Nach dem Einbruch der Hightech-Industrie machte sich im Silicon Valley fast zwei Jahre lang Trostlosigkeit breit. Nun sind die Lebensgeister wieder erwacht. Revolutionäre Technologien, Firmengründungen und neue Börsengänge lassen auf den nächsten Boom hoffen.
Kaviar gibt es noch immer keinen. Das Buffet im Vorraum des Sheraton Palo Alto besteht aus Scheibenkäse und müde dahin welkendem Schinken. Aber bei der Podiumsdiskussion drinnen herrscht eine Fieberhaftigkeit wie zu besten Zeiten: Energiegeladene Unternehmer und hoffnungsfrohe Demnächst-Unternehmer bestürmen "VCs", die Vertreter hiesiger Venture-Capital-Firmen, mit Fragen und Geschäftsideen.
Die Anwesenden versuchen ihr Glück mit einer Technologie, die von vielen VCs und erfolgreichen Technologiefirmen als das "nächste große Ding" bejubelt wird, auch wenn noch keiner so recht sagen kann, wie und wann: Web Services. Ob IBM oder Sun, Microsoft oder SAP, alle reden davon, sämtliche mit dem Internet verbundenen Geräte in ein riesiges Servicenetz einzuspinnen (siehe unten).
Und wieder gibt es massenhaft Startups, die einsteigen wollen. Im "Athen des Informationszeitalters", wie der Herausgeber des VC-Magazins "Red Herring", Antony Perkins, das Silicon Valley nennt, tut sich wieder was. Nach den vergangenen 18 Monaten, in denen das Hightech-Mekka zwischen San Francisco und San Jose nach Ansicht von Perkins zum "Ground Zero der Dot-Bomb-Explosion" wurde, kriechen die Unternehmer und Kapitalgeber, Ingenieure und Manager aus den Trümmern der Industrie eines Tals, dessen Wachstum und Erfolg vor drei Jahren keine Grenzen zu kennen schien.
Neue Hoffnung
Nach der schwersten Rezession der jüngsten Geschichte im Hightech-Herzland zeigen sich erste Knospen. Es wird wieder gegründet, es wird wieder Geld in Startups investiert, und es gibt wieder Börsengänge.
Noch will keiner den Aufschwung verkünden, dazu sind die Quartalsberichte der Unternehmen weiterhin zu trostlos, die Verlustliste 2001 zu lang: Offiziell gab es 25.000 Entlassungen (nach Meinung vieler eine konservative Schätzung), Venture Capital brach um 71 Prozent auf 6 Mrd. $ ein, die Börsengänge sanken unter die Niedrigmarke von 1991, und das Realeinkommen war seit 1993 erstmals rückläufig. Letzteres allerdings, nachdem die Gehälter 2000 um 22 Prozent angestiegen waren und auch heute noch mehr als das Doppelte des landesweiten Durchschnitts betragen.
Aber: "Die Geister sind wieder zum Leben erwacht", sagt David Nagel. Wie zum Beweis lässt der bärtige Chef von Palmsource, der soeben vom weltweit führenden Kleinstcomputerhersteller Palm ausgegründeten Betriebssystem-Tochter, seinen Arm in Richtung der Menschenmassen kreisen, die sich durch die die Palm-Entwicklerkonferenz im San Jose Convention Center wälzen. "3000 Entwickler von Palm-Anwendungen haben sich für diese Konferenz angemeldet - das heißt, es tut sich was in der Branche", sagt Nagel, der seit Jahrzehnten bei Technologiefirmen wie Apple und AT&T und jetzt Palm das Ohr am Boden des Silicon Valley hat.
Die VCs, denen das Geld nie ausgegangen sei, die aber nicht mehr investieren wollten, würden endlich wieder Unternehmer und Firmen finden, in die sie ihr Vertrauen und Geld steckten, sagt Nagel, die Innovationskraft sei ungebrochen. Und: "Es gibt wieder Börsengänge, auch wenn das Fieber wohl nie wieder so ausbrechen wird wie während der Dotcom-Hysterie", fügt er ohne sichtliche Wehmut hinzu.
