| ftd.de, So, 6.6.2004, 16:52, aktualisiert: So, 6.6.2004, 18:07 |
Wie die Post am Sonntagnachmittag zudem mitteilte, können die Papiere der Postbank vom 7. bis 18. Juni gezeichnet werden, die Erstnotiz für Deutschlands größte Filialbank ist am 21. Juni geplant. Die Deutsche Post will 82 Millionen minus eine Aktie der Postbank an die Börse bringen. Im Angebot enthalten ist eine Mehrzuteilungsoption in Höhe von knapp 8,2 Millionen Aktien. Der endgültige Ausgabepreis wird voraussichtlich am 20. Juni bekannt gegeben. Preisspanne überrascht Experten Mit dem Angebot liegt der Logistikkonzern über dem Buchwert der Postbank. Die 164 Millionen Aktien standen Ende Dezember mit 4,876 Mrd. Euro oder 29,73 Euro je Aktie in den Büchern. Der Postbank-Börsengang wäre die drittgrößte Neuemission der vergangenen fünf Jahre an der Frankfurter Wertpapierbörse - hinter der Deutschen Post und Infineon. Die Preisspanne liegt deutlich über den Erwartungen von Experten, die im Vorfeld des Börsengangs jeden Preis über 30 Euro je Aktie als sehr großen Erfolg für die Post bezeichnet hatten. In den vergangenen 14 Tagen haben sich die Investoren offensichtlich überzeugen lassen, dass die Postbank eine attraktive Anlage mit Perspektive ist. "Die Rückmeldungen überzeugen uns, dass die nun gefundene Preisspanne die richtige ist", sagte Zumwinkel mit Blick auf die Resonanz der Investoren. "Gutes Zeichen für den deutschen IPO-Markt" Selbst Banker aus Reihen der 19 Konsortialbanken zeigten sich in ersten Reaktionen überrascht von der hohen Angebotsspanne. "Das ist ja Wahnsinn. Die Spanne ist klar über den Erwartungen. Das zeigt, dass die Befürchtungen der Investoren im Vorfeld unbegründet waren. Das ist ein gutes Zeichen für den deutschen IPO Markt. Ich gehe davon aus, dass die Platzierung problemlos laufen wird", sagte ein Banker. Kritik übte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). "Die Preisspanne liegt erstaunlich hoch", sagte Geschäftsführerin Reinhild Keitel der "Berliner Zeitung". "Ich bin überrascht, dass die Spanne über der Marke von 31 Euro liegt." Ein niedrigerer Preis sei angemessen gewesen. "Schließlich sollte man sich in Erinnerung rufen, dass Anleger mit Aktien des Bundes in der Vergangenheit wenig Freude hatten." Ein Sprecher der Fondsgesellschaft Union Investment kommentierte die Entscheidung am Sonntagabend mit den Worten: "Wir wären der Meinung, dass ein Preis von unter 30 Euro angemessen wäre." Zweifel am Börsengang Zuletzt waren Zweifel an dem Börsengang aufgekommen, weil große Fondsgesellschaften und die Post sehr unterschiedliche Vorstellungen über den Wert der Postbank haben. In einem internen Memorandum hatte außerdem der Konsortialführer Deutsche Bank den Börsenwert jüngst nur auf 4,4 bis 5,3 Mrd. Euro geschätzt. Der Deutschen Bank wurde vor wenigen Wochen noch Interesse an einer vollständigen Übernahme der Postbank nachgesagt. Kurz vor ihrem Börsengang hatte die Postbank für das Jahr 2004 eine Dividende sowie einen höheren Netto-Gewinn in Aussicht gestellt. Angaben zur möglichen Höhe der Dividende machte sie aber nicht. Die Aussagen zum Gewinn basierten auf der positiven Entwicklung des ersten Quartals und dem Verlauf des zweiten Quartals. Am Montag will Zumwinkel gemeinsam mit Postbankchef Wulf von Schimmelmann in Frankfurt den Startschuss zur so genannten Road Show geben und weitere Einzelheiten zum Börsengang nennen. Der Postbank-IPO hat nach Ansicht von Experten enorme Bedeutung für das Ansehen des Finanzplatzes Deutschlands, nachdem in den vergangenen Wochen mehrere angekündigte Börsengänge (ATU, X-Fab und Siltronic) geplatzt waren. | ||||||||||||||
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