Rege Geldtransfers: Plant al-Qaida neue Anschläge?


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Rege Geldtransfers: Plant al-Qaida neue Anschläge?

 
17.03.02 20:39
SPIEGEL ONLINE - 17. März 2002, 17:35

Rege Geldtransfers

Plant al-Qaida neue Anschläge?

US-Experten befürchten, dass Osama Bin Ladens Terror-Netz wieder an Vitalität gewinnt. Ein neues Indiz: In den vergangenen Wochen habe al-Qaida auffällig viel Geld verschoben, heißt es aus US-Geheimdienstkreisen. Außerdem bemühten sich die Überlebenden der US-Angriffe verstärkt, ihre Kontakte zueinander wieder aufzuwärmen.

 
REUTERS

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Washington - Die Terroristen versuchen, die Schäden im Gewebe ihres Netzes zu reparieren - das zumindest legen US-Medienberichte nahe, die sich auf Quellen in der US-Regierung berufen. Ein US-Regierungsmitarbeiter, schreibt etwa die Nachrichtenagentur AP, berichte von "finanziellen Aktivitäten" der al-Qaida, die in den vergangenen Wochen aufgefallen seien. Möglich sei, so soll die anonyme Quelle gesagt haben, dass mit den verschobenen Geldern neue Terror-Anschläge finanziert werden sollen.

Eine Quelle der Finanztransfers soll der Nordwesten von Pakistan sein, der an Afghanistan angrenzt. Zugleich soll die Kommunikation zwischen Einheiten der al-Qaida und der befreundeten Taliban wieder zugenommen haben. Führer des Terror-Netzes, die die Angriffe durch die Amerikaner überlebten, versuchten offenbar, wieder miteinander in Kontakt zu treten.

"Es gibt eine Menge Zeichen dafür, dass al-Qaida sich wieder zusammenfindet", zitiert AP den früheren Anti-Terror-Chef des CIA, Vince Cannistraro. "Ihre Internet-Transaktionen haben zugenommen. Geld wird verschoben. Es gibt Hinweise, dass die Führung aktiv ist."

Nicht alle Experten sehen das genauso. Neil Livingston, CEO der Beratungsfirma Global Options, sagte gegenüber CBS News, die Geldbewegungen könnte auch auf Erfolge der US-Fahnder hindeuten. Al-Qaida werde vermutlich angesichts der amerikanischen Fahndung nach Terror-Finanzen nervös und bemühe sich, Geld in Sicherheit zu bringen. "Sie versuchen das Geld an andere Orte zu bewegen, weg von den Ermittlern", vermutet Livingston.

Derweil hat die amerikanische Bundespolizei (FBI) hat nach Angaben aus der philippinischen Regierung Sorge, dass sich Muslim-Extremisten der al-Qaida aus Afghanistan absetzen und in Südostasien oder anderswo untertauchen könnten.

Der Sicherheitsberater der Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo, Roilo Golez, sagte am Sonntag in Manila, FBI-Chef Robert Mueller habe die Sorge in einem Gespräch mit ihm geäußert. Die USA bereiteten sich auf diese Möglichkeit vor und hülfen auch anderen Staaten, die Vorsichtsmaßnahmen auszuweiten. Die Philippinen sind die letzte Station einer Asienreise Muellers.

Verbindungen zur al-Qaida werden auch den Muslim-Separatisten im Süden der Philippinnen nachgesagt. Amerikanische Elitesoldaten helfen dort bei der Ausbildung der philippinischen Truppen im Kampf gegen die Muslims, die das Gebiet vom christlichen Rest des Landes abtrennen wollen.
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