Trotz gigantischer Schuldenlast: Darum ist die Oracle-Aktie jetzt zum Kauf empfohlen!

Max Gross Max Gross
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Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.

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Rechenzentrum mit Netzwerkservern.
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Die japanische Investmentbank Mizuho hat ihre Kaufempfehlung für Oracle bekräftigt – trotz turmhoher Schulden und steigenden Kosten für Kreditausfallversicherungen.
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Hinweis

Oracle am Abgrund – die Schuldensorgen nehmen Überhand ...

Ein Schuldenberg von 135,5 Milliarden US-Dollar, auf 1,5 Milliarden US-Dollar angewachsene Zinskosten pro Quartal, ein Downgrade seiner Bonität auf nur noch eine Stufe über Ramsch-Niveau und steigende Kosten für Kreditausfallversicherungen – für den US-amerikanischen SAP-Rivalen und Cloud-Computing-Dienstleister Oracle kam der Wind in den vergangenen Monaten vor allem von vorne.

Gegenüber dem Jahreswechsel hat das Papier über ein Drittel seines Wertes verloren, verglichen mit den noch im Juni vergangenen Jahres erzielten Allzeithochs hat sich die Oracle-Aktie sogar mehr als halbiert. Das reflektiert die wachsenden Vorbehalte gegenüber den Zukunftsaussichten des Unternehmens.

Werte aus dem Artikel:
Oracle Aktie 114,99 $ 0,00%

... doch Mizuho sieht jetzt eine attraktive Einstiegschance!

Geht es jedoch nach der japanischen Investment-Bank Mizuho bietet die Aktie nach ihrer Halbierung "eines der attraktivsten Chance-Risiko-Verhältnisse unseres Anlageuniversums".

Lead-Analyst Siti Panigrahi und sein Team haben ihre Kaufempfehlung am Dienstag bekräftigt und den fairen Wert der Anteile mit 320 US-Dollar veranschlagt. Das impliziert gegenüber dem Kurs vom Dienstagnachmittag eine Upside von 155 Prozent und liegt deutlich über dem mittleren Kursziel von 248,15 US-Dollar.

Panigrahi gilt jedoch laut TipRanks, einem Vergleichsportal für Wall-Street-Analystinnen und -Analysten, als nicht sehr zuverlässig. Seine Trefferquote beträgt gerade mal 45 Prozent und der durchschnittliche Return seiner Empfehlungen -2,1 Prozent. Damit landet er unter den 10 schlechtesten Prozent der erfassten Expertinnen und Experten.

Hohe Cashflows bis 2030 erwartet, Ausgabenhoch in 2028

Er hält die Sorgen gegenüber Oracle für übertrieben. Die Aktie würde mit einem KGVe 2027 von 14 mit einem deutlich Abschlag "gegenüber jedem anderen vergleichbaren Cloud-Infrastrukturwert" notieren, obwohl die Ausführungsqualität, die Qualität des Backlogs und die finanzielle Visibilität sowie das Wachstum über dem der Vergleichsgruppe lägen.

Panigrahi erwartet vor allem im ersten Quartal des kommenden Jahres eine deutliche Wachstumsbeschleunigung, wenn Oracle ein Gigawatt Rechenleistung ans Netz bringen werde – was über der derzeit insgesamt installierten Leistung liege.

Mit Blick auf die Verschuldung verwies er darauf, dass Oracle trotz des Downgrades weiterhin mit "Investment Grade" bewertet werde. Er sieht angesichts steigender Cashflows verbesserte Möglichkeiten, die Verschuldung zu adressieren. Für 2029 rechnet er mit einem freien Cashflow von 8 Milliarden US-Dollar für 2030 dann von 41 Milliarden US-Dollar, während die Investitionsausgaben 2027 und 2028 ihren Höhepunkt erreichen werden.

Aktie gewinnt 3 Prozent, leitet Erholung ein

Am Markt griffen Anlegerinnen und Anleger die bekräftigte Kaufempfehlung dankbar auf, nach dem die Aktie noch am Montag auf den tiefsten Stand seit fast eineinhalb Jahren gefallen war. Oracle legte am Dienstnachmittag knapp 3 Prozent zu.

Die technische Ausgangslage ist aber unverändert schwach, wie der Blick auf die technischen Indikatoren zeigt. Hoffnung auf eine Gegenbewegung macht hier gegenwärtig nur, dass die Aktie im Relative-Stärke-Index (RSI) zuletzt überverkauft war und sich erste, zaghafte bullishe Divergenzen abzeichnen.

Von ersten prozyklischen Kaufsignalen ist die Oracle-Aktie jedoch noch meilenweit entfernt. Die 50-Tage-Linie liegt bei rund 175 US-Dollar und damit deutlich über dem zuletzt unterschrittenen Unterstützungsbereich zwischen 135 und 150 US-Dollar.

20.07.26 - ARIVA.DE Redaktion

Fazit: Viel Fantasie, wenig belastbares  Sorgen dürften bleiben

Für seine ambitionierten Pläne im Bereich Cloud-Computing und Ai-as-a-Service zahlt Oracle einen hohen Preis. Die gewaltigen Schulden belasten längst nicht nur die Bilanz und die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens, sondern auch das Sentiment der Anlegerinnen und Anleger, die mit ihren Verkäufen in den vergangenen Monaten keine Gnade kannten.

Mizuho-Analyst Siti Panigrahi wittert im Abverkauf eine Einstiegschance. Seine Begründung stützt sich allerdings auf weit in der Zukunft liegende Cashflows, die sich bestenfalls materialisieren, im schlechtesten Fall aber auch in Luft auflösen, sollte die KI-Blase platzen und Oracle auf seinen Investitionen und nicht mehr gebrauchter Rechenleistung sitzen bleiben. Optisch mag Oracle zwar eine günstige Unternehmensbewertung aufweisen, dahingehend hat Panigrahi durchaus recht, allerdings gilt im Fall von Oracle "cheap for a reason" – günstig aus (guten) Gründen.

Ohne eine klar erkennbare Bodenbildung im Chart und einen klaren Pfad zu Profitabilität sollten Anlegerinnen und Anleger die Finger von der Aktie lassen.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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