Vergangenes Jahr trugen die Venture-Kapitalisten 40 Mrd. $ zusammen, nur 10 Mrd. $ weniger als im Boomjahr 1999. Jetzt muss das Geld nur noch an Startups verteilt werden. "Die Unternehmer und Ideen, die wir heute zu Gesicht bekommen, sind von besserer Qualität", sagt Claude Leglise, Vice President des Venture-Capital-Arms von Intel, dem weltgrößten Chiphersteller.
Auch anderswo macht sich die Überzeugung breit, dass das Silicon Valley dabei ist, die Auswirkungen der Dotcom-Misere hinter sich zu lassen. Der Mitte Januar herausgegebene "2002 Index of Silicon Valley", ein jährlich erscheinender Bericht zur Lage der Region, kam zum Schluss, dass die Konsequenzen des Kollapses weniger dauerhaft sind als befürchtet. Im Tal am Pazifik herrscht eine außergewöhnliche Produktivität, die auf Unternehmertum, Venture Capital und Ingenieurstalent basiert. Dieses Triumvirat, hier Silicon-Valley-Ökosystem genannt, werde die Gegend schneller aus der Talsohle holen, als so mancher Volkswirtschaftler prophezeite, glauben die Index-Verfasser, eine Koalition, zu der Unternehmen, Regierung, Schulwesen und städtische Gruppen gehören.
Verlorene Träume
In dem Bericht heißt es, dass der Landstrich in den vergangenen Jahrzehnten mindestens vier wirtschaftliche "Expansionswellen" erlebt habe: Rüstung, integrierte Halbleiterschaltung, Computer und Internet. "Jede Welle baute ein Innovationsnetz talentierter Leute, Lieferanten und Finanzdienstleister auf, die die nächste Technologiewelle ermöglichten", geben sich die Verfasser optimistisch. "Die Welt glaubt, wir seien von einer Klippe gestürzt, aber die Dotcom-Blase ist geplatzt, und wir gehen weiter", sagt Douglas Henton von Collaborative Economics, dem Marktforschungsunternehmen in Mountain View, das den Index zusammengestellt hat. Mit der nächsten Welle werde das nächste Kapitel des Internets geschrieben, das eine Innovationsära einläuten werde, neben der die "Erfindung des Chip und des PC verblassen" werden, behauptet Anthony Perkins.
Ende Januar legte die VC-Gemeinde mit einem Bericht nach, in dem es heißt, dass die Investitionen im letzten Quartal 2001 zum ersten Mal seit fast zwei Jahren gestiegen sind. 7,1 Mrd. $ wurden landesweit an Startup-Unternehmen verteilt, fast zwei Prozent mehr als im Quartal davor, steht im "Money Tree Survey", den der Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers zusammen mit den Marktforschern von Venture Economics und der National Venture Capital Association erstellte. Über ein Drittel der Investitionen gingen an Unternehmen im Silicon Valley, wo die Investitionen vom dritten zum vierten Quartal um 14 Prozent auf 2,5 Mrd. $ stiegen.
Außer auf sich selbst hoffen viele Firmen auch auf den Anti-Terror-Krieg. Sicherheitstechnik und Biometrik gelten als Hoffnungsbranchen. Immerhin hat die US-Regierung 20 Mrd. $ für die Terrorbekämpfung bereitgestellt, dazu 33 Mrd. $ für Verteidigung. Oracle-Chef Larry Ellison will eine nationale Datenbank zur Personendatenerfassung aufbauen. In San Jose findet in dieser Woche eine Messe für elektronische Sicherheit statt, bei der über 200 Firmen neue Systeme vorstellen: tragbare Anthrax-Analysestationen, Anti-Hacker-Software oder Horchgeräte, die bei verdächtige Bewegungen in Flugzeugkabinen Alarm schlagen.
Einer, der den aufkeimenden Optimismus etwas bremsen will, ist Kenneth Rosen, Wirtschaftsprofessor an der University of California at Berkeley. "Das Valley geht durch die schlimmste Rezession der Nachkriegszeit, und die menschlichen Kosten der Dotcom-Einschmelzung wurden noch nicht vollständig berechnet", sagt Rosen. Nicht zu berechnen sind die verlorenen Träume. Eine ganze Generation hat ihre Illusionen und ihre Einstellung zu Arbeit und Arbeitgeber revidiert. "Ich werde nie mehr so naiv sein und mich einem Unternehmen mit Leib und Seele verschreiben", sagt Cesar Ruiz, dem vor acht Monaten zusammen mit 20 Kollegen in der Kaffeeküche einer Web-Design-Firma in San Francisco gekündigt wurde. Ganze zwei Minuten dauerte das .
