Die Beschneidung von Genitalien ist der älteste chirurgische Eingriff der Menschheitsgeschichte - was der amerikanische Medizinhistoriker David Gollaher in seiner Studie zum Thema eindrücklich nachweist. In erster Linie waren (und sind) es Männer, die diese Prozedur über sich ergehen lassen müssen - die der Entfernung der Penisvorhaut, der Zirkumzision.
Für Söhne jüdischer Familien ist Vorhautbeschneidung aus religiösen Gründen zwingend vorgeschrieben; für die männlichen Kinder aus muslimischen ist sie üblich. Hinter der religiösen verbarg sich die medizinische Idee: Zu verhindern, dass die Sekrete, die sich zwischen Vorhaut und Eichel ablagern, eine Entzündung des Genitals bewirken können.
In Ländern, in denen Wasser zum Waschen knapp war (wie im Nahen Osten), war insofern die Operation ein Fall geschlechtlicher Hygiene. Der erlittene Schmerz - der Akt findet ohne Betäubung statt - galt (und gilt häufig noch) als wichtige Voraussetzung, um als erwachsen zu gelten.
Vom Mittelalter an wurde der Eingriff auch sexualmoralisch begründet: Eine Zirkumzision mache den Eichelschaft weniger empfindlich für Reizungen und damit für sexuelle Sehnsüchte. In Nordamerika zählt die Vorhautentfernung bei siebzig Prozent aller männlichen Säuglinge zu den Routineeingriffen kurz nach deren Geburt.
Inzwischen hat sich in den USA ein Selbsthilfenetzwerk gegründet, dessen (meist männliche) Mitglieder den Eingriff kritisieren: Viele Babys hätten Verletzungen erlitten; ihre Geschlechtsorgane seien irreversibel von nachlässigen Beschneidern und Medizinern verletzt worden. Gegen eine Vorhautverengung, argumentieren sie, helfe ohnehin kein Chirurgenbesteck - sondern häufigere Selbstbefriedigung. Einige Kliniken (auch in Deutschland) bieten inzwischen Operationen an, die die weggeschnittene Vorhaut rekonstruieren.
Die Sexualität von beschnittenen und unbeschnittenen Männern wird verschieden beurteilt. Viele Frauen (und Männer) haben mit Männern ohne Vorhaut bessere Erfahrungen gemacht, andere schätzen aus ästhetischen Gründen die naturbelassene Variante.
taz
Für Söhne jüdischer Familien ist Vorhautbeschneidung aus religiösen Gründen zwingend vorgeschrieben; für die männlichen Kinder aus muslimischen ist sie üblich. Hinter der religiösen verbarg sich die medizinische Idee: Zu verhindern, dass die Sekrete, die sich zwischen Vorhaut und Eichel ablagern, eine Entzündung des Genitals bewirken können.
In Ländern, in denen Wasser zum Waschen knapp war (wie im Nahen Osten), war insofern die Operation ein Fall geschlechtlicher Hygiene. Der erlittene Schmerz - der Akt findet ohne Betäubung statt - galt (und gilt häufig noch) als wichtige Voraussetzung, um als erwachsen zu gelten.
Vom Mittelalter an wurde der Eingriff auch sexualmoralisch begründet: Eine Zirkumzision mache den Eichelschaft weniger empfindlich für Reizungen und damit für sexuelle Sehnsüchte. In Nordamerika zählt die Vorhautentfernung bei siebzig Prozent aller männlichen Säuglinge zu den Routineeingriffen kurz nach deren Geburt.
Inzwischen hat sich in den USA ein Selbsthilfenetzwerk gegründet, dessen (meist männliche) Mitglieder den Eingriff kritisieren: Viele Babys hätten Verletzungen erlitten; ihre Geschlechtsorgane seien irreversibel von nachlässigen Beschneidern und Medizinern verletzt worden. Gegen eine Vorhautverengung, argumentieren sie, helfe ohnehin kein Chirurgenbesteck - sondern häufigere Selbstbefriedigung. Einige Kliniken (auch in Deutschland) bieten inzwischen Operationen an, die die weggeschnittene Vorhaut rekonstruieren.
Die Sexualität von beschnittenen und unbeschnittenen Männern wird verschieden beurteilt. Viele Frauen (und Männer) haben mit Männern ohne Vorhaut bessere Erfahrungen gemacht, andere schätzen aus ästhetischen Gründen die naturbelassene Variante.
taz