INTERNET-AKTIEN 07.12.2001 20:15 Uhr
Schmidt-Bank beauftragt Bankhaus Metzler mit Consors-Verkauf
Die schwer angeschlagene Schmidt-Bank hat nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe) das Frankfurter Bankhaus Metzler damit beauftragt, einen Käufer für die Online-Broker-Tochter Consors zu finden.
Der neue Vorsitzende der Geschäftsleitung des Hofer Traditionshauses, Paul Wieandt, habe sich damit gegen Goldman Sachs als Auktionator entschieden, schreibt die Zeitung. Die amerikanische Investmentbank habe bisher die Schmidt-Bank in führender Rolle beraten.
Das Kreditinstitut sei in eine schwere Schieflage geraten, da es Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe auf faule Firmenkredite vornehmen und seine Consors-Beteiligung wertberichtigen musste. Die Schmidt-Bank sei mit 64,5 Prozent Mehrheitsaktionär des Online-Brokers. Am 18. November dieses Jahres habe eine Auffanggesellschaft, an der die Bayerische Landesbank und die vier Großbanken beteiligt sind, die Filialbank übernommen.
Finanzkreise werteten die Entscheidung für das Bankhaus Metzler als einen Versuch Wieandts, einen möglichst transparenten und fairen Verkaufsprozess sicherzustellen, schreibt die "Welt". Der ehemalige BfG-Bank-Chef solle bei der Schmidt-Bank eine unübersichtliche Lage hinsichtlich der beratenden Investmentbanken vorgefunden haben. So habe Bankchef Karl Gerhard Schmidt beim anvisierten Verkauf von Consors nicht nur Goldman Sachs, sondern auch zwei weitere Investmentbanken engagiert.
Allerdings solle der 65-jährige Wieandt nicht ganz frei in seiner Wahl der Investmentbank gewesen sein. Wie es heißt, habe das Bankenkonsortium darauf gedrängt, dass keine internationale Investmentbank, sondern eine heimische Adresse das Mandat bekommt.
Good Trades !