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WELTMARKT FÜR KAMPFFLUGZEUGE
Flugzeugkäufe von A bis V: Die Beschaffungsprogramme
Der größte Kampfflugzeug-Markt der Welt sind und bleiben die USA. Zunächst die Beschaffung der F-22 "Raptor", einer Entwicklung von Lockheed Martin und Boeing. Die erste F-22 soll 2003 auf die Tyndall Air Force Base in Florida kommen - 294 weitere sollen folgen. Gesamtkosten: 60 Milliarden Dollar.
Dabei ist das nächste Projekt schon in Vorbereitung: Unter dem Code JSF wird ein Kampfflugzeug für das nächste und übernächste Jahrzehnt vorbereitet, das für alle Teilstreitkräfte passen soll - ob der US-Kongress die für die Entwicklung notwendigen Mittel locker machen wird, ist offen.
Analysten der Rüstungswirtschaft gehen davon aus, dass die USA ein dreifaches Interesse haben, neue Flugzeuge auf den Markt zu bringen: Da geht es einmal um die Überlegenheit der eigenen Streitkräfte, dann um die wirtschaftlichen Effekte und Verflechtungen der Aerospace-Industrie, und schließlich erwartet man politisch-strategische Vorteile. Wer nämlich US-Rüstungsgüter im Hochtechnologiebereich kauft, neigt dazu, auch seine Kommunikations- und Kommandostrukturen an die amerikanischen anzupassen. Und das sind die Märkte, um die es im nächsten Jahrzehnt geht:
Ägypten
Hat am Mittwoch die ersten vier (von 24 geplanten) neuen F-16 übernommen - zu den schon vorhandenen 220 aus früheren Versionen.
Australien
Erarbeitet derzeit das "Project Air 2000", das ab 2012 bis zu 100 neue Flugzeuge vorsieht. Die Typenentscheidung ist offen.
Brasilien
Will ab 2007 seine veralteten Mirage und F-5 austauschen.
Chile
Hat kürzlich das Okay des US-Kongresses für den Kauf von zwölf F-16 bekommen - sehr zum Ärger der Peruaner, die sich in den letzten Jahren mit MiG-29 eingedeckt haben und einen regionalen Rüstungswettlauf befürchten.
China
Die ersten von insgesamt 60 russischen Su-30 Jets laufen seit letzten Dezember zu, dazu kommen 28 Su-27. Eine Lizenzproduktion ist vorgesehen.
Griechenland
Rüstet derzeit mit 50 F-16 Block 50 (der Version, die auch für Österreich in Frage kommt) auf und hat gleichzeitig 15 Mirage 2000 bestellt. Ab 2008 soll dann der Eurofighter "Typhoon" (60 bis 90 Stück) eingeführt werden.
Indien
Hat 60 Su-30 bestellt, von denen bisher 18 ausgeliefert sind, weitere 30 folgen heuer. Eine folgende Lizenzproduktion ist geplant. Neben Plänen für bis zu 64 MiG-29 (noch nicht bestellt, sie dürften laut Military Technology für Flugzeugträger vorgesehen sein) gibt es Bestellungen von zehn Mirage 2000 für das Jahr 2004.
Indonesien
Steht in Verhandlungen mit Sukhoi in Russland.
Israel
Hat für 2003 weitere 50 F-16 bestellt und hält eine Option auf 60 für spätere Lieferungen.
Italien
Fliegt ab übernächstem Jahr mit 34 geleasten alten F-16, um die Zeit bis zur Einführung der 121 bestellten Eurofighter zu überbrücken.
Kuwait
Plant den Kauf von weiteren zwölf F-18.
Malaysia
Plant die Aufstellung einer zweiten Staffel russischer (MiG-29 oder Su-27) Jets. Diese Woche sind aber malayische Piloten in die USA geflogen, um die F-18 zu fliegen.
Myanmar
Kaufte in diesem Jahr zwölf MiG-29, um sich gegen Thailand zu wappnen.
Niederlande
Die Beschaffungsprogramme werden erst nach 2010 aktuell - die Niederlande könnte der erste Exportmarkt für das amerikanische JSF-Projekt werden oder aber sich ebenfalls für den Eurofighter entscheiden.
Norwegen
Hat Interesse am Eurofighter bekundet, hat aber keine aktuellen Beschaffungspläne.
Oman
Plant den Kauf von zwölf F-16 Block 50.
