Aber Japan wird wohl kaum so blöd sein nach den Erfahrungen aus Griechenland einen Schuldenschnitt zu machen. S&P hat schon Gründe dafür dem Inselstaat noch immer ein AA- Rating zu geben - besser als die Deutsche Bank und ähnlich gut wie Frankreich.
Man muss schon ein Stück weit Vertrauen in die Profis und die Märkte an sich haben. In der Regel behalten sie Recht. Und immerhin preisen auch diese Profis mittlerweile ein gewisses Risiko bei Top-Staatsanleihen ein.
Generell sollte man deswegen beim Investieren möglicherweise ein neues Denken einschalten. In Zukunft sind Chancen und Risiken anders zu verstehen als dies in den letzten 60 Jahren der Fall war. Bei Aktienmärkten muss man für meinen Geschmack mit dem ärgsten rechnen. Nicht, dass ich glaube das es eintritt, aber einen Dow Jones von 1.500 Punkten muss man sich ebenso vorstellen können wie einen Dow von 15.000 Punkten.
Heutzutage hilft nur noch radikale Diversifikation. Ich bin ja kein Goldanhänger aber die eigene Meinung zählt in solchen Zeiten auch nicht mehr viel Es sind einfach zu viele Unabwägbarkeiten als das man irgendetwas sicher sagen könnte.
Das Portfolio des 21. Jahrhunderts ist zunächst einmal prinzipiell ein globales Portfolio. Festgelder oder Bundesanleihen gehen gar nicht mehr. Wenn man investiert dann überall auf der Welt - inklusive der Schwellenländer.
Physisches Gold werde ich schweren Herzens auch bald kaufen. Jedoch sichere ich dies mit Optionsscheinen ab. Kommt es zum Systemcrash habe ich eine Sicherheit und kommt es so wie ich erwarte habe ich wenigstens keinen Verlust gemacht.
Der Anleger des 21. Jahrhunderts akzeptiert, dass es in der Ökonomie nur Theorien gibt und keine Wahrheit. Was die Zukunft bringt kann niemand voraus sagen. Nur derzeit vorhandene Risiken lassen sich in etwa beziffern. Wenn fast keine Anleihe der Welt mehr ein AAA - Rating besitzt sagt dies schon einmal viel aus. Obwohl statistisch betrachtet erst bei A- wirklich mit Ausfällen zu rechnen ist.
Die klassischerweise negative Korrelation von Anleihen und Aktien hat sich aufgelöst. Nachvollziehbar weil die Staatsverschuldung mittlerweile ohnehin nur noch als Relation zur Wirtschaft des Landes aufgeführt wird. Ob man überhaupt noch in Renten investieren sollte ist deshalb fraglich. Die Verlustrisiken sind immens während die Chancen auch nominal mittlerweile gleich null sind.
Unverzinster Cash gehört mittlerweile in jedes Depot. Börsenpannen und Hysterien bieten immer wieder gute Einstiegsgelegenheiten.
Was wir brauchen ist also mehr und weniger Vertrauen in die Märkte:
- Mehr Vertrauen dahingehend, dass einzelne Aktien korrekt bewertet sind nach dem aktuellen Stand der Dinge. Mehr Vertrauen auch in die Urteile der Ratingagenturen oder Analysten.
- Weniger Vertrauen aber darin, dass alles in etwa so bleibt wie es war. Nach dem Seitwärtsmarkt der letzten Jahre könnten wir in den kommenden Jahren stärkste Kursschwankungen erleben. Eine Hyperinflation könnte den DAX sogar auf 100.000 Punkte treiben.