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sailor4249: 13.01.25 ??? JPMorgan redet von 57$ und Kurs fällt und fällt
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Also inzwischen steht der Kurs einige Monate nach deinem Posting sogar bei 58$ aktuell. Von daher muß man Dingen manchmal auch einfach Zeit geben und nicht glauben alles passiert in wenigen Tagen. Wobei ich selber nicht sonderlich viel auf Analysten generell gebe bzgl. Kursziele. Es kann am Ende stets mehr oder auch weniger werden wohin der Kurs geht. Von daher immer ratsam sich mehr eigene Gedanken machen bei Investment, d.h. schauen ob die grundsätzliche Investmentstory noch stimmt, ob die Umstände im Gesamtbörsenumfeld noch gut genug sind für derartige Branchen. Zudem schauen, ob es nicht vielleicht bereits charttechnische Überhitzungen gibt, wo es ratsam sein könnte zumindest Teilgewinne erst einmal wieder mitzunehmen. Dann schauen wir mal wie weit man sich noch weiter über die 57$ arbeitet. Ich ziehe hier meinen SL kontinuierlich dynamisch nach, da ich bei plötzlich auftretenden Unwägbarkeiten so zumindest einen Mindestanstieg sicher habe. Da der Dollar in den letzten Monaten deutlich schwächer geworden ist, fällt der für mich relevante Aktienkursanstieg in Euro notiert etwas weniger stark aus. Aber weit genug, um nicht unzufrieden zu sein ;)
Man hat wieder eine weitere "Salamischeibe" bei Tencent veräußert und nutzt so weiter die dort gestiegenen Aktienkurse. Mit den nun wieder ca. 190 Mio Dollar frischem Cash könnte man nun wieder das Portfolio etwas anders branchenmäßig umgestalten bzw. diversifizieren. Ist immer gut, wenn man nicht zu sehr von einer Größe im Portfolio (= Tencent) zu abhängig wird.
Dienstag, 22. Juli 2025 - Prosus reduziert Tencent-Anteile - www.it-times.de/news/...verringert-beteiligung-weiter-172304/ "... Die Technologie-Holding Prosus N.V. veräußert als Hauptaktionär 371.000 Aktien an der Tencent Holdings Ltd. und erzielt 190 Mio. US-Dollar. Nach der Transaktion sinkt der Anteil am chinesischen Gaming- und Social Media - Giganten auf 22,99 Prozent ...Der durchschnittliche Verkaufskurs lag bei 516,0776 US-Dollar pro Aktie. Die Transaktion fand in Hongkong statt. Dadurch sank die aktuelle Beteiligungsquote von Prosus an Tencent Holdings von 23 auf nunmehr 22,99 Prozent leicht. Prosus reduzierte zuletzt seinen Anteil an Tencent Holdings am 6. Januar 2025. Seinerzeit wurden 367.000 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 409,7318 US-Dollar veräußert....Der niederländische Technologieinvestor Prosus expandierte zuletzt in die Bereiche Lebensmittellieferung und E-Commerce. So wurde die Übernahme von Despegar im Mai 2025 abgeschlossen. Zudem erwarb die Holding Just Eat Takeaway.com, um einen neuen KI-gestützten Technologie-Champion in Europa zu schaffen, sagte Fabricio Bloisi, CEO von Prosus und Naspers, im Juni 2025. Das Geschäftsjahr 2025 markiert das erste Jahr, in dem Prosus einen positiven Free-Cash-Flow (ohne die Tencent-Dividende) mit einer Verbesserung des Free Cash-Flows um 513 Mio. US-Dollar erzielt, so CFO Nico Marais..."