Trotzdem blieb er im Valley. "Nirgends sind die Chancen so zahlreich wie hier, auch wenn man schon ein- oder auch zweimal gescheitert ist", sagt Ruiz. Wie andere Jobsuchende hat er die vergangenen Monate von dem gelebt, was er sich in den fetten Jahren zusammengespart hat. "Für viele ist es nicht Arbeitslosigkeit, sondern ein mehrmonatiger Urlaub", sagt David Nagel von Palmsource. Er nennt das "coasting", Weiterfahren bei abgestelltem Motor: "Anders als in anderen Regionen gibt es im Silicon Valley genügend Leute, die eine Weile gut weiterleben können, auch wenn sie nichts verdienen."
Warten auf den Boom
Offensichtlich: In den exklusiven Restaurants der Bay Area geht es wieder zu wie in den guten alten Tagen - hektisch. "Wer am Wochenende bei uns essen will, muss zehn Tage im Voraus buchen", Ron Frommann, Manager von Sushi Ran in Sausalito. Und das bei High-Life-Preisen: Eine Rainbow Roll kostet 17 $, eine kleine Karaffe ungefilterter Sake 15 $. Auch auf den Freeways, jenem asphaltierten Symbol der Prosperität in und um San Francisco, regiert wieder der tägliche Verkehrsinfarkt, wie beinahe erleichtert festgestellt wird.
Wann aus diesen ersten Regungen im Silicon Valley wieder ein Boom wird, will keiner prognostizieren. Nur dass er kommt, daran glaubt hier jeder. Ob in zwei oder drei Jahren oder vielleicht auch erst in fünf. Gerne wird dann auf die Statistik verwiesen, die besagt, dass in jedem Jahr in den USA und insbesondere im Silicon Valley ein wichtiges Unternehmen gegründet wird, egal in welcher Verfassung die Wirtschaft sich befindet. Hewlett-Packard beispielsweise wurde 1939 gegründet, Microsoft 1975 - beides waren Rezessionsjahre.
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Kaviar gibt es noch immer keinen. Das Buffet im Vorraum des Sheraton Palo Alto besteht aus Scheibenkäse und müde dahin welkendem Schinken. Aber bei der Podiumsdiskussion drinnen herrscht eine Fieberhaftigkeit wie zu besten Zeiten: Energiegeladene Unternehmer und hoffnungsfrohe Demnächst-Unternehmer bestürmen "VCs", die Vertreter hiesiger Venture-Capital-Firmen, mit Fragen und Geschäftsideen.
Die Anwesenden versuchen ihr Glück mit einer Technologie, die von vielen VCs und erfolgreichen Technologiefirmen als das "nächste große Ding" bejubelt wird, auch wenn noch keiner so recht sagen kann, wie und wann: Web Services. Ob IBM oder Sun, Microsoft oder SAP, alle reden davon, sämtliche mit dem Internet verbundenen Geräte in ein riesiges Servicenetz einzuspinnen (siehe unten).
Und wieder gibt es massenhaft Startups, die einsteigen wollen. Im "Athen des Informationszeitalters", wie der Herausgeber des VC-Magazins "Red Herring", Antony Perkins, das Silicon Valley nennt, tut sich wieder was. Nach den vergangenen 18 Monaten, in denen das Hightech-Mekka zwischen San Francisco und San Jose nach Ansicht von Perkins zum "Ground Zero der Dot-Bomb-Explosion" wurde, kriechen die Unternehmer und Kapitalgeber, Ingenieure und Manager aus den Trümmern der Industrie eines Tals, dessen Wachstum und Erfolg vor drei Jahren keine Grenzen zu kennen schien.
Neue Hoffnung
Nach der schwersten Rezession der jüngsten Geschichte im Hightech-Herzland zeigen sich erste Knospen. Es wird wieder gegründet, es wird wieder Geld in Startups investiert, und es gibt wieder Börsengänge.