Pakistan
Hat mit China einen Vertrag über die Gemeinschaftsproduktion von "Super 7"-Jets geschlossen - von der Aufnahme der Produktion ist bisher nichts bekannt. Pakistan dürfte aber auch an Gebrauchtflugzeugen interessiert sein.
Polen
Plant den Kauf von 60 neuen Kampfflugzeugen, von denen die ersten 16 Stück schon 2003 zulaufen sollen. Die Möglichkeiten reichen von F-16 über Mirage bis Gripen.
Portugal
Kauft 25 gebrauchte F-16 von den USA.
SaudiArabien
Überlegt, 24 Stück der auslaufenden F-15-Produktion zu kaufen.
Schweiz
Könnte weitere acht bis zwölf F-18 kaufen, um 16 veraltete Mirage zu ersetzen.
Singapur
Hat 20 F-16 bestellt und will ab 2003 weitere Kampfflugzeuge kaufen.
Südafrika
Neun Gripen sind bestellt, 19 weitere geplant.
Südkorea
Einer der wichtigsten Kampffliegermärkte der nächsten Jahre: Um den Auftrag für 40 neue Kampfflugzeuge streiten Dassault-Rafale, Eurofighter, Sukhoi und Boeing. Ein Auftrag über 20 F-16 ist schon vergeben.
Thailand
Hat in den letzten zwölf Monaten 18 gebrauchte F-16 gekauft und sie auch in Grenzkonflikten mit Myanmar eingesetzt.
Tschechien
Hat einen Abfangjäger-Kauf als Nachfolge der veralteten MiG-21 ausgeschrieben - übrig blieb nur der "Gripen", doch ist die Bestellung der 24 (oder 36) Flugzeuge nach einem Skandal um eine Hotelrechnung noch nicht erfolgt.
Ungarn
Ersetzt seine MiG-29 vorläufig durch 24 gebrauchte F-16, die aus der Türkei geleast werden, um später durch die F-16 Block 50 ersetzt zu werden. Die Türkei hat dem Vernehmen ein ähnliches Angebot an Österreich gemacht.
VAR
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben 30 Mirage der Version 2000-9 sowie 80 der neuesten Version der F-16 Block 60 bestellt, die zwischen 2003 und 2007 geliefert werden
WELTMARKT FÜR KAMPFFLUGZEUGE
Flugzeugkäufe von A bis V: Die Beschaffungsprogramme
Der größte Kampfflugzeug-Markt der Welt sind und bleiben die USA. Zunächst die Beschaffung der F-22 "Raptor", einer Entwicklung von Lockheed Martin und Boeing. Die erste F-22 soll 2003 auf die Tyndall Air Force Base in Florida kommen - 294 weitere sollen folgen. Gesamtkosten: 60 Milliarden Dollar.
Dabei ist das nächste Projekt schon in Vorbereitung: Unter dem Code JSF wird ein Kampfflugzeug für das nächste und übernächste Jahrzehnt vorbereitet, das für alle Teilstreitkräfte passen soll - ob der US-Kongress die für die Entwicklung notwendigen Mittel locker machen wird, ist offen.
Analysten der Rüstungswirtschaft gehen davon aus, dass die USA ein dreifaches Interesse haben, neue Flugzeuge auf den Markt zu bringen: Da geht es einmal um die Überlegenheit der eigenen Streitkräfte, dann um die wirtschaftlichen Effekte und Verflechtungen der Aerospace-Industrie, und schließlich erwartet man politisch-strategische Vorteile. Wer nämlich US-Rüstungsgüter im Hochtechnologiebereich kauft, neigt dazu, auch seine Kommunikations- und Kommandostrukturen an die amerikanischen anzupassen. Und das sind die Märkte, um die es im nächsten Jahrzehnt geht:
Ägypten
Hat am Mittwoch die ersten vier (von 24 geplanten) neuen F-16 übernommen - zu den schon vorhandenen 220 aus früheren Versionen.
Australien
Erarbeitet derzeit das "Project Air 2000", das ab 2012 bis zu 100 neue Flugzeuge vorsieht. Die Typenentscheidung ist offen.
Brasilien
Will ab 2007 seine veralteten Mirage und F-5 austauschen.
Chile
Hat kürzlich das Okay des US-Kongresses für den Kauf von zwölf F-16 bekommen - sehr zum Ärger der Peruaner, die sich in den letzten Jahren mit MiG-29 eingedeckt haben und einen regionalen Rüstungswettlauf befürchten.