Prosus N.V. ist heute kein gewöhnlicher Internetwert, sondern ein Mischwesen aus Holding, operativem Plattformkonzern und Kapitalallokator. Das Unternehmen sitzt in Amsterdam, wurde 2019 aus Naspers heraus an die Börse gebracht und bündelt die internationalen Internetbeteiligungen des südafrikanischen Mutterkonzerns. Prosus ist auf Euronext Amsterdam unter dem Ticker PRX notiert; die ISIN lautet NL0013654783, die WKN A2PRDK. Historisch ist Prosus vor allem deshalb groß geworden, weil Naspers 2001 früh bei Tencent eingestiegen ist. Genau dieser Umstand ist bis heute Chance und Problem zugleich: Prosus besitzt auf Basis der offiziellen NAV-Zusammenstellung zum 21. April 2026 rund 2,065 Milliarden Tencent-Aktien, deren Wert mit 136,9 Milliarden US-Dollar angesetzt wird. Dem steht ein gesamter Prosus-NAV von 173,8 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 69,0 Euro je Aktie gegenüber. (Prosus)
Das „Sortiment“ von Prosus ist entsprechend kein klassisches Produktregal, sondern ein Portfolio aus Plattformen und Beteiligungen. Operativ baut der Konzern Lifestyle-E-Commerce-Ökosysteme in Lateinamerika, Europa und Indien auf. Dazu gehören vor allem Food Delivery, Classifieds, Payments & Fintech, Etail und Edtech. Im Portfolio tauchen unter anderem iFood, OLX, PayU, eMAG, Stack Overflow und Swiggy auf; hinzu kommen große börsennotierte Beteiligungen wie Tencent, Meituan, Delivery Hero und weitere Investments. Die strategische Stoßrichtung ist seit 2025 noch klarer: Prosus will nicht mehr nur Beteiligungen halten, sondern in mehreren Regionen aktiv operative Plattformgruppen bauen und mit KI effizienter machen. (Prosus)
Genau hier liegt der Kern der Investmentstory. Wer Prosus kauft, kauft erstens Tencent mit Abschlag, zweitens ein wachsendes E-Commerce-Portfolio, drittens das Management als Kapitalallokator. Auf Basis der offiziellen NAV-Seite vom 21. April 2026 kamen 136,9 von 179,1 Milliarden US-Dollar Asset Value allein von Tencent. Das sind gut 76 % des gesamten Asset Value. Die übrigen Vermögenswerte verteilen sich auf Europa, Lateinamerika, Indien und sonstige Beteiligungen. Der Börsenkurs spiegelte das am Markt weiterhin nur teilweise wider: Der auf der Konsensseite ausgewiesene Schlusskurs lag bei 42,78 Euro, während Prosus selbst den NAV je Aktie mit 69,0 Euro bezifferte. Das entspricht grob einem Abschlag von rund 38 % auf den ausgewiesenen inneren Wert. Dieser Holding-Abschlag ist seit Jahren das zentrale Thema bei der Aktie. (Prosus)
Operativ hat Prosus zuletzt echte Fortschritte gemacht. Im Geschäftsjahr 2025, das am 31. März 2025 endete, stieg der konsolidierte E-Commerce-Umsatz auf 6,2 Milliarden US-Dollar. Das IFRS-Betriebsergebnis drehte auf plus 173 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 546 Millionen US-Dollar angefallen war. Das E-Commerce-adjusted EBITDA verbesserte sich von 316 auf 655 Millionen US-Dollar. Besonders wichtig: Der Konzern hat damit gezeigt, dass Wachstum und Profitabilität nicht mehr gegeneinander laufen müssen. Reuters berichtete im Juni 2025 zusätzlich, Prosus habe seine Jahresziele übertroffen und erstmals einen positiven Free Cashflow von 36 Millionen US-Dollar erzielt, wenn man die Tencent-Dividende ausklammert. (Prosus)
