Ich hatte die These vertreten, dass die VW-Stämme (295 Mio. x 50,74%) nicht einfach
"straight" auf die Porsche-Aktien (2 x 87,5 Mio. = 175 Mio. Stück) verteilt werden, sondern
dem Kursverhältnis VW-Stämme vs. Porsche-Aktien entsprechend. Was zu einer umso nied-
rigeren Quote führen würde, je niedriger die Porsche-Aktien bzw. je höher die VW-Stämme
notieren würden.
Daraufhin stellte niccolo zu Recht die Gegenfrage:
"fuzzi08, und was passiert mit den restlichen VW-Stämmen im Besitz der Holding? Bei
einem ungünstigen Verhältnis blieben ja eine Menge VW-Stämme übrig..."
Ich meine: auf die neuen "jungen" Aktien. Denn die KE kommt ja vor der Verschmelzung.
Also wird die Zahl der bei der Verteilung der VW-Stämme zu berücksichtigenden Porsche-
Aktien eine völlig andere sein, als aktuell!
Rechnen wir die Kapitalerhöhung in den aktuellen Kurswert der Vorzüge um (anstelle der
2,-Euro für bezogene junge Aktien), dann ergäbe sich folgende Rechnung:
1.
Die Kapitalerhöhung von 5 Mrd. Euro geteilt durch den aktuellen Kurs der Vorzüge ergäbe
5.000.000.000 : 37 = rd. 135.000.000 (135 Mio.) neue Aktien.
Damit wären die VW-Stämme nicht auf 175 Mio. Porsche-Aktien umzulegen, sondern auf
175 + 135 = 310 Mio. Aktien.
2.
Wert der VW-Stämme nach der Kapitalerhöhung pro Porsche-Aktie somit:
295.000.000 x 50,74/100 x 93 = 13.900.000.00 : 310.000.000 = 44,84 Euro.
3.
Der innere Wert der Porsche-Aktien entspräche damit dem Anteil an VW-Stämmen PLUS
dem noch von VW zu übernehmenden Porsche-Rest. Dieser Rest beträgt aktuell 50.1%
(siehe Grafik in meinem
#4389.). Nach dieser Berechnung wäre dieser Rest allerdings SCHULDENFREI und daher VOLL anzusetzen.
Ferdinand Piech hat vor nicht allzu langer Zeit den Porsche-Wert mit 11 Mrd. angegeben.
Dies enstpräche (11.000.000.000 : 310.000.000 x 50,1/100) rund 17,80 Euro je Aktie,
die jedoch heute höher liegen dürften, da Piechs Schätzung a) eigenparteilich war und
b) zu einem Zeitpunkt abgegeben wurde, als die Zahlen einbrachen.
4.
Per Saldo ergäbe sich ein nomineller Mindestwert von rund 44,80 + 17,80 = 62,60 Euro.
Die Prozessrisiken sind hier NICHT berücksichtigt. Ebensowenig, wie die Wertsteigerung
durch die jüngste Geschäftsentwicklung.
Fazit:
Diese Zahl deckt sich relativ genau mit den gängigen Expertenmeinungen. Der aktuelle
Kurs scheint stark von den Prozessrisiken dominiert, sofern man manipulatorische Faktoren
negiert.
Laufen die Klagen günstig für Porsche, so müsste -falls ich mit meinen Berechnungen nicht schief liege- mindestens der v.g. Kurs schnell erreicht sein. Voraussetzung wäre allerdings,
dass die Verschmelzung nicht zuvor kommt und die Porsche-Aktie noch von der Entwicklung profitieren könnte.