Bitcoin und Gold steuern gemeinsam auf ein Verlustjahr zu – erstmals seit 2011
Pascal Grunow
Pascal Grunow
Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Bitcoin und Gold (Goldkurs) liefern Anlegern in diesem Jahr ein ungewöhnliches Bild. Erstmals seit 2011 liegen beide Anlageklassen gleichzeitig seit Jahresbeginn im Minus. Damit gehören sie bislang zu den schwächsten großen Assets des Jahres.
Kurzfristig zeichnet sich allerdings eine Erholung ab. Bitcoin steigt am Dienstagnachmittag um 2,9 Prozent auf 66.460 US-Dollar und liegt auf Wochensicht 4,73 Prozent im Plus. Auch Gold gewinnt 1,25 Prozent auf 4.058 US-Dollar.
Die Jahresbilanz bleibt dennoch deutlich negativ. Bitcoin hat seit Jahresbeginn 27,7 Prozent verloren, Gold liegt 7,7 Prozent im Minus.
Seit 2011 war in nahezu jedem Kalenderjahr mindestens eines der beiden Assets im Plus. Häufig legten sogar beide gleichzeitig zu. 2024 erlebte Bitcoin mit einem Anstieg von 121 Prozent die stärkste Rallye, während Gold ebenfalls 26,7 Prozent gewann. 2025 stieg Gold um fast 64 Prozent, während Bitcoin 6,3 Prozent verlor.
Geopolitik könnte die zweite Jahreshälfte entscheiden
Neue Hoffnung kommt von der geopolitischen Front. Sollten die Spannungen zwischen den USA und Iran nachlassen und die Ölpreise wieder sinken, könnte dies die Risikobereitschaft an den Märkten erhöhen und sowohl Gold als auch Bitcoin unterstützen.
Der Analyst Ross Norman sieht bei Gold zumindest Anzeichen einer Bodenbildung. Nach der außergewöhnlichen Rallye im Januar und dem anschließenden Ausverkauf könne das Schlimmste inzwischen überstanden sein.
An den Märkten werden Berichte über Vermittlungsbemühungen zwischen Washington und Teheran gegen neue gegenseitige Angriffe und Blockadedrohungen der Huthi abgewogen. Ein hochrangiger iranischer Vertreter erklärte, Teheran habe von Vermittlern einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe erhalten.
Clarity Act sorgt für neue Bitcoin-Fantasie
Für den Kryptomarkt kommt ein weiterer potenzieller Katalysator aus Washington. Auf Polymarket stieg die Wahrscheinlichkeit, dass der Clarity Act noch 2026 Gesetz wird, am Montag auf 43 Prozent. Am Freitag hatte sie noch bei 32 Prozent gelegen.
Auslöser waren Berichte, wonach US-Präsident Donald Trump einer Ethikregelung zustimmen wolle, die bislang als entscheidender Streitpunkt bei den Verhandlungen galt. Der Senat hat noch bis Anfang August Zeit für eine Abstimmung.
Tech-Rallye treibt an
Für den aktuellen Kurssprung sind jedoch vor allem Technologie- und Halbleiteraktien verantwortlich. Der Chip-Ausverkauf, der Kryptowährungen in der vergangenen Woche belastet hatte, drehte sich ins Gegenteil. Steigende asiatische Halbleiterwerte lösten eine breitere Risk-on-Bewegung aus.
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