Noch aktueller, also näher an Deinem Stichtag 21.04.2026, sind die Halbjahreszahlen FY26 für die sechs Monate bis 30. September 2025. Dort meldete Prosus 3,623 Milliarden US-Dollar Umsatz aus fortgeführten Aktivitäten nach 2,963 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Core Headline Earnings aus fortgeführten Aktivitäten lagen bei 4,0 Milliarden US-Dollar, gegenüber 3,542 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Auf Holding-Ebene meldete Prosus zudem 18,3 Milliarden US-Dollar zentrale Kassenbestände und kurzfristige Liquidität, denen 16,5 Milliarden US-Dollar zentrale zinstragende Schulden gegenüberstanden; netto also 1,8 Milliarden US-Dollar Cash. Der Free Cash Inflow stieg auf 1,3 Milliarden US-Dollar, wobei Tencent mit 1,2 Milliarden US-Dollar Dividende ein wesentlicher Treiber blieb. Ohne Tencent-Dividende drehte der freie Cashflow von minus 104 Millionen auf plus 59 Millionen US-Dollar. Das ist ein Punkt, den man nicht kleinreden sollte: Die operative Verbesserung ist real, aber Tencent ist als Cash-Lieferant noch immer extrem wichtig. (Prosus)
Zur Dividende: Prosus ist keine klassische Dividendenaktie. Das Unternehmen kommuniziert selbst, dass Dividenden und Ausschüttungen im Ermessen von Vorstand und Gesellschaft stehen. Für das Geschäftsjahr 2025 empfahl der Vorstand für die N-Aktie eine Ausschüttung von 20 Eurocent je Aktie; das war laut Unternehmen etwa eine Verdopplung für Free-Float-Aktionäre. Praktisch relevant ist dabei, dass Prosus häufig eine Kapitalrückzahlung statt einer klassischen Dividende strukturiert, was steuerlich nicht dasselbe ist. Auf Basis des auf der Konsensseite ausgewiesenen Kurses von 42,78 Euro entsprach die empfohlene Ausschüttung nur rund 0,47 % Rendite. Wer Prosus wegen laufender Erträge kaufen will, ist hier falsch. Die Aktie bleibt ein Wert für NAV-Aufholung, Beteiligungswert und operative Skalierung, nicht für Dividendenjäger. (Prosus)
Zur Geschichte gehört auch, dass Prosus in den letzten Jahren versucht hat, den chronischen Holding-Abschlag aktiv zu bekämpfen. Seit Juni 2022 läuft ein offenes Aktienrückkaufprogramm, bei dem Prosus regelmäßig kleine Tencent-Pakete verkauft und eigene Aktien zurückkauft. Laut FY2025-Zusammenfassung wurden seit dem Start des Programms bis 31. März 2025 über 35 Milliarden US-Dollar an Wert an Aktionäre zurückgeführt; der Free-Float-Aktienbestand wurde um 27 % reduziert. Das ist nicht nur Kosmetik. Es zeigt, dass das Management den Abschlag nicht einfach hinnimmt, sondern aktiv dagegen arbeitet. Gleichzeitig hat diese Strategie einen Preis: Die Tencent-Beteiligung wird schrittweise verwässert. Solange Tencent der wertbestimmende Kern bleibt, ist das immer ein Balanceakt zwischen kurzfristiger Werthebung und langfristigem Substanzabbau. (Prosus)
Die Übernahme von Just Eat Takeaway.com markiert dabei einen Strategiewechsel. Prosus kündigte im Februar 2025 an, Just Eat Takeaway.com für 4,1 Milliarden Euro erwerben zu wollen, um einen der größten Food-Delivery-Verbundkonzerne weltweit zu formen. Das ist kein kleiner Zukauf, sondern eine Wette darauf, dass Prosus mit Größe, KI und regionalen Plattformeffekten im Liefergeschäft mehr Wert schaffen kann als der Markt den Einzelteilen bislang zugesteht. Reuters schrieb im Juni 2025, Prosus wolle sich damit als europäischer Tech-Champion positionieren und habe ambitionierte Ziele bis 2028 gesetzt: E-Commerce-Umsatz mindestens verdoppeln, E-Commerce-aEBITDA mehr als verdreifachen. Das ist ambitioniert, aber nicht völlig aus der Luft gegriffen, weil Prosus in iFood, OLX und PayU bereits bewiesen hat, dass operative Verbesserung möglich ist. Trotzdem bleibt die JET-Integration ein Risiko: kapitalintensiv, wettbewerbsintensiv, margenschwach und politisch/regulatorisch nie ganz sauber. (Prosus)
