie passen; für einen Neueinstieg wäre ich bei dieser Bewertung diszipliniert und würde eher gestaffelt kaufen als sofort eine volle Position aufzubauen.
Autor: ChatGPT