China
Die ersten von insgesamt 60 russischen Su-30 Jets laufen seit letzten Dezember zu, dazu kommen 28 Su-27. Eine Lizenzproduktion ist vorgesehen.
Griechenland
Rüstet derzeit mit 50 F-16 Block 50 (der Version, die auch für Österreich in Frage kommt) auf und hat gleichzeitig 15 Mirage 2000 bestellt. Ab 2008 soll dann der Eurofighter "Typhoon" (60 bis 90 Stück) eingeführt werden.
Indien
Hat 60 Su-30 bestellt, von denen bisher 18 ausgeliefert sind, weitere 30 folgen heuer. Eine folgende Lizenzproduktion ist geplant. Neben Plänen für bis zu 64 MiG-29 (noch nicht bestellt, sie dürften laut Military Technology für Flugzeugträger vorgesehen sein) gibt es Bestellungen von zehn Mirage 2000 für das Jahr 2004.
Indonesien
Steht in Verhandlungen mit Sukhoi in Russland.
Israel
Hat für 2003 weitere 50 F-16 bestellt und hält eine Option auf 60 für spätere Lieferungen.
Italien
Fliegt ab übernächstem Jahr mit 34 geleasten alten F-16, um die Zeit bis zur Einführung der 121 bestellten Eurofighter zu überbrücken.
Kuwait
Plant den Kauf von weiteren zwölf F-18.
Malaysia
Plant die Aufstellung einer zweiten Staffel russischer (MiG-29 oder Su-27) Jets. Diese Woche sind aber malayische Piloten in die USA geflogen, um die F-18 zu fliegen.
Myanmar
Kaufte in diesem Jahr zwölf MiG-29, um sich gegen Thailand zu wappnen.
Niederlande
Die Beschaffungsprogramme werden erst nach 2010 aktuell - die Niederlande könnte der erste Exportmarkt für das amerikanische JSF-Projekt werden oder aber sich ebenfalls für den Eurofighter entscheiden.
Norwegen
Hat Interesse am Eurofighter bekundet, hat aber keine aktuellen Beschaffungspläne.
Oman
Plant den Kauf von zwölf F-16 Block 50.
Pakistan
Hat mit China einen Vertrag über die Gemeinschaftsproduktion von "Super 7"-Jets geschlossen - von der Aufnahme der Produktion ist bisher nichts bekannt. Pakistan dürfte aber auch an Gebrauchtflugzeugen interessiert sein.
Polen
Plant den Kauf von 60 neuen Kampfflugzeugen, von denen die ersten 16 Stück schon 2003 zulaufen sollen. Die Möglichkeiten reichen von F-16 über Mirage bis Gripen.
Portugal
Kauft 25 gebrauchte F-16 von den USA.
SaudiArabien
Überlegt, 24 Stück der auslaufenden F-15-Produktion zu kaufen.
Schweiz
Könnte weitere acht bis zwölf F-18 kaufen, um 16 veraltete Mirage zu ersetzen.
Singapur
Hat 20 F-16 bestellt und will ab 2003 weitere Kampfflugzeuge kaufen.
Südafrika
Neun Gripen sind bestellt, 19 weitere geplant.
Südkorea
Einer der wichtigsten Kampffliegermärkte der nächsten Jahre: Um den Auftrag für 40 neue Kampfflugzeuge streiten Dassault-Rafale, Eurofighter, Sukhoi und Boeing. Ein Auftrag über 20 F-16 ist schon vergeben.
Thailand
Hat in den letzten zwölf Monaten 18 gebrauchte F-16 gekauft und sie auch in Grenzkonflikten mit Myanmar eingesetzt.
Tschechien
Hat einen Abfangjäger-Kauf als Nachfolge der veralteten MiG-21 ausgeschrieben - übrig blieb nur der "Gripen", doch ist die Bestellung der 24 (oder 36) Flugzeuge nach einem Skandal um eine Hotelrechnung noch nicht erfolgt.
Ungarn
Ersetzt seine MiG-29 vorläufig durch 24 gebrauchte F-16, die aus der Türkei geleast werden, um später durch die F-16 Block 50 ersetzt zu werden. Die Türkei hat dem Vernehmen ein ähnliches Angebot an Österreich gemacht.
VAR
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben 30 Mirage der Version 2000-9 sowie 80 der neuesten Version der F-16 Block 60 bestellt, die zwischen 2003 und 2007 geliefert werden