Noch will keiner den Aufschwung verkünden, dazu sind die Quartalsberichte der Unternehmen weiterhin zu trostlos, die Verlustliste 2001 zu lang: Offiziell gab es 25.000 Entlassungen (nach Meinung vieler eine konservative Schätzung), Venture Capital brach um 71 Prozent auf 6 Mrd. $ ein, die Börsengänge sanken unter die Niedrigmarke von 1991, und das Realeinkommen war seit 1993 erstmals rückläufig. Letzteres allerdings, nachdem die Gehälter 2000 um 22 Prozent angestiegen waren und auch heute noch mehr als das Doppelte des landesweiten Durchschnitts betragen.
Aber: "Die Geister sind wieder zum Leben erwacht", sagt David Nagel. Wie zum Beweis lässt der bärtige Chef von Palmsource, der soeben vom weltweit führenden Kleinstcomputerhersteller Palm ausgegründeten Betriebssystem-Tochter, seinen Arm in Richtung der Menschenmassen kreisen, die sich durch die die Palm-Entwicklerkonferenz im San Jose Convention Center wälzen. "3000 Entwickler von Palm-Anwendungen haben sich für diese Konferenz angemeldet - das heißt, es tut sich was in der Branche", sagt Nagel, der seit Jahrzehnten bei Technologiefirmen wie Apple und AT&T und jetzt Palm das Ohr am Boden des Silicon Valley hat.
Die VCs, denen das Geld nie ausgegangen sei, die aber nicht mehr investieren wollten, würden endlich wieder Unternehmer und Firmen finden, in die sie ihr Vertrauen und Geld steckten, sagt Nagel, die Innovationskraft sei ungebrochen. Und: "Es gibt wieder Börsengänge, auch wenn das Fieber wohl nie wieder so ausbrechen wird wie während der Dotcom-Hysterie", fügt er ohne sichtliche Wehmut hinzu.
Vergangenes Jahr trugen die Venture-Kapitalisten 40 Mrd. $ zusammen, nur 10 Mrd. $ weniger als im Boomjahr 1999. Jetzt muss das Geld nur noch an Startups verteilt werden. "Die Unternehmer und Ideen, die wir heute zu Gesicht bekommen, sind von besserer Qualität", sagt Claude Leglise, Vice President des Venture-Capital-Arms von Intel, dem weltgrößten Chiphersteller.
Auch anderswo macht sich die Überzeugung breit, dass das Silicon Valley dabei ist, die Auswirkungen der Dotcom-Misere hinter sich zu lassen. Der Mitte Januar herausgegebene "2002 Index of Silicon Valley", ein jährlich erscheinender Bericht zur Lage der Region, kam zum Schluss, dass die Konsequenzen des Kollapses weniger dauerhaft sind als befürchtet. Im Tal am Pazifik herrscht eine außergewöhnliche Produktivität, die auf Unternehmertum, Venture Capital und Ingenieurstalent basiert. Dieses Triumvirat, hier Silicon-Valley-Ökosystem genannt, werde die Gegend schneller aus der Talsohle holen, als so mancher Volkswirtschaftler prophezeite, glauben die Index-Verfasser, eine Koalition, zu der Unternehmen, Regierung, Schulwesen und städtische Gruppen gehören.
Verlorene Träume
In dem Bericht heißt es, dass der Landstrich in den vergangenen Jahrzehnten mindestens vier wirtschaftliche "Expansionswellen" erlebt habe: Rüstung, integrierte Halbleiterschaltung, Computer und Internet. "Jede Welle baute ein Innovationsnetz talentierter Leute, Lieferanten und Finanzdienstleister auf, die die nächste Technologiewelle ermöglichten", geben sich die Verfasser optimistisch. "Die Welt glaubt, wir seien von einer Klippe gestürzt, aber die Dotcom-Blase ist geplatzt, und wir gehen weiter", sagt Douglas Henton von Collaborative Economics, dem Marktforschungsunternehmen in Mountain View, das den Index zusammengestellt hat. Mit der nächsten Welle werde das nächste Kapitel des Internets geschrieben, das eine Innovationsära einläuten werde, neben der die "Erfindung des Chip und des PC verblassen" werden, behauptet Anthony Perkins.
Ende Januar legte die VC-Gemeinde mit einem Bericht nach, in dem es heißt, dass die Investitionen im letzten Quartal 2001 zum ersten Mal seit fast zwei Jahren gestiegen sind. 7,1 Mrd. $ wurden landesweit an Startup-Unternehmen verteilt, fast zwei Prozent mehr als im Quartal davor, steht im "Money Tree Survey", den der Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers zusammen mit den Marktforschern von Venture Economics und der National Venture Capital Association erstellte. Über ein Drittel der Investitionen gingen an Unternehmen im Silicon Valley, wo die Investitionen vom dritten zum vierten Quartal um 14 Prozent auf 2,5 Mrd. $ stiegen.
Außer auf sich selbst hoffen viele Firmen auch auf den Anti-Terror-Krieg. Sicherheitstechnik und Biometrik gelten als Hoffnungsbranchen. Immerhin hat die US-Regierung 20 Mrd. $ für die Terrorbekämpfung bereitgestellt, dazu 33 Mrd. $ für Verteidigung. Oracle-Chef Larry Ellison will eine nationale Datenbank zur Personendatenerfassung aufbauen. In San Jose findet in dieser Woche eine Messe für elektronische Sicherheit statt, bei der über 200 Firmen neue Systeme vorstellen: tragbare Anthrax-Analysestationen, Anti-Hacker-Software oder Horchgeräte, die bei verdächtige Bewegungen in Flugzeugkabinen Alarm schlagen.
Einer, der den aufkeimenden Optimismus etwas bremsen will, ist Kenneth Rosen, Wirtschaftsprofessor an der University of California at Berkeley. "Das Valley geht durch die schlimmste Rezession der Nachkriegszeit, und die menschlichen Kosten der Dotcom-Einschmelzung wurden noch nicht vollständig berechnet", sagt Rosen. Nicht zu berechnen sind die verlorenen Träume. Eine ganze Generation hat ihre Illusionen und ihre Einstellung zu Arbeit und Arbeitgeber revidiert. "Ich werde nie mehr so naiv sein und mich einem Unternehmen mit Leib und Seele verschreiben", sagt Cesar Ruiz, dem vor acht Monaten zusammen mit 20 Kollegen in der Kaffeeküche einer Web-Design-Firma in San Francisco gekündigt wurde. Ganze zwei Minuten dauerte das .
Trotzdem blieb er im Valley. "Nirgends sind die Chancen so zahlreich wie hier, auch wenn man schon ein- oder auch zweimal gescheitert ist", sagt Ruiz. Wie andere Jobsuchende hat er die vergangenen Monate von dem gelebt, was er sich in den fetten Jahren zusammengespart hat. "Für viele ist es nicht Arbeitslosigkeit, sondern ein mehrmonatiger Urlaub", sagt David Nagel von Palmsource. Er nennt das "coasting", Weiterfahren bei abgestelltem Motor: "Anders als in anderen Regionen gibt es im Silicon Valley genügend Leute, die eine Weile gut weiterleben können, auch wenn sie nichts verdienen."
Warten auf den Boom
Offensichtlich: In den exklusiven Restaurants der Bay Area geht es wieder zu wie in den guten alten Tagen - hektisch. "Wer am Wochenende bei uns essen will, muss zehn Tage im Voraus buchen", Ron Frommann, Manager von Sushi Ran in Sausalito. Und das bei High-Life-Preisen: Eine Rainbow Roll kostet 17 $, eine kleine Karaffe ungefilterter Sake 15 $. Auch auf den Freeways, jenem asphaltierten Symbol der Prosperität in und um San Francisco, regiert wieder der tägliche Verkehrsinfarkt, wie beinahe erleichtert festgestellt wird.
Wann aus diesen ersten Regungen im Silicon Valley wieder ein Boom wird, will keiner prognostizieren. Nur dass er kommt, daran glaubt hier jeder. Ob in zwei oder drei Jahren oder vielleicht auch erst in fünf. Gerne wird dann auf die Statistik verwiesen, die besagt, dass in jedem Jahr in den USA und insbesondere im Silicon Valley ein wichtiges Unternehmen gegründet wird, egal in welcher Verfassung die Wirtschaft sich befindet. Hewlett-Packard beispielsweise wurde 1939 gegründet, Microsoft 1975 - beides waren Rezessionsjahre.
N8!
HE