T-Mobile US liefert zu wenig: Droht der Telekom-Aktie der nächste Ausverkauf?
Markus Weingran
Markus Weingran
Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.
T-Mobile US verdient mehr und hebt die Cashflow-Prognose an. Trotzdem fällt die Aktie deutlich. Für die Deutsche Telekom wird jetzt ein Termin zur entscheidenden Bewährungsprobe.
Für dich zusammengefasst:
Der Umsatz von T-Mobile US stieg um 7,9 Prozent.
Der Gewinn je Aktie erreichte 2,99 US-Dollar.
T-Mobile erwartet für 2026 einen Cashflow von 18,4 Milliarden.
Die jüngste Erholung der Deutschen Telekom bekommt einen Dämpfer. T-Mobile US liefert zwar einen höheren Gewinn und hebt die Cashflow-Prognose an. Doch der Umsatz bleibt hinter den Erwartungen zurück. Auch beim Kundenwachstum kann die US-Tochter nicht voll überzeugen. Die Aktie verliert vorbörslich rund vier Prozent und zieht die Deutsche Telekom mit nach unten.
Der Umsatz von T-Mobile US stieg im zweiten Quartal um 7,9 Prozent auf 22,79 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten jedoch mit 22,95 Milliarden US-Dollar gerechnet. Der Gewinn je Aktie erreichte 2,99 US-Dollar und übertraf die erwarteten 2,59 US-Dollar deutlich.
Auch der Serviceumsatz entwickelte sich stark. Er legte um 8,9 Prozent auf 18,98 Milliarden US-Dollar zu. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 11,7 Prozent auf 9,5 Milliarden US-Dollar.
Beim Kundenwachstum bleibt jedoch ein Fragezeichen. T-Mobile gewann netto 277.000 Postpaid-Konten. Das war mehr als erwartet, aber 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig stieg die Abwanderungsquote von 0,92 auf 0,99 Prozent. Der durchschnittliche Umsatz je Postpaid-Konto erhöhte sich um zwei Prozent auf 152,91 US-Dollar.
Positiv fällt die höhere Cashflow-Prognose aus. T-Mobile erwartet für 2026 nun einen bereinigten freien Cashflow zwischen 18,4 und 18,8 Milliarden US-Dollar. Zuvor lag die Spanne bei 18,1 bis 18,7 Milliarden US-Dollar. Die Prognose für 950.000 bis 1,05 Millionen neue Postpaid-Konten bestätigte das Management.
Konzernchef Srini Gopalan sprach von einem weiteren starken Quartal und verwies auf Wachstumspotenzial im Mobilfunk, im Breitband und in neuen Geschäftsfeldern. Die Börse sieht die Zahlen dennoch kritischer. Der Neukundenzuwachs fiel weniger überzeugend aus als beim Konkurrenten AT&T. Zudem hatten Investoren nach der jüngsten Kursschwäche offenbar auf einen stärkeren Befreiungsschlag gehofft.
Für die Deutsche Telekom kommt der Rückschlag zur Unzeit. Nach einem Kursverlust von fast einem Drittel hatte sich die Aktie zuletzt wieder über 27 Euro gekämpft. Nun fällt sie erneut unter diese Marke.
Den aktuellen Rücksetzer sollten Anleger zunächst nicht zum Einstieg nutzen. T-Mobile US hat nicht komplett enttäuscht, aber auch keinen neuen Kaufimpuls geliefert. Jetzt muss die Deutsche Telekom die Kohlen selbst aus dem Feuer holen. Die entscheidenden Zahlen kommen am 6. August.
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