Bei den Kurszielen zeigt der Markt derzeit ein sehr klares Bild: skeptisch im Kurs, deutlich optimistischer im Analystenkonsens. Auf der Konsensseite von MarketScreener wurden am 22. April 2026 19 Analysten erfasst. Der durchschnittliche Zielkurs lag bei 66,36 Euro, das höchste Ziel bei 80,41 Euro und das niedrigste bei 51,00 Euro, bei einem dort angezeigten letzten Kurs von 42,78 Euro. Das ist ein ungewöhnlich großer Spread nach oben. Man sollte solche Kursziele nie für bare Münze nehmen, aber sie zeigen, wie groß die Lücke zwischen Börsenbewertung und Sum-of-the-Parts-Logik bei Prosus momentan ist. (MarketScreener)
Wie ist die Aktie also fundamental einzuordnen? Positiv ist erstens die Bilanz auf Holding-Ebene mit Netto-Cash statt Netto-Schulden, zweitens die deutlich verbesserte operative Ertragskraft des E-Commerce-Portfolios, drittens der weiterhin sehr große versteckte Wert in Tencent und den unnotierten Beteiligungen, viertens das laufende Buyback-Programm als Hebel auf den NAV je Aktie. Negativ ist erstens die extreme Abhängigkeit von Tencent, zweitens die Tatsache, dass ein großer Teil des bilanzierten Wertes aus Beteiligungen stammt, deren Marktwert Prosus nicht vollständig kontrolliert, drittens die Komplexität des Konglomerats, viertens die Integrations- und Ausführungsrisiken bei größeren Zukäufen wie Just Eat Takeaway, und fünftens die regulatorische Unsicherheit rund um China, Plattformmärkte und Wettbewerb. Dass Tencent allein rund drei Viertel des Asset Value ausmacht, ist keine Nebensache, sondern die dominierende Realität dieser Aktie. Wer behauptet, Prosus sei inzwischen von Tencent emanzipiert, übertreibt. Das operative Geschäft wird wichtiger, aber Tencent bleibt der Anker. (Prosus)
Für die nächsten fünf bis fünfzehn Jahre sehe ich Prosus deshalb als interessante, aber keineswegs einfache Aktie. Meine Einschätzung: Auf Sicht von fünf Jahren ist Prosus attraktiv, wenn das Management drei Dinge gleichzeitig schafft: erstens den Holding-Abschlag weiter zu verringern, zweitens das E-Commerce-Portfolio nachhaltig profitabel zu machen, drittens größere Zukäufe diszipliniert zu integrieren. Gelingt das, ist eine deutliche Annäherung an den inneren Wert plausibel. Auf Sicht von zehn bis fünfzehn Jahren kann Prosus sogar deutlich mehr sein als nur ein Tencent-Abschlagspapier, nämlich ein echter globaler Plattform-Compounder außerhalb der USA und Chinas. Aber genau dafür muss das operative Geschäft im Konzernverbund irgendwann so stark werden, dass es den Tencent-Block zumindest teilweise relativiert. Ob das gelingt, ist offen. Das Potenzial ist da, der Beweis noch nicht vollständig. (Prosus)
Mein Urteil ist daher klar: Prosus ist für mich eher eine wertorientierte Qualitäts-Sondersituation als ein sauberer Wachstumswert oder eine Dividendenaktie. Die Aktie wirkt auf Basis des offiziellen NAV und des Analystenkonsenses günstig. Der Abschlag ist groß, die Bilanz ist tragfähig, die operative Entwicklung hat sich verbessert, und das Management arbeitet aktiv an der Werthebung. Aber der Fall ist nicht „billig und fertig“, sondern „billig, solange das Management liefert und Tencent nicht strukturell enttäuscht“. Wer Konglomeratsabschläge, China-Risiko und komplexe Kapitalallokation nicht mag, sollte die Finger davon lassen. Wer genau darin Chancen sucht, bekommt mit Prosus eine der interessanteren europäischen Tech-Holdings überhaupt. (Prosus)
Autor: ChatGPT
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