Jawoll, die Summe der Schulden weltweit ist gigantisch. Die Schulden sind aber nur die Gegenbuchung für die gleichhohen! Geldvermögen (ungefähr = Sichteinlagen = Geldmenge Mx).
Die Experten (= "An der Gold-Verklärung verdienenden") einschlägiger Seiten/Portale behaupten abwechselnd
1. Aufgrund der Schuldenberge müsste Gold einen viel höheren Preis (Wert, Kaufkraft) haben.
2. Die Geldmenge steht irgendwie der vorhandenen Goldmenge gegenüber, und dem entsprechend müsste der Goldpreis eigentlich viel höher.
3. Geld wird in den Goldmarkt fließen.
4. Bei einem Crash (... des Währungssystems) werden die Goldpreise steigen.
5. Bei eben diesem Crash wird auch der Tauschwert des Goldes exorbitant steigen und man bekommt reale Sachwerte (z. B. Immobilien) dann für relativ geringe Mengen Gold.
==> All das ist Unfug. Diejenigen, an welchen man verdienen möchte, fallen allzugerne darauf rein, zu schön klingen all diese Versprechen.
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zu 1. / 2.: Das sind ohne zwei Seiten desselben Sachverhalts. Das vorhande Geldmengen ausgerechnet dem Goldvorrrat gegenüberstehen sollen ist ein Witz. Weshalb dem Gold und nicht allen anderen auf der Welt vorhandenen Sachwerten wie Immobilien, Maschinen, Infrastruktur, Gebrauchsgegenstände und vieles mehr? Gold ist kurz gesagt ein preisvolatiler Fliegenschiss gegenüber allem anderen.
zu 3.: Dasselbe wird auch für andere Märkte behauptet. Aber da fließt nie irgendwas. da wird nur umgebucht. Wenn jemand 1000€ für eine Waschmaschine, 10 Aktien, 1 Unze Gold oder 0,0000001 Bitcoin gibt, dann sind diese 1000€ eine Forderung welche er an seine Bank hatte und nach der Transaktion der Verkäufer als Forderung an seine Bank hat. Verstanden? An der vorhanden Geld- / Schuldenmenge ändert sich NICHTS!
zu 4. / 5.: Da muss man unterscheiden:
a) Entweder der Crash geht mit einer Inflation einher. Dann steigt entsprechend der Goldpreis man kann sich aber nicht mehr dafür kaufen.
b) Der Crash äußert sich durch Forderungen (=Schulden) welche uneinbringbar werden. Dann reduziert sich in gleichem Maße und evtl. sogar dramatisch die Geld-/Vermögensmengemenge. Dann steht plötzlich der Goldmenge eine viel geringere Geldmenge gegenüber. Die Experten behaupten also einerseits der Goldpreis müsste wegen der hohen Geld-/Schuldenmenge steigen, und andererseits dann noch mal ganz besonders im Zusammenhang mit der gerigeren Geld-/Schuldenmenge steigen. Und dieser Unfug wird (... von einigen Diskutanten hier) gefressen, Gier frisste Hirn heißt es ja,
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Fazit: Die Preisvolatilität (nominal) und Kaufkraftvolatilität von Edelmetallen und anderen Objekten der Spekulation ist gewaltig. Aber die Zyklen können Jahrzehnte dauern. Und die Entwicklungen sind nicht an zeitgleiche Krisen oder andere Vorkommnisse gebunden. Man sehe sich nochmal Kaufkraftverlauf von Gold in den USA über die letzten hundert Jahre an:
www.macrotrends.net/1333/historical-gold-prices-100-year-chart
Zur Zeit - ich wiederhole mich und Saurier - ist der Goldpreis relativ zu anderen Kenngrößen zu hoch, bei 900$ am Durchschnitt, und irgendwas zwischen 500 und 600$ ist bei spekulativer Untertreibung auch noch möglich (im Gizt-Thread alles nachzulesen). Der Goldpreis und die Akufkraft können jederzeit und ohne das sich irgendetwas anderes ändert auf das z. B. das 10-fache steigen, die Spekulation mit Derivaten macht das technisch möglich, Tradinggeschick, Desorientierung und Gier liefern die dazugehörigen Akteure. Was es bedeutet dann zu glauben das geht immer so weiter und seinen Goldbeständen sitzenzubleiben das haben einige Verzweifelte hier vermutlich schmerzhaft